06.11.26
04:30
Reuters
Singapur/Taipei/Shanghai/Peking/Tokio, 06. Nov (Reuters) - D ie Sorge vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) nach dem Wahlsieg der Demokraten in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index(.N225) 6,0 Prozent auf 57.412,60 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix(.TOPX) notierte 5,9 Prozent niedriger bei 3.707,77 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai(.SSEC) verlor 1,1 Prozent auf 3.647,90 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen(.CSI300) fiel um 1,5 Prozent auf 4.052,48 Punkte.
Auslöser des massiven Ausverkaufs waren die US-Zwischenwahlen. Investoren befürchten, dass die erstarkten Demokraten den boomenden KI-Sektor stärker regulieren und den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten. Dies traf Technologiewerte hart und machte sie zu den größten Verlierern des Tages. In Japan brachen die Aktien des KI-Investors SoftBank Group(9984.T) sowie der Chipunternehmen Kioxia(285A.T) und Advantest(6857.T) massiv ein. "Der Ausverkauf zeigt, dass die KI-Aktienkurse auf rosigen Illusionen über die Zukunft aufgebaut waren, und nun ist diese Illusion verflogen", sagte Dong Baozhen, Vorsitzender des Vermögensverwalters Lingtong Shengtai. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi versuchte derweil zu beruhigen und kündigte an, Erlöse aus dem Verkauf von börsengehandelten Fonds (ETF) der Notenbank in Wachstumsbereiche zu investieren, um die Wirtschaft zu stützen.
Auch an anderen asiatischen Handelsplätzen gerieten die Branchenriesen unter die Räder. In Südkorea rutschten die Papiere von Samsung Electronics(005930.KS) und SK Hynix(000660.KS) zeitweise zweistellig ab, während in Taiwan TSMC(2330.TW) stark unter Druck geriet. Einige Experten sahen jedoch bereits Anzeichen für eine Bodenbildung. "Heute werden wir zwangsläufig weitere Liquidationen von Margenkonten sehen, was darauf hindeutet, dass wir uns wahrscheinlich in der Endphase der Kapitulation befinden", erklärte Allen Huang, Vizepräsident bei Mega Financial Holding. In China rückte zudem die Politik in den Fokus: Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses verabschiedete ein neues Gesetz zur Bekämpfung grenzüberschreitender Korruption, das die internationalen Compliance-Pflichten für chinesische Unternehmen verschärft.
Devisen
Am Währungsmarkt suchten Anleger angesichts der Unsicherheiten nach sicheren Häfen, wenngleich die Bewegungen moderat ausfielen. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 157,85 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,6685 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8168 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu fiel der Euro(EUR=) um 0,2 Prozent auf 1,1196 Dollar und gab um 0,1 Prozent auf 0,9147 Franken(EURCHF=) nach.
Ölpreise
Trotz der Turbulenzen an den Aktienmärkten und der Sorge um die künftige wirtschaftliche Entwicklung zeigten sich die Energiekosten deutlich fester. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,5 Prozent auf 100,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,8 Prozent fester bei 92,19 Dollar.
Wall Street
Die asiatischen Märkte folgten mit ihren Verlusten den schwachen Vorgaben aus den USA, wo die politischen Entwicklungen den stärksten Ausverkauf seit April 2025 ausgelöst hatten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Donnerstag mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 51.523,06 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 4,4 Prozent auf 7.353,73 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 5,5 Prozent auf 24.315,00 Stellen nach.
(Bericht von Ankur Banerjee, Tom Westbrook, Roger Tung, Samuel Shen, Liz Lee, Leika Kihara und Kevin Buckland, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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06.11.26
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Reuters
Singapur/Taipei/Shanghai/Peking/Tokio, 06. Nov (Reuters) - D ie Sorge vor einer strengeren Regulierung von Künstlicher Intelligenz (KI) nach dem Wahlsieg der Demokraten in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt. In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index(.N225) 6,0 Prozent auf 57.412,60 Punkte nach, und der breiter gefasste Topix(.TOPX) notierte 5,9 Prozent niedriger bei 3.707,77 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück: Die Börse Shanghai(.SSEC) verlor 1,1 Prozent auf 3.647,90 Stellen. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen(.CSI300) fiel um 1,5 Prozent auf 4.052,48 Punkte.
Auslöser des massiven Ausverkaufs waren die US-Zwischenwahlen. Investoren befürchten, dass die erstarkten Demokraten den boomenden KI-Sektor stärker regulieren und den Ausbau von Rechenzentren bremsen könnten. Dies traf Technologiewerte hart und machte sie zu den größten Verlierern des Tages. In Japan brachen die Aktien des KI-Investors SoftBank Group(9984.T) sowie der Chipunternehmen Kioxia(285A.T) und Advantest(6857.T) massiv ein. "Der Ausverkauf zeigt, dass die KI-Aktienkurse auf rosigen Illusionen über die Zukunft aufgebaut waren, und nun ist diese Illusion verflogen", sagte Dong Baozhen, Vorsitzender des Vermögensverwalters Lingtong Shengtai. Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi versuchte derweil zu beruhigen und kündigte an, Erlöse aus dem Verkauf von börsengehandelten Fonds (ETF) der Notenbank in Wachstumsbereiche zu investieren, um die Wirtschaft zu stützen.
Auch an anderen asiatischen Handelsplätzen gerieten die Branchenriesen unter die Räder. In Südkorea rutschten die Papiere von Samsung Electronics(005930.KS) und SK Hynix(000660.KS) zeitweise zweistellig ab, während in Taiwan TSMC(2330.TW) stark unter Druck geriet. Einige Experten sahen jedoch bereits Anzeichen für eine Bodenbildung. "Heute werden wir zwangsläufig weitere Liquidationen von Margenkonten sehen, was darauf hindeutet, dass wir uns wahrscheinlich in der Endphase der Kapitulation befinden", erklärte Allen Huang, Vizepräsident bei Mega Financial Holding. In China rückte zudem die Politik in den Fokus: Der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses verabschiedete ein neues Gesetz zur Bekämpfung grenzüberschreitender Korruption, das die internationalen Compliance-Pflichten für chinesische Unternehmen verschärft.
Devisen
Am Währungsmarkt suchten Anleger angesichts der Unsicherheiten nach sicheren Häfen, wenngleich die Bewegungen moderat ausfielen. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 157,85 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,6685 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8168 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu fiel der Euro(EUR=) um 0,2 Prozent auf 1,1196 Dollar und gab um 0,1 Prozent auf 0,9147 Franken(EURCHF=) nach.
Ölpreise
Trotz der Turbulenzen an den Aktienmärkten und der Sorge um die künftige wirtschaftliche Entwicklung zeigten sich die Energiekosten deutlich fester. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,5 Prozent auf 100,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 1,8 Prozent fester bei 92,19 Dollar.
Wall Street
Die asiatischen Märkte folgten mit ihren Verlusten den schwachen Vorgaben aus den USA, wo die politischen Entwicklungen den stärksten Ausverkauf seit April 2025 ausgelöst hatten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Donnerstag mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 51.523,06 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 4,4 Prozent auf 7.353,73 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 5,5 Prozent auf 24.315,0 Stellen nach.
(Bericht von Ankur Banerjee, Tom Westbrook, Roger Tung, Samuel Shen, Liz Lee, Leika Kihara und Kevin Buckland, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)