30.10.26
09:58
Reuters
30. Okt (Reuters) - Beim mutmaßlich größten Kryptowährungsdiebstahl der Geschichte haben Kriminelle 6,3 Milliarden Dollar erbeutet. Sie drangen ersten Ermittlungen zufolge über einen gehackten Laptop eines Ingenieurs in die IT-Systeme der Handelsplattform Binance ein. Rund die Hälfte des Diebesgutes konnte wenige Stunden nach dem Vorfall aufgespürt und eingefroren werden.
Dank der wachsenden Beliebtheit von Bitcoin(BTC=) & Co als Geldanlage und mit den steigenden Kursen werden Kryptobörsen für Hacker als Angriffsziel immer attraktiver. Eine Übersicht über ausgewählte Attacken:
Bei der Attacke auf die damals weltgrößte Bitcoin-Börse Mt.Gox Anfang 2014 aus Japan verlieren etwa 25.000 Kunden rund 650.000 Bitcoin - aktueller Wert: 50,64 Milliarden Dollar. Die japanische Handelsplattform, die seinerzeit 90 Prozent des Weltmarktes beherrschte, schlittert daraufhin in die Pleite. Der Insolvenz-Verwalter der Börse hat Ansprüche von Geschädigten im Volumen von 400 Millionen Dollar anerkannt.
Im August 2016 erbeuten Hacker bei einem Angriff auf die Hongkonger Handelsplattform Bitfinex 120.000 Bitcoin. Gemessen am aktuellen Kurs beläuft sich der Schaden auf 9,35 Milliarden Dollar. In den Folgemonaten versuchen Angreifer wiederholt, in die IT-Systeme der Börse einzudringen.
Kriminelle transferieren im Oktober 2026 binnen weniger Minuten 6,3 Milliarden Dollar unrechtmäßig von Nutzerkonten der weltgrößten Kryptobörse Binance. Experten vermuten nordkoreanische Hacker hinter dem Angriff. Etwa die Hälfte der Beute kann binnen weniger Stunden eingefroren werden. Binance will sämtliche Betroffenen vollständig entschädigen.
Angreifern gelingt im Februar 2025 der Zugriff auf eine sogenannte "Cold Wallet", in der Vermögenswerte üblicherweise offline gespeichert werden. Sie werden nur punktuell mit dem Internet verbunden, um Transaktionen abzuwickeln. Die Diebesbeute beträgt 1,5 Milliarden Dollar.
Ronin bietet Schnittstellen an, um Kryptowährungen untereinander zu tauschen. Bei ihrem Angriff erbeuten Kriminelle Cyberdevisen, die für das populäre Online-Videospiel Axie Infinity genutzt wurden. Der Schaden beläuft sich auf etwa 540 Millionen Dollar.
Poly Network wird im August 2021 als eine der ersten DeFi-Plattformen Opfer eines Hackerangriffs. DeFi steht für Decentralized Finance und ermöglicht direkte Finanzgeschäfte ohne Vermittlung von Banken. Die Angreifer erbeuten bei Poly Network 613 Millionen Dollar, die sie jedoch nahezu vollständig zurückgeben.
Im Januar 2018 erbeuten Hacker bei der ebenfalls in Japan ansässigen Börse Coincheck Coins der Kryptowährung Nem im Volumen von 530 Millionen Dollar. Sie verschaffen sich hierfür Zugang zu einer sogenannten "Hot Wallet", einem Online-Speicher für digitale Vermögenswerte. Südkoreanische Behörden machen Nordkorea für den Angriff verantwortlich.
(usammengestellt von Hakan Ersen; unter Mitarbeit von Ankur Banerjee und Tommy Reggiori Wilkes. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märk)
30.10.26
09:58
Reuters
Dank der wachsenden Beliebtheit von Bitcoin(BTC=) & Co als Geldanlage und mit den steigenden Kursen werden Kryptobörsen für Hacker als Angriffsziel immer attraktiver. Eine Übersicht über ausgewählte Attacken:
Bei der Attacke auf die damals weltgrößte Bitcoin-Börse Mt.Gox Anfang 2014 aus Japan verlieren etwa 25.000 Kunden rund 650.000 Bitcoin - aktueller Wert: 50,64 Milliarden Dollar. Die japanische Handelsplattform, die seinerzeit 90 Prozent des Weltmarktes beherrschte, schlittert daraufhin in die Pleite. Der Insolvenz-Verwalter der Börse hat Ansprüche von Geschädigten im Volumen von 400 Millionen Dollar anerkannt.
Im August 2016 erbeuten Hacker bei einem Angriff auf die Hongkonger Handelsplattform Bitfinex 120.000 Bitcoin. Gemessen am aktuellen Kurs beläuft sich der Schaden auf 9,35 Milliarden Dollar. In den Folgemonaten versuchen Angreifer wiederholt, in die IT-Systeme der Börse einzudringen.
Kriminelle transferieren im Oktober 2026 binnen weniger Minuten 6,3 Milliarden Dollar unrechtmäßig von Nutzerkonten der weltgrößten Kryptobörse Binance. Experten vermuten nordkoreanische Hacker hinter dem Angriff. Etwa die Hälfte der Beute kann binnen weniger Stunden eingefroren werden. Binance will sämtliche Betroffenen vollständig entschädigen.
Angreifern gelingt im Februar 2025 der Zugriff auf eine sogenannte "Cold Wallet", in der Vermögenswerte üblicherweise offline gespeichert werden. Sie werden nur punktuell mit dem Internet verbunden, um Transaktionen abzuwickeln. Die Diebesbeute beträgt 1,5 Milliarden Dollar.
Ronin bietet Schnittstellen an, um Kryptowährungen untereinander zu tauschen. Bei ihrem Angriff erbeuten Kriminelle Cyberdevisen, die für das populäre Online-Videospiel Axie Infinity genutzt wurden. Der Schaden beläuft sich auf etwa 540 Millionen Dollar.
Poly Network wird im August 2021 als eine der ersten DeFi-Plattformen Opfer eines Hackerangriffs. DeFi steht für Decentralized Finance und ermöglicht direkte Finanzgeschäfte ohne Vermittlung von Banken. Die Angreifer erbeuten bei Poly Network 613 Millionen Dollar, die sie jedoch nahezu vollständig zurückgeben.
Im Januar 2018 erbeuten Hacker bei der ebenfalls in Japan ansässigen Börse Coincheck Coins der Kryptowährung Nem im Volumen von 530 Millionen Dollar. Sie verschaffen sich hierfür Zugang zu einer sogenannten "Hot Wallet", einem Online-Speicher für digitale Vermögenswerte. Südkoreanische Behörden machen Nordkorea für den Angriff verantwortlich.
(usammengestellt von Hakan Ersen; unter Mitarbeit von Ankur Banerjee und Tommy Reggiori Wilkes. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märk)