15.10.26
12:28
Reuters
Frankfurt, 15. Okt (Reuters) - Die Aussicht auf ein Ende der Regierungskrise in Rumänien hat am Donnerstag für Erleichterung an den Finanzmärkten gesorgt. Der rumänische Leitindex(.BETI) legte um 1,8 Prozent zu. Die Landeswährung Leu(RON=) wertete auf, der Dollar verlor im Gegenzug 0,5 Prozent auf 4,75 Leu. In Dollar gehandelte Staatsanleihen(XS2571924070=TE) gewannen ebenfalls an Wert.
Nach monatelangem Ringen um eine Koalition kündigten die Sozialdemokraten an, der Regierung des designierten Ministerpräsidenten Luca Niculescu beizutreten. Auch andere Parteien sagten ihre Unterstützung zu. Niculescu wird sein Kabinett voraussichtlich noch im Laufe des Tages vor der Vertrauensabstimmung im Parlament vorstellen. Es ist der vierte Versuch einer Regierungsbildung, seit die Koalition im Mai im Streit über die Sparpolitik zusammenbrach.
Obwohl eine neue Regierung Experten zufolge für unmittelbare Entspannung sorgen könnte, steht die Verabschiedung des Haushalts für 2027 unter genauer Beobachtung. Anfang des Monats war das Land nur knapp einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau entgangen. "Ohne eine eigene Partei wird Niculescu Geisel einer wackeligen Koalition von Parteien sein, die einander misstrauen und von denen keine die Verantwortung für die notwendigen Sparmaßnahmen übernehmen will, um ein Haushaltsdefizit von über sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts einzudämmen", sagte Hasnain Malik, Aktienstratege bei Tellimer. Nach Daten der Zentralbank stieg das Defizit von Januar bis August auf 19,93 Milliarden Euro, nach 18,98 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich auf 2,12 Milliarden Euro, nach 5,66 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die langfristigen Auslandsschulden stiegen gegenüber Ende 2025 um 1,8 Prozent auf 184,78 Milliarden Euro.
(Bericht von Johann M Cherian and Sudeshna Ghoshal, bearbeitet von Anika Ross, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
Frankfurt, 15. Okt (Reuters) - Die Aussicht auf ein Ende der Regierungskrise in Rumänien hat am Donnerstag für Erleichterung an den Finanzmärkten gesorgt. Der rumänische Leitindex(.BETI) legte um 1,8 Prozent zu. Die Landeswährung Leu(RON=) wertete auf, der Dollar verlor im Gegenzug 0,5 Prozent auf 4,75 Leu. In Dollar gehandelte Staatsanleihen(XS2571924070=TE) gewannen ebenfalls an Wert.
Nach monatelangem Ringen um eine Koalition kündigten die Sozialdemokraten an, der Regierung des designierten Ministerpräsidenten Luca Niculescu beizutreten. Auch andere Parteien sagten ihre Unterstützung zu. Niculescu wird sein Kabinett voraussichtlich noch im Laufe des Tages vor der Vertrauensabstimmung im Parlament vorstellen. Es ist der vierte Versuch einer Regierungsbildung, seit die Koalition im Mai im Streit über die Sparpolitik zusammenbrach.
Obwohl eine neue Regierung Experten zufolge für unmittelbare Entspannung sorgen könnte, steht die Verabschiedung des Haushalts für 2027 unter genauer Beobachtung. Anfang des Monats war das Land nur knapp einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit auf Ramschniveau entgangen. "Ohne eine eigene Partei wird Niculescu Geisel einer wackeligen Koalition von Parteien sein, die einander misstrauen und von denen keine die Verantwortung für die notwendigen Sparmaßnahmen übernehmen will, um ein Haushaltsdefizit von über sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts einzudämmen", sagte Hasnain Malik, Aktienstratege bei Tellimer. Nach Daten der Zentralbank stieg das Defizit von Januar bis August auf 19,93 Milliarden Euro, nach 18,98 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich auf 2,12 Milliarden Euro, nach 5,66 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die langfristigen Auslandsschulden stiegen gegenüber Ende 2025 um 1,8 Prozent auf 184,78 Milliarden Euro.
(Bericht von Johann M Cherian and Sudeshna Ghoshal, bearbeitet von Anika Ross, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)