13.10.26
09:37
Reuters
* LVMH mit Umsatzrückgang in der Sparte Mode und Lederwaren
* Anlysten sehen nachlassende Konsumlaune der Chinesen mit Sorge
| * Aktien der Luxusgüterbranche unter Druck |
| (Neu: Marktreaktionen, Analysten, Vorstand) |
| Paris, 12. Okt (Reuters) - Die nachlassende Kauflaune |
| der chinesischen Kundschaft verdirbt dem weltgrößten |
| Luxusgüterkonzern LVMH(LVMH.PA) das Geschäft mit seinen |
| Flaggschiff-Marken wie Louis Vuitton und Dior. Mit einem |
| überraschend deutlichen Umsatzrückgang in der wichtigsten Sparte |
| verschreckte der Pariser Konzern seine Anleger und schürte neue |
| Zweifel an einer baldigen Erholung der 350 Milliarden Dollar |
| schweren Branche. Die schwachen Zahlen bestätigen die |
| Befürchtungen vieler Experten. "Die chinesische Nachfrage hat |
| einen deutlichen und stärker als befürchteten Dämpfer erlitten", |
| kommentierten Analysten der Bank JPMorgan. Die LVMH-Aktie gab am |
| Dienstag um knapp zwei Prozent nach und zog auch die Papiere der |
| Konkurrenten Hermes(HRMS.PA), Kering(PRTP.PA) und |
| Richemont(CFR.S) mit nach unten. |
Die Zahlen von LVMH gelten als erster wichtiger Indikator für den Zustand des Luxussektors, der seit drei Jahren mit einer Flaute kämpft. Mehrere Analysten senkten bereits ihre Kursziele für den Branchenprimus. Europas führende Luxuskonzerne haben seit Jahresbeginn bereits rund 330 Milliarden Euro an Börsenwert verloren, allein LVMH büßte rund 40 Prozent ein.
China hatte sich vor fast zwei Jahrzehnten zum wichtigsten Wachstumsmotor der Luxusbranche entwickelt. Doch seit dem Ende des Nach-Pandemie-Booms verlaufen die Geschäfte schleppend, da sich das schwache Wirtschaftswachstum und die Krise im Immobiliensektor negativ auf die Konsumlaune der Chinesen auswirken. Zudem bereiten verschärfte Steuerkontrollen bei wohlhabenden Bürgern den Marken zunehmend Kopfzerbrechen.
Die Enttäuschung spiegelt sich in den Details bei LVMH wider: Der Umsatz im dritten Quartal in der Sparte Mode und Lederwaren, die fast die Hälfte des Konzernergebnisses erwirtschaftet, brach organisch um fünf Prozent ein. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet. Das Geschäft in China sei weniger dynamisch, während die USA, Europa und Japan weiterhin "gutes Wachstum" verzeichneten, hieß es. "Eine Erholung braucht Zeit, hier gibt es keine Abkürzungen", sagte Finanzchefin Cecile Cabanis in einer Telefonkonferenz. Zusätzliche Sorgen bereitete den Anlegern, dass sich auch das Wachstum im Uhren- und Schmuckgeschäft mit Marken wie Bulgari und Tiffany verlangsamte. Damit schwächelt nun auch einer der wenigen Lichtblicke der vergangenen Quartale.
(Bericht von Alessandro Parodi und Tassilo Hummel in Paris, Helen Reid in London und Jakob Van Calster in Danzig, geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
13.10.26
09:37
Reuters
(Neu: Marktreaktionen, Analysten, Vorstand) Paris, 12. Okt (Reuters) - Die nachlassende Kauflaune der chinesischen Kundschaft verdirbt dem weltgrößten Luxusgüterkonzern LVMH(LVMH.PA) das Geschäft mit seinen Flaggschiff-Marken wie Louis Vuitton und Dior. Mit einem überraschend deutlichen Umsatzrückgang in der wichtigsten Sparte verschreckte der Pariser Konzern seine Anleger und schürte neue Zweifel an einer baldigen Erholung der 350 Milliarden Dollar schweren Branche. Die schwachen Zahlen bestätigen die Befürchtungen vieler Experten. "Die chinesische Nachfrage hat einen deutlichen und stärker als befürchteten Dämpfer erlitten", kommentierten Analysten der Bank JPMorgan. Die LVMH-Aktie gab am Dienstag um knapp zwei Prozent nach und zog auch die Papiere der Konkurrenten Hermes(HRMS.PA), Kering(PRTP.PA) und Richemont(CFR.S) mit nach unten.
Die Zahlen von LVMH gelten als erster wichtiger Indikator für den Zustand des Luxussektors, der seit drei Jahren mit einer Flaute kämpft. Mehrere Analysten senkten bereits ihre Kursziele für den Branchenprimus. Europas führende Luxuskonzerne haben seit Jahresbeginn bereits rund 330 Milliarden Euro an Börsenwert verloren, allein LVMH büßte rund 40 Prozent ein.
China hatte sich vor fast zwei Jahrzehnten zum wichtigsten Wachstumsmotor der Luxusbranche entwickelt. Doch seit dem Ende des Nach-Pandemie-Booms verlaufen die Geschäfte schleppend, da sich das schwache Wirtschaftswachstum und die Krise im Immobiliensektor negativ auf die Konsumlaune der Chinesen auswirken. Zudem bereiten verschärfte Steuerkontrollen bei wohlhabenden Bürgern den Marken zunehmend Kopfzerbrechen.
UMSATZ BEI MODE UND LEDERWAREN SINKT UNERWARTET STARK
Die Enttäuschung spiegelt sich in den Details bei LVMH wider: Der Umsatz im dritten Quartal in der Sparte Mode und Lederwaren, die fast die Hälfte des Konzernergebnisses erwirtschaftet, brach organisch um fünf Prozent ein. Analysten hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet. Das Geschäft in China sei weniger dynamisch, während die USA, Europa und Japan weiterhin "gutes Wachstum" verzeichneten, hieß es. "Eine Erholung braucht Zeit, hier gibt es keine Abkürzungen", sagte Finanzchefin Cecile Cabanis in einer Telefonkonferenz. Zusätzliche Sorgen bereitete den Anlegern, dass sich auch das Wachstum im Uhren- und Schmuckgeschäft mit Marken wie Bulgari und Tiffany verlangsamte. Damit schwächelt nun auch einer der wenigen Lichtblicke der vergangenen Quartale.
(Bericht von Alessandro Parodi und Tassilo Hummel in Paris, Helen Reid in London und Jakob Van Calster in Danzig, geschrieben von Anneli Palmen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)