13.10.26
08:38
Reuters
Frankfurt, 13. Okt (Reuters) - Spekulationen über ein Ende der rasanten Preissteigerungen bei Speicherchips haben am Dienstag einen Ausverkauf bei Halbleiterwerten ausgelöst. Die Aktien von Samsung(005930.KS), dem weltgrößten Anbieter von Speicherbausteinen, verloren an der Börse in Seoul 7,4 Prozent. Die Titel des Erzrivalen SK Hynix(000660.KS) brachen um rund zehn Prozent ein, so stark wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten. Die Papiere des US-Konkurrenten Micron(MU.O) büßten im vorbörslichen Handel an der Wall Street knapp drei Prozent ein. In ihrem Sog gab der europäische Technologie-Index(.SX8P) um bis zu 1,8 Prozent nach.
Auslöser der aktuellen Verkäufe waren Börsianern zufolge Medienberichte, nach denen der chinesische Halbleiterkonzern CXMT(688825.SS) eine neue Generation von Speicherchips für Rechenzentren auf den Markt bringen will. Damit würde das Unternehmen seinen technologischen Rückstand gegenüber westlichen Anbietern verringern. Dies sei jedoch nicht der alleinige Grund für die aktuelle Talfahrt, betonte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin der Saxo Bank. Bei Investoren nähmen die Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms zu. "Sie hinterfragen nicht nur, wie stark die Nachfrage noch wachsen kann, sondern auch, wie lange die derzeit außergewöhnlichen Gewinne und Margen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs Bestand haben werden."
Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren übersteigt die Speicherchip-Nachfrage das Angebot bei Weitem. Die daraus resultierende Preisexplosion verhilft Anbietern wie Samsung zu Rekordgewinnen. Allerdings gibt es erste Anzeichen für wachsende Zweifel an einer Fortsetzung dieses Trends. So sagte der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus seinen milliardenschweren Börsengang wegen mangelnden Anlegerinteresses ab. Gleichzeitig verteuert sich wegen der anziehenden Anleiherenditen die Finanzierung von Infrastruktur-Investitionen. Ausschlaggebend sei dabei nicht der Renditeanstieg an sich, sondern die zunehmenden Schwankungen, sagte Anlagestratege Damien Boey vom Vermögensverwalter Wilson. In der Folge stellten Investoren auch die Bewertungen anderer Anlageklassen auf den Prüfstand.
Ein Ende des KI-Booms sei zwar nicht zu befürchten, betonte Marc Velan, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Lucerne. Der aktuelle Zyklus trete jedoch in eine neue Phase ein, in der Anleger ihr Augenmerk stärker darauf richteten, ob sich die KI-Investitionen auch auszahlen.
(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
13.10.26
08:38
Reuters
Frankfurt, 13. Okt (Reuters) - Spekulationen über ein Ende der rasanten Preissteigerungen bei Speicherchips haben am Dienstag einen Ausverkauf bei Halbleiterwerten ausgelöst. Die Aktien von Samsung(005930.KS), dem weltgrößten Anbieter von Speicherbausteinen, verloren an der Börse in Seoul 7,4 Prozent. Die Titel des Erzrivalen SK Hynix(000660.KS) brachen um rund zehn Prozent ein, so stark wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten. Die Papiere des US-Konkurrenten Micron(MU.O) büßten im vorbörslichen Handel an der Wall Street knapp drei Prozent ein. In ihrem Sog gab der europäische Technologie-Index(.SX8P) um bis zu 1,8 Prozent nach.
Auslöser der aktuellen Verkäufe waren Börsianern zufolge Medienberichte, nach denen der chinesische Halbleiterkonzern CXMT(688825.SS) eine neue Generation von Speicherchips für Rechenzentren auf den Markt bringen will. Damit würde das Unternehmen seinen technologischen Rückstand gegenüber westlichen Anbietern verringern. Dies sei jedoch nicht der alleinige Grund für die aktuelle Talfahrt, betonte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin der Saxo Bank. Bei Investoren nähmen die Zweifel an der Nachhaltigkeit des KI-Booms zu. "Sie hinterfragen nicht nur, wie stark die Nachfrage noch wachsen kann, sondern auch, wie lange die derzeit außergewöhnlichen Gewinne und Margen angesichts des zunehmenden Wettbewerbs Bestand haben werden."
Durch den weltweiten Bauboom bei Rechenzentren übersteigt die Speicherchip-Nachfrage das Angebot bei Weitem. Die daraus resultierende Preisexplosion verhilft Anbietern wie Samsung zu Rekordgewinnen. Allerdings gibt es erste Anzeichen für wachsende Zweifel an einer Fortsetzung dieses Trends. So sagte der australische Rechenzentrumsbetreiber Firmus seinen milliardenschweren Börsengang wegen mangelnden Anlegerinteresses ab. Gleichzeitig verteuert sich wegen der anziehenden Anleiherenditen die Finanzierung von Infrastruktur-Investitionen. Ausschlaggebend sei dabei nicht der Renditeanstieg an sich, sondern die zunehmenden Schwankungen, sagte Anlagestratege Damien Boey vom Vermögensverwalter Wilson. In der Folge stellten Investoren auch die Bewertungen anderer Anlageklassen auf den Prüfstand.
Ein Ende des KI-Booms sei zwar nicht zu befürchten, betonte Marc Velan, Chef-Anleger des Vermögensverwalters Lucerne. Der aktuelle Zyklus trete jedoch in eine neue Phase ein, in der Anleger ihr Augenmerk stärker darauf richteten, ob sich die KI-Investitionen auch auszahlen.
(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder (für Unternehmen und Märkte).)