01.10.26
08:45
Reuters
| (neu: aktueller Aktienkurs, Hintergrund) |
| * Lenzing startet Kapitalerhöhung über 300 Mio Euro |
| * Aktie bricht zweitweise um 14,6 Prozent ein |
| * Geld soll Konzernumbau finanzieren |
| Wien, 01. Okt (Reuters) - Der österreichische |
| Faserhersteller Lenzing (LENV.VI) will sich mit einer |
| Kapitalerhöhung rund 300 Millionen Euro besorgen und schickt |
| seine Aktie damit auf Talfahrt. Das Papier brach am Donnerstag |
| in der Spitze um 14,6 Prozent ein und fiel auf den tiefsten |
| Stand seit 2009. Mit dem Erlös soll die Umsetzung der |
| Unternehmensstrategie vorangetrieben und die Kapitalstruktur |
| gestärkt werden, wie das Unternehmen mitteilte. |
Die Aktionäre können vom 6. bis zum 20. Oktober für je zehn bestehende Anteilsscheine neun neue Papiere beziehen. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro je Aktie festgelegt, was einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte vom Vortag entspricht. Die Großaktionäre B&C-Gruppe und Oberbank(OBER.VI) aus Österreich sowie der brasilianische Zellstoffkonzern Suzano(SUZB3.SA) trügen die Maßnahme mit, erklärte Lenzing.
Die Kapitalerhöhung ist Teil eines tiefgreifenden Konzernumbaus, den der seit Juni amtierende Vorstandschef Georg Kasperkovitz vorantreibt. Er folgte auf Rohit Aggarwal, der sein Amt Ende Januar aus persönlichen Gründen niederlegte. Im Juli stellte Lenzing die neue Strategie vor und kündigte an, das Geschäft mit Vliesstoffen auszubauen und sich zugleich aus margenschwachen Bereichen des Textilgeschäfts zurückzuziehen. Dazu werden die Werke im österreichischen Heiligenkreuz und im britischen Grimsby geschlossen und weltweit rund 2000 Stellen abgebaut. Die Neuausrichtung ist Teil eines Refinanzierungspakets von bis zu 600 Millionen Euro, das neben der Kapitalerhöhung auch neue Kreditvereinbarungen umfasst. Für den Umbau rechnet der Konzern laut früheren Angaben im laufenden Jahr mit Wertminderungen von bis zu 150 Millionen Euro. Mittelfristig strebt Lenzing wieder Wachstum, eine Ebitda-Marge von 20 bis 25 Prozent und einen Verschuldungsgrad von weniger als dem 2,5-Fachen des Ebitda an.
Der oberösterreichische Konzern stellt aus dem Rohstoff Holz Spezialfasern her, die unter anderem in Kleidung, Heimtextilien und Hygieneprodukten zum Einsatz kommen. Sie gelten als Alternative zu erdölbasierten Synthetikfasern. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit hohen Rohstoff- und Energiekosten sowie dem Preisdruck asiatischer Wettbewerber. Im Herbst 2025 wurde der Abbau von 600 Stellen angekündigt und der Standort in Indonesien auf den Prüfstand gestellt. Die schwierige Lage spiegelte sich auch in den Halbjahreszahlen wider: Zwar sprang der Nettogewinn auf 35,6 (Vorjahr: 15,2) Millionen Euro. Gleichzeitig gingen der Umsatz auf 1,27 (1,34) Milliarden Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) auf 239,2 (268,6) Millionen Euro zurück.
Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).
01.10.26
08:45
Reuters
Wien, 01. Okt (Reuters) - Der österreichische Faserhersteller Lenzing (LENV.VI) will sich mit einer Kapitalerhöhung rund 300 Millionen Euro besorgen und schickt seine Aktie damit auf Talfahrt. Das Papier brach am Donnerstag in der Spitze um 14,6 Prozent ein und fiel auf den tiefsten Stand seit 2009. Mit dem Erlös soll die Umsetzung der Unternehmensstrategie vorangetrieben und die Kapitalstruktur gestärkt werden, wie das Unternehmen mitteilte.
Die Aktionäre können vom 6. bis zum 20. Oktober für je zehn bestehende Anteilsscheine neun neue Papiere beziehen. Der Bezugspreis wurde auf 8,65 Euro je Aktie festgelegt, was einem Abschlag von 42,5 Prozent auf den theoretischen Preis ohne Bezugsrechte vom Vortag entspricht. Die Großaktionäre B&C-Gruppe und Oberbank(OBER.VI) aus Österreich sowie der brasilianische Zellstoffkonzern Suzano(SUZB3.SA) trügen die Maßnahme mit, erklärte Lenzing.
RADIKALKUR SOLL WENDE BRINGEN
Die Kapitalerhöhung ist Teil eines tiefgreifenden Konzernumbaus, den der seit Juni amtierende Vorstandschef Georg Kasperkovitz vorantreibt. Er folgte auf Rohit Aggarwal, der sein Amt Ende Januar aus persönlichen Gründen niederlegte. Im Juli stellte Lenzing die neue Strategie vor und kündigte an, das Geschäft mit Vliesstoffen auszubauen und sich zugleich aus margenschwachen Bereichen des Textilgeschäfts zurückzuziehen. Dazu werden die Werke im österreichischen Heiligenkreuz und im britischen Grimsby geschlossen und weltweit rund 2000 Stellen abgebaut. Die Neuausrichtung ist Teil eines Refinanzierungspakets von bis zu 600 Millionen Euro, das neben der Kapitalerhöhung auch neue Kreditvereinbarungen umfasst. Für den Umbau rechnet der Konzern laut früheren Angaben im laufenden Jahr mit Wertminderungen von bis zu 150 Millionen Euro. Mittelfristig strebt Lenzing wieder Wachstum, eine Ebitda-Marge von 20 bis 25 Prozent und einen Verschuldungsgrad von weniger als dem 2,5-Fachen des Ebitda an.
Der oberösterreichische Konzern stellt aus dem Rohstoff Holz Spezialfasern her, die unter anderem in Kleidung, Heimtextilien und Hygieneprodukten zum Einsatz kommen. Sie gelten als Alternative zu erdölbasierten Synthetikfasern. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit hohen Rohstoff- und Energiekosten sowie dem Preisdruck asiatischer Wettbewerber. Im Herbst 2025 wurde der Abbau von 600 Stellen angekündigt und der Standort in Indonesien auf den Prüfstand gestellt. Die schwierige Lage spiegelte sich auch in den Halbjahreszahlen wider: Zwar sprang der Nettogewinn auf 35,6 (Vorjahr: 15,2) Millionen Euro. Gleichzeitig gingen der Umsatz auf 1,27 (1,34) Milliarden Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) auf 239,2 (268,6) Millionen Euro zurück.
Bericht von Alexandra Schwarz-Goerlich, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).