30.09.26
13:57
Reuters
| (Entfernt überflüssigen Buchstaben in der Überschrift) |
| Frankfurt, 30. Sep (Reuters) - Nach der Anordnung des |
| Bundeswirtschaftsministeriums, die Gasspeicher zu befüllen, |
| ziehen die Gaspreise an. Der europäische |
| Erdgas-Future(TRNLTTFMc1) stieg am Mittwoch in der Spitze um 6,6 |
| Prozent auf bis zu 73 Euro je Megawattstunde. |
| Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) wies das |
| verstaatlichte Energieunternehmen Sefe an, mehr Gas |
| einzuspeichern. Die Anordnung solle auch ein Signal an weitere |
| Unternehmen sein. Sefe soll nach eigenen Angaben bis zum 15. |
| Dezember acht Terawattstunden (TWh) Gas beschaffen und |
| einspeichern. Die Menge entspricht knapp einem Prozent des |
| deutschen Gasverbrauchs von 864 TWh im vergangenen Jahr, wie |
| Daten der Bundesnetzagentur zeigen. Die Füllstände der |
| Gasspeicher sind wegen der gestiegenen Preise wegen des |
| Iran-Kriegs ungewöhnlich niedrig. |
"Nachdem die Regierung monatelang behauptete, dass die ungewöhnlich niedrigen Lagerbestände keine Gefahr für die Versorgung darstellen würden, soll nun in kürzester Zeit eine große Menge Gas gekauft werden", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. "Auch an den Energiebörsen spielt die Psychologie eine Rolle, und wenn Deutschland nun gezielt in kurzer Zeit große Mengen kaufen muss – ungeachtet des Preises –, dann verschiebt das die Stimmung." Dies bestätigte auch Hendrik Diers, Experte vom Energiewirtschaflichen Institut (EWI) an der Universität zu Köln: "Die Anweisung der Regierung wirkt stützend auf das Preisniveau, da den Marktteilnehmern nun bewusst ist, dass es einen Käufer mit einer hohen Zahlungsbereitschaft gibt."
Allerdings gibt es seit mehreren Wochen starke Schwankungen bei den europäischen Gaspreisen. Mitte September lag der Preis bei mehr als 80 Euro je Megawattstunde. Im Vergleich zum Preisniveau vor Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran Ende Februar ist der europäische Gaspreis mehr als doppelt so hoch. Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets, wies neben dem Iran-Krieg auch auf Störungen der Lieferketten durch den Krieg in der Ukraine hin. "Der heutige Preisanstieg ist ein klassischer Beißreflex der Marktteilnehmer auf die politische Anordnung und dürfte daher nur von kurzfristiger Natur sein."
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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30.09.26
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Reuters
"Nachdem die Regierung monatelang behauptete, dass die ungewöhnlich niedrigen Lagerbestände keine Gefahr für die Versorgung darstellen würden, soll nun in kürzester Zeit eine große Menge Gas gekauft werden", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. "Auch an den Energiebörsen spielt die Psychologie eine Rolle, und wenn Deutschland nun gezielt in kurzer Zeit große Mengen kaufen muss – ungeachtet des Preises –, dann verschiebt das die Stimmung." Dies bestätigte auch Hendrik Diers, Experte vom Energiewirtschaflichen Institut (EWI) an der Universität zu Köln: "Die Anweisung der Regierung wirkt stützend auf das Preisniveau, da den Marktteilnehmern nun bewusst ist, dass es einen Käufer mit einer hohen Zahlungsbereitschaft gibt."
Allerdings gibt es seit mehreren Wochen starke Schwankungen bei den europäischen Gaspreisen. Mitte September lag der Preis bei mehr als 80 Euro je Megawattstunde. Im Vergleich zum Preisniveau vor Beginn des Krieges zwischen den USA und dem Iran Ende Februar ist der europäische Gaspreis mehr als doppelt so hoch. Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets, wies neben dem Iran-Krieg auch auf Störungen der Lieferketten durch den Krieg in der Ukraine hin. "Der heutige Preisanstieg ist ein klassischer Beißreflex der Marktteilnehmer auf die politische Anordnung und dürfte daher nur von kurzfristiger Natur sein."
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)