29.09.26
17:09
Reuters
* Inflations- und Zinsängste treiben Anleger weiter um
* Anthropic strebt Börsenwert von zwei Billionen Dollar an
* Spekulationen auf langfristig hohe Nachfrage treiben Chipfirmen
| * Bericht über Umsatzboom bei OpenAI beflügelt Oracle |
| (Neu: Öl, Anleihen, Oracle, Carnival) |
| Frankfurt, 29. Sep (Reuters) - Anhaltende Sorgen über |
| die Lage im Nahen Osten haben die Risikobereitschaft der |
| US-Anleger am Dienstag gedämpft. Steigende Kurse bei |
| Technologiewerten im Vorfeld des Börsengangs von Anthropic |
| begrenzten jedoch die Kursverluste. Der Dow-Jones-Index(.DJI) |
| der Standardwerte verlor 0,6 Prozent auf 51.199 Punkte. Der |
| breiter gefasste S&P 500(.SPX) bröckelte um 0,3 Prozent auf 7659 |
| Zähler ab. Der US-Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gab |
| 0,2 Prozent auf 26.760 Stellen nach. |
"Der Druck auf die Aktienmärkte nimmt zu", sagte Lukman Otunuga, Chefanalyst beim Broker FXTM. "Die Märkte werden diese Woche von mehreren Seiten in die Zange genommen." Vertreter der USA und des Iran sprachen getrennt mit Vermittlern, um den seit sieben Monaten andauernden Krieg zu beenden. US-Präsident Donald Trump wies jedoch Medienberichte zurück, wonach er dem Iran angeboten habe, Sanktionen zu lockern oder eingefrorene Gelder freizugeben. Die Hoffnung auf eine Annäherung sei eher Wunschdenken als das Ergebnis konkreter Vereinbarungen, sagte PVM-Analyst John Evans. "Warum sollte der US-Präsident sonst immer noch über ein Diesel-Exportverbot nachdenken?"
Die Preise für Nordsee-Rohöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) bauten dennoch ihre anfänglichen Gewinne wieder ab und gaben 1,5 bis 2,5 Prozent nach. Händlern und Schiffsdaten zufolge hat Saudi-Arabien die Ölverladungen von seinem Hafen Janbu am Roten Meer wieder aufgenommen, nachdem die Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb ging. Zudem stiegen die Rohölexporte der großen Nahost-Produzenten im September auf den höchsten Stand seit Februar. Dennoch verharrte der Preis für Brent bei mehr als 100 Dollar je Fass (159 Liter). "Es zeichnet sich ein klareres Bild von höheren Ölexportmengen aus der Golfregion ab, aber ein Großteil dieses Anstiegs beruht weiterhin auf Umgehungslösungen wie Schiff-zu-Schiff-Umladungen", kommentierte Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade. "Diese Methoden sind weniger effizient und kostspieliger als der Normalbetrieb, weshalb die Rohölpreise hoch bleiben."
Die anhaltend hohen Energiepreise schürten am Markt weiter Inflations- und Zinsängste. "Solange die Zinsen steigen, ist das Umfeld für die Aktienmärkte extrem schwierig", sagte QC-Partners-Experte Thomas Altmann. Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf bis zu 5,289 Prozent nach 5,242 Prozent am Montag und baute damit ihr 19-Jahres-Hoch aus. Steigt sie über 5,333 Prozent, erreicht sie den höchsten Stand seit April 2002.
Im Fokus stand zugleich erneut das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Chipwerte wie Marvell(MRVL.O), Micron(MU.O) und Broadcom(AVGO.O) legten um bis zu vier Prozent zu. Im Vorfeld des geplanten Börsengangs des KI-Spezialisten Anthropic sind Einzelheiten zur Finanzlage bekannt geworden. Aus dem Börsenprospekt ging hervor, dass der Konzern im vergangenen Jahr zwar stark gewachsen ist, aber auch höhere Verluste verzeichnete. Anthropic strebt bei seinem Börsengang eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Zudem warteten Anleger auf Äußerungen von OpenAI-Chef Sam Altman auf einer Entwicklerkonferenz des Unternehmens.
Bei den Einzelwerten gab ein Medienbericht über den rasanten Geschäftserfolg des ChatGPT-Entwicklers OpenAI den Aktien von Oracle(ORCL.N) Auftrieb. Die Papiere des wichtigsten Anbieters von Recheninfrastruktur für OpenAI gewannen mehr als fünf Prozent. Der jährlich wiederkehrende Umsatz von OpenAI nähere sich der Marke von 70 Milliarden Dollar, berichtete das Nachrichtenportal Axios.
Gefragt waren auch die Titel des US-Kreuzfahrtanbieters Carnival(CCL.N), die nach einer Prognoseerhöhung um mehr als zwölf Prozent kletterten. Die Titel der Konkurrenten Norwegian Cruise Line(NCLH.N) und Royal Caribbean Cruises(RCL.N) legten in Carnivals Kielwasser um rund vier und sechs Prozent zu. Kreuzfahrtanbieter profitieren derzeit davon, dass wohlhabende Reisende trotz der unsicheren Wirtschaftslage weiterhin auf Erlebnisse wie Seereisen setzen.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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29.09.26
17:09
Reuters
Inflations- und Zinsängste treiben Anleger weiter um
Anthropic strebt Börsenwert von zwei Billionen Dollar an
Spekulationen auf langfristig hohe Nachfrage treiben Chipfirmen
Bericht über Umsatzboom bei OpenAI beflügelt Oracle
Bericht über Umsatzboom bei OpenAI beflügelt Oracle
(Neu: Öl, Anleihen, Oracle, Carnival) Frankfurt, 29. Sep (Reuters) - Anhaltende Sorgen über die Lage im Nahen Osten haben die Risikobereitschaft der US-Anleger am Dienstag gedämpft. Steigende Kurse bei Technologiewerten im Vorfeld des Börsengangs von Anthropic begrenzten jedoch die Kursverluste. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte verlor 0,6 Prozent auf 51.199 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) bröckelte um 0,3 Prozent auf 7659 Zähler ab. Der US-Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gab 0,2 Prozent auf 26.760 Stellen nach.
"Der Druck auf die Aktienmärkte nimmt zu", sagte Lukman Otunuga, Chefanalyst beim Broker FXTM. "Die Märkte werden diese Woche von mehreren Seiten in die Zange genommen." Vertreter der USA und des Iran sprachen getrennt mit Vermittlern, um den seit sieben Monaten andauernden Krieg zu beenden. US-Präsident Donald Trump wies jedoch Medienberichte zurück, wonach er dem Iran angeboten habe, Sanktionen zu lockern oder eingefrorene Gelder freizugeben. Die Hoffnung auf eine Annäherung sei eher Wunschdenken als das Ergebnis konkreter Vereinbarungen, sagte PVM-Analyst John Evans. "Warum sollte der US-Präsident sonst immer noch über ein Diesel-Exportverbot nachdenken?"
BONDRENDITEN STEUERN AUF 24-JAHRES-HOCH ZU
Die Preise für Nordsee-Rohöl Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) bauten dennoch ihre anfänglichen Gewinne wieder ab und gaben 1,5 bis 2,5 Prozent nach. Händlern und Schiffsdaten zufolge hat Saudi-Arabien die Ölverladungen von seinem Hafen Janbu am Roten Meer wieder aufgenommen, nachdem die Ost-West-Pipeline wieder in Betrieb ging. Zudem stiegen die Rohölexporte der großen Nahost-Produzenten im September auf den höchsten Stand seit Februar. Dennoch verharrte der Preis für Brent bei mehr als 100 Dollar je Fass (159 Liter). "Es zeichnet sich ein klareres Bild von höheren Ölexportmengen aus der Golfregion ab, aber ein Großteil dieses Anstiegs beruht weiterhin auf Umgehungslösungen wie Schiff-zu-Schiff-Umladungen", kommentierte Tim Waterer, Chefanalyst bei KCM Trade. "Diese Methoden sind weniger effizient und kostspieliger als der Normalbetrieb, weshalb die Rohölpreise hoch bleiben."
Die anhaltend hohen Energiepreise schürten am Markt weiter Inflations- und Zinsängste. "Solange die Zinsen steigen, ist das Umfeld für die Aktienmärkte extrem schwierig", sagte QC-Partners-Experte Thomas Altmann. Die Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf bis zu 5,289 Prozent nach 5,242 Prozent am Montag und baute damit ihr 19-Jahres-Hoch aus. Steigt sie über 5,333 Prozent, erreicht sie den höchsten Stand seit April 2002.
ANTHROPIC SORGT FÜR AUFBRUCHSTIMMUNG
Im Fokus stand zugleich erneut das Thema Künstliche Intelligenz (KI). Chipwerte wie Marvell(MRVL.O), Micron(MU.O) und Broadcom(AVGO.O) legten um bis zu vier Prozent zu. Im Vorfeld des geplanten Börsengangs des KI-Spezialisten Anthropic sind Einzelheiten zur Finanzlage bekannt geworden. Aus dem Börsenprospekt ging hervor, dass der Konzern im vergangenen Jahr zwar stark gewachsen ist, aber auch höhere Verluste verzeichnete. Anthropic strebt bei seinem Börsengang eine Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar an. Zudem warteten Anleger auf Äußerungen von OpenAI-Chef Sam Altman auf einer Entwicklerkonferenz des Unternehmens.
Bei den Einzelwerten gab ein Medienbericht über den rasanten Geschäftserfolg des ChatGPT-Entwicklers OpenAI den Aktien von Oracle(ORCL.N) Auftrieb. Die Papiere des wichtigsten Anbieters von Recheninfrastruktur für OpenAI gewannen mehr als fünf Prozent. Der jährlich wiederkehrende Umsatz von OpenAI nähere sich der Marke von 70 Milliarden Dollar, berichtete das Nachrichtenportal Axios.
Gefragt waren auch die Titel des US-Kreuzfahrtanbieters Carnival(CCL.N), die nach einer Prognoseerhöhung um mehr als zwölf Prozent kletterten. Die Titel der Konkurrenten Norwegian Cruise Line(NCLH.N) und Royal Caribbean Cruises(RCL.N) legten in Carnivals Kielwasser um rund vier und sechs Prozent zu. Kreuzfahrtanbieter profitieren derzeit davon, dass wohlhabende Reisende trotz der unsicheren Wirtschaftslage weiterhin auf Erlebnisse wie Seereisen setzen.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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