21.09.26
18:15
Reuters
| * Ölpreisrückgang hebt Kauflaune |
| * AI-Erholung treibt Nasdaq-Index um zwei Prozent |
| * AMD knackt Ein-Billion-Dollar-Marke |
| * Insider: Paramount legt Streit um Milliardenfusion bei |
| (Schwerpunkt Wall Street) |
| 21. Sep (Reuters) - Gefallene Ölpreise und die weiter |
| boomende KI-Nachfrage haben Anleger an der Wall Street wieder |
| zuversichtlich gestimmt. Der Index der Technologiebörse |
| Nasdaq(.IXIC) profitierte besonders von einer Rally bei |
| Technologiewerten und kletterte um zwei Prozent auf 27.052 |
| Punkte. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte zog am |
| Montag 0,7 Prozent auf 52.055 Punkte an. Der breiter gefasste |
| S&P 500(.SPX) gewann 1,4 Prozent auf 7760 Zähler. "Vielleicht |
| war die Lage letzte Woche ein wenig apokalyptisch, und jetzt |
| entspannt sie sich wieder etwas", konstatierte Chris Beauchamp, |
| Stratege bei IG. |
Für Erleichterung sorgte vor allem, dass der Ölpreis von mehr als 109 Dollar je Barrel in der vergangenen Woche wieder unter die Marke von 100 Dollar fiel. Der rapide Anstieg bei den Preisen am Rohölmarkt hatte die Furcht vor einem Zinserhöhungszyklus befeuert. Daten des Analyseunternehmens Kpler zeigten, dass sich die Exporte aus Saudi-Arabien im September bislang auf knapp über vier Millionen Barrel pro Tag erholt hatten, nachdem sie im August auf 2,4 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen waren. Zudem gab es Berichte, denen zufolge die wichtigste Ost-West-Pipeline des Landes rasch wieder in Gang gebracht werden sollte, nachdem diese bei Angriffen beschädigt werden war.
Gleichzeitig keimte Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt auf. Händler verwiesen auf die Generalversammlung der Vereinten Nationen in dieser Woche. US-Präsident Donald Trump hatte sich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gezeigt. "Wir haben den lokalen Höhepunkt der Spannungen hinter uns und sollten in den kommenden Wochen eine Bewegung in Richtung Normalisierung sehen", sagte Mohit Kumar, Volkswirt bei Jefferies.
Der Rückgang der Ölpreise drückte auch die Renditen von US-Staatsanleihen. Die zehnjährige US-Anleihe rentierte wieder unter der viel beachteten Marke von fünf Prozent. Dennoch blicken Anleger weiter mit Sorge auf die Zinsaussichten, nachdem die US-Notenbank Fed die Zinsen jüngst zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben hatte. Es gebe "keine Unklarheiten" bei der Notwendigkeit höherer Zinsen, da der Inflationsdruck nun über Zölle und Energiepreise hinaus auch auf eine starke Nachfrage zurückzuführen sei, sagte der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee.
Bei den Technologiewerten ließ die Aussicht auf weiter hohe Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) Anleger zugreifen. So kündigte Accenture(ACN.N) eine Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic an. Accenture-Aktien stiegen zeitweise um mehr als sechs Prozent, bevor sie ihre Gewinne auf rund drei Prozent eingrenzten. Auch Chip-Werte waren gefragt. Intel (INTC.O) verteuerten sich um zwölf Prozent. Anleger zeigten sich beruhigt nach Daten, die darauf hindeuteten, dass die Ausgaben für KI weiter steigen. Dies ließ die Weltuntergangsstimmung nach Warnungen von Chefs führender KI-Konzerne in den Hintergrund treten.
Advanced Micro Devices (AMD)(AMD.O) verteuerte sich um bis zu zehn Prozent und wurde damit zum jüngsten Chiphersteller, der eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar erreichte. "Die Begeisterung für den Ausbau und den Einsatz von KI hat in den letzten Jahren einen großen Teil des Wachstums bei den Unternehmensgewinnen und einen Großteil der Kursgewinne an der Börse vorangetrieben", sagte Chris Zaccarelli, Investmentchef bei Northlight Asset Management.
Für gute Stimmung sorgte zudem ein Bericht, wonach Paramount Skydance(PSKY.O) eine Einigung im Streit um die geplante Fusion mit Warner Bros Discovery(WBD.O) erzielt hat. Die Paramount-Aktie legte um bis zu 12,5 Prozent zu. Der TV- und Filmkonzern hat sich einem Insider zufolge mit zwölf US-Bundesstaaten geeinigt, die gegen seine geplante 110-Milliarden-Dollar-Fusion mit Warner Bros Discovery(WBD.O) geklagt hatten.
Der Bitcoin (BTC=) als Indikator für die Risikobereitschaft stieg um sechs Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch und verhalf Aktien wie Coinbase(COIN.O) und Strategy(MSTR.O) zu Kursgewinnen. Die Aussicht auf eine erweiterte US-Militärpräsenz in Grönland gab zudem Aktien von US-Unternehmen mit Bezug zu der Insel Auftrieb.
(Bericht von Johann M Cherian und Tharuniyaa Lakshmi, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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21.09.26
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(Schwerpunkt Wall Street) 21. Sep (Reuters) - Gefallene Ölpreise und die weiter boomende KI-Nachfrage haben Anleger an der Wall Street wieder zuversichtlich gestimmt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) profitierte besonders von einer Rally bei Technologiewerten und kletterte um zwei Prozent auf 27.052 Punkte. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte zog am Montag 0,7 Prozent auf 52.055 Punkte an. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gewann 1,4 Prozent auf 7760 Zähler. "Vielleicht war die Lage letzte Woche ein wenig apokalyptisch, und jetzt entspannt sie sich wieder etwas", konstatierte Chris Beauchamp, Stratege bei IG.
Für Erleichterung sorgte vor allem, dass der Ölpreis von mehr als 109 Dollar je Barrel in der vergangenen Woche wieder unter die Marke von 100 Dollar fiel. Der rapide Anstieg bei den Preisen am Rohölmarkt hatte die Furcht vor einem Zinserhöhungszyklus befeuert. Daten des Analyseunternehmens Kpler zeigten, dass sich die Exporte aus Saudi-Arabien im September bislang auf knapp über vier Millionen Barrel pro Tag erholt hatten, nachdem sie im August auf 2,4 Millionen Barrel pro Tag eingebrochen waren. Zudem gab es Berichte, denen zufolge die wichtigste Ost-West-Pipeline des Landes rasch wieder in Gang gebracht werden sollte, nachdem diese bei Angriffen beschädigt werden war.
Gleichzeitig keimte Hoffnung auf diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt auf. Händler verwiesen auf die Generalversammlung der Vereinten Nationen in dieser Woche. US-Präsident Donald Trump hatte sich offen für ein Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian gezeigt. "Wir haben den lokalen Höhepunkt der Spannungen hinter uns und sollten in den kommenden Wochen eine Bewegung in Richtung Normalisierung sehen", sagte Mohit Kumar, Volkswirt bei Jefferies.
Der Rückgang der Ölpreise drückte auch die Renditen von US-Staatsanleihen. Die zehnjährige US-Anleihe rentierte wieder unter der viel beachteten Marke von fünf Prozent. Dennoch blicken Anleger weiter mit Sorge auf die Zinsaussichten, nachdem die US-Notenbank Fed die Zinsen jüngst zum ersten Mal seit drei Jahren angehoben hatte. Es gebe "keine Unklarheiten" bei der Notwendigkeit höherer Zinsen, da der Inflationsdruck nun über Zölle und Energiepreise hinaus auch auf eine starke Nachfrage zurückzuführen sei, sagte der Präsident der Chicago Fed, Austan Goolsbee.
Bei den Technologiewerten ließ die Aussicht auf weiter hohe Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) Anleger zugreifen. So kündigte Accenture(ACN.N) eine Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic an. Accenture-Aktien stiegen zeitweise um mehr als sechs Prozent, bevor sie ihre Gewinne auf rund drei Prozent eingrenzten. Auch Chip-Werte waren gefragt. Intel (INTC.O) verteuerten sich um zwölf Prozent. Anleger zeigten sich beruhigt nach Daten, die darauf hindeuteten, dass die Ausgaben für KI weiter steigen. Dies ließ die Weltuntergangsstimmung nach Warnungen von Chefs führender KI-Konzerne in den Hintergrund treten.
Advanced Micro Devices (AMD)(AMD.O) verteuerte sich um bis zu zehn Prozent und wurde damit zum jüngsten Chiphersteller, der eine Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar erreichte. "Die Begeisterung für den Ausbau und den Einsatz von KI hat in den letzten Jahren einen großen Teil des Wachstums bei den Unternehmensgewinnen und einen Großteil der Kursgewinne an der Börse vorangetrieben", sagte Chris Zaccarelli, Investmentchef bei Northlight Asset Management.
Für gute Stimmung sorgte zudem ein Bericht, wonach Paramount Skydance(PSKY.O) eine Einigung im Streit um die geplante Fusion mit Warner Bros Discovery(WBD.O) erzielt hat. Die Paramount-Aktie legte um bis zu 12,5 Prozent zu. Der TV- und Filmkonzern hat sich einem Insider zufolge mit zwölf US-Bundesstaaten geeinigt, die gegen seine geplante 110-Milliarden-Dollar-Fusion mit Warner Bros Discovery(WBD.O) geklagt hatten.
Der Bitcoin (BTC=) als Indikator für die Risikobereitschaft stieg um sechs Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch und verhalf Aktien wie Coinbase(COIN.O) und Strategy(MSTR.O) zu Kursgewinnen. Die Aussicht auf eine erweiterte US-Militärpräsenz in Grönland gab zudem Aktien von US-Unternehmen mit Bezug zu der Insel Auftrieb.
(Bericht von Johann M Cherian und Tharuniyaa Lakshmi, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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