15.09.26
10:45
Reuters
Frankfurt, 15. Sep (Reuters) - Pessimistische Äußerungen vom Chef der Bank of America (BofA) schicken den Bankensektor auf Talfahrt. Die Aktien der Deutschen Bank(DBKGn.DE) brechen in der Spitze gut vier Prozent ein und halten damit zeitweise die rote Laterne im Dax. Auch die Titel der Deutsche-Bank-Tochter DWS(DWSG.DE) geben bis zu rund fünf Prozent nach und gehören damit zu den schwächsten Werten im MDax. Die Aktien des Schweizer Kreditinstituts UBS(UBSG.S) rutschen in der Spitze 5,8 Prozent ab und sind damit Schlusslicht im Schweizer Blue-Chip-Index(.SSMI). Ein Händler sowie Analysten verwiesen auf Aussagen von BofA-Chef Brian Moynihan am Vortag.
"Die Aussagen des CEO der Bank of America, Moynihan, fegt derzeit wie ein Sturm durch die internationale Bankenszene und zeigen die Grenzen des Wachstums in der Bankenbranche auf", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. "Die Wachstumsaussichten scheinen für die Investmentbanken und Vermögensverwalter zunehmend abzunehmen." Die Bank of America rechnet nach den Worten ihres Chefs im dritten Quartal mit einem Rückgang ihrer Investmentbanking-Gebühren um mindestens zehn Prozent. Zugleich dürften die Umsätze im Bereich Sales und Trading unverändert bleiben. "Was wir beobachten, ist, dass der Markt im Investmentbanking insgesamt um etwa zehn Prozent zurückgegangen ist", sagte Moynihan am Montag auf der globalen Finanzdienstleistungskonferenz von Barclays.
Zugleich warnte der BofA-Chef davor, dass steigende Zinsen die Nachfrage nach Finanzierungen teilweise dämpfen würden. Die Pipeline an Transaktionen sei aber weiterhin gut gefüllt. "Wenn eine solch große Investmentbank Rückgänge bei den Invetsmentbanking-Gebühren ankündigt, bleibt das für die ganze Branche nicht folgenlos", kommentierte Lipkow. Auch die steigenden Anleiherenditen seien ein Belastungsfaktor. Zum einen könnten Anleger von Aktien in Anleihen umschichten. Zum anderen werde bei der Verwaltung von Anleihen eine geringere Verwaltungsgebühr erhoben und die Umschlagsgeschwindigkeit sei wesentlich geringer. "Diese Doppelpackung macht nun den Aktien der Deutschen Bank und der DWS zu schaffen."
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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Frankfurt, 15. Sep (Reuters) - Pessimistische Äußerungen vom Chef der Bank of America (BofA) schicken den Bankensektor auf Talfahrt. Die Aktien der Deutschen Bank(DBKGn.DE) brechen in der Spitze gut vier Prozent ein und halten damit zeitweise die rote Laterne im Dax. Auch die Titel der Deutsche-Bank-Tochter DWS(DWSG.DE) geben bis zu rund fünf Prozent nach und gehören damit zu den schwächsten Werten im MDax. Die Aktien des Schweizer Kreditinstituts UBS(UBSG.S) rutschen in der Spitze 5,8 Prozent ab und sind damit Schlusslicht im Schweizer Blue-Chip-Index(.SSMI). Ein Händler sowie Analysten verwiesen auf Aussagen von BofA-Chef Brian Moynihan am Vortag.
"Die Aussagen des CEO der Bank of America, Moynihan, fegt derzeit wie ein Sturm durch die internationale Bankenszene und zeigen die Grenzen des Wachstums in der Bankenbranche auf", kommentierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. "Die Wachstumsaussichten scheinen für die Investmentbanken und Vermögensverwalter zunehmend abzunehmen." Die Bank of America rechnet nach den Worten ihres Chefs im dritten Quartal mit einem Rückgang ihrer Investmentbanking-Gebühren um mindestens zehn Prozent. Zugleich dürften die Umsätze im Bereich Sales und Trading unverändert bleiben. "Was wir beobachten, ist, dass der Markt im Investmentbanking insgesamt um etwa zehn Prozent zurückgegangen ist", sagte Moynihan am Montag auf der globalen Finanzdienstleistungskonferenz von Barclays.
Zugleich warnte der BofA-Chef davor, dass steigende Zinsen die Nachfrage nach Finanzierungen teilweise dämpfen würden. Die Pipeline an Transaktionen sei aber weiterhin gut gefüllt. "Wenn eine solch große Investmentbank Rückgänge bei den Invetsmentbanking-Gebühren ankündigt, bleibt das für die ganze Branche nicht folgenlos", kommentierte Lipkow. Auch die steigenden Anleiherenditen seien ein Belastungsfaktor. Zum einen könnten Anleger von Aktien in Anleihen umschichten. Zum anderen werde bei der Verwaltung von Anleihen eine geringere Verwaltungsgebühr erhoben und die Umschlagsgeschwindigkeit sei wesentlich geringer. "Diese Doppelpackung macht nun den Aktien der Deutschen Bank und der DWS zu schaffen."
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)