09.09.26
07:50
Reuters
Frankfurt, 09. Sep (Reuters) - Der Ölpreis ist am Mittwoch erstmals seit Mitte Juli wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel gesprungen. Anleger befürchten wegen der eskalierenden Angriffe im Nahen Osten eine Unterbrechung der Öllieferungen aus der Region. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um 2,2 Prozent auf 100,07 Dollar. Die US-Sorte WTI(CLc1) legte um 1,8 Prozent auf 94,73 Dollar zu. Seit Anfang August ist der Preis für Brent-Öl um ein Viertel gestiegen, da die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung des seit sechs Monaten andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran schwindet. Vor Beginn des Krieges hatte der Preis bei rund 70 Dollar gelegen.
Der Konflikt verschärfte sich zuletzt. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen griffen mehrere saudische Städte an. Zudem trafen US-Streitkräfte mehrere iranische Öltanker. Der Iran wiederum nahm einen US-Stützpunkt in Jordanien ins Visier und griff Schiffe an. Die Versorgungslage ist bereits durch Schläge gegen die Energieinfrastruktur und wichtige Schifffahrtsrouten in der Region angespannt.
Analysten zufolge könnten anhaltende Angriffe die Bemühungen erschweren, die Öllieferungen zu den Weltmärkten aufrechtzuerhalten, auch wenn Saudi-Arabien bereits einige Exporte um die Straße von Hormus herumgeleitet hat. Mehrere Banken, darunter Goldman Sachs, die Bank of America und HSBC, haben in den letzten Tagen ihre Ölpreisprognosen angehoben.
Höhere Ölpreise schüren an den Finanzmärkten Inflationsängste, da viele Volkswirtschaften stark von Energieimporten abhängig sind. "Ein Preis von 100 Dollar für Brent sollte nicht nur als psychologischer Meilenstein betrachtet werden. Dies ist ein Warnsignal für die gesamte Wirtschaft", sagte Priyanka Sachdeva, leitende Marktanalystin bei Phillip Nova. Höhere Ölpreise führen zumeist auch zu höheren Benzinpreisen, was potenziell zu Unmut in der Bevölkerung über ihre jeweiligen Regierung führt.
(Bericht von Sethuraman N R und Anika Ross. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Frankfurt, 09. Sep (Reuters) - Der Ölpreis ist am Mittwoch erstmals seit Mitte Juli wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel gesprungen. Anleger befürchten wegen der eskalierenden Angriffe im Nahen Osten eine Unterbrechung der Öllieferungen aus der Region. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent(LCOc1) verteuerte sich um 2,2 Prozent auf 100,07 Dollar. Die US-Sorte WTI(CLc1) legte um 1,8 Prozent auf 94,73 Dollar zu. Seit Anfang August ist der Preis für Brent-Öl um ein Viertel gestiegen, da die Hoffnung auf eine dauerhafte Lösung des seit sechs Monaten andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran schwindet. Vor Beginn des Krieges hatte der Preis bei rund 70 Dollar gelegen.
Der Konflikt verschärfte sich zuletzt. Die vom Iran unterstützten Huthi im Jemen griffen mehrere saudische Städte an. Zudem trafen US-Streitkräfte mehrere iranische Öltanker. Der Iran wiederum nahm einen US-Stützpunkt in Jordanien ins Visier und griff Schiffe an. Die Versorgungslage ist bereits durch Schläge gegen die Energieinfrastruktur und wichtige Schifffahrtsrouten in der Region angespannt.
Analysten zufolge könnten anhaltende Angriffe die Bemühungen erschweren, die Öllieferungen zu den Weltmärkten aufrechtzuerhalten, auch wenn Saudi-Arabien bereits einige Exporte um die Straße von Hormus herumgeleitet hat. Mehrere Banken, darunter Goldman Sachs, die Bank of America und HSBC, haben in den letzten Tagen ihre Ölpreisprognosen angehoben.
Höhere Ölpreise schüren an den Finanzmärkten Inflationsängste, da viele Volkswirtschaften stark von Energieimporten abhängig sind. "Ein Preis von 100 Dollar für Brent sollte nicht nur als psychologischer Meilenstein betrachtet werden. Dies ist ein Warnsignal für die gesamte Wirtschaft", sagte Priyanka Sachdeva, leitende Marktanalystin bei Phillip Nova. Höhere Ölpreise führen zumeist auch zu höheren Benzinpreisen, was potenziell zu Unmut in der Bevölkerung über ihre jeweiligen Regierung führt.
(Bericht von Sethuraman N R und Anika Ross. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)