08.09.26
10:19
Reuters
London, 08. Sep (Reuters) - Der sich zuspitzende Konflikt im Nahen Osten und niedrige Füllstände der Gasspeicher treiben die Gaspreise in Europa auf den höchsten Stand seit Januar 2023. Der europäische Gas-Future(TRNLTTFMc1) zog in der Spitze um drei Prozent auf bis zu 75,60 Euro je Megawattstunde (MWh). Niedrige Lagerbestände in Europa befeuerten die Sorgen über Versorgungsengpässe im Winter. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe sind die europäischen Gasspeicher derzeit zu 66,90 Prozent gefüllt. "Damit ist Europa in hohem Maße anfällig für zukünftige Schocks, sei es auf der Angebotsseite, wie etwa weitere LNG-Lieferengpässe, oder auf der Nachfrageseite, wie beispielsweise ein Kälteeinbruch", sagte Andy Sommer, Energiemarkt-Experte bei Axpo.
Der deutsche Gasspeicherverband Ines warnte angesichts historisch niedriger Füllstände ebenfalls vor Engpässen bei der Erdgasversorgung im kommenden Winter. Die im Vergleich zu den Vorjahren geringe Befüllung der Gasspeicher ist seit Monaten ein Thema. Als Grund für die schleppende Einspeicherung nennt der Verband die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auf die sich der Iran-Krieg auswirkt.
Die Gaspreise in Europa müssen hoch bleiben, um LNG-Lieferungen anzulocken, sagten Analysten von Engie EnergyScan. "Solange die LNG-Exporte Katars nicht wieder aufgenommen werden oder die Zahlungsbereitschaft der asiatischen Käufer nicht sinkt, bleibt den europäischen Käufern nichts anderes übrig, als weiterhin zu überbieten", hieß es in einer Forschungsnotiz.
Die Lage im Nahen Osten blieb unterdessen angespannt. "Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hat sich Berichten zufolge verlangsamt, nachdem der Iran vor Vergeltungsmaßnahmen im Falle weiterer US-Militäraktionen gewarnt hatte", sagte LSEG-Analyst Yuriy Onyshkiv. Der Iran drohte den USA mit einem "Wirtschaftskrieg" und gab an, eine moderne Rakete auf US-Kriegsschiffe abgefeuert zu haben. Zudem legten Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen Behördenangaben zufolge mehrere saudische Energieanlagen lahm.
(Bericht von Susanna Twidale, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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Reuters
London, 08. Sep (Reuters) - Der sich zuspitzende Konflikt im Nahen Osten und niedrige Füllstände der Gasspeicher treiben die Gaspreise in Europa auf den höchsten Stand seit Januar 2023. Der europäische Gas-Future(TRNLTTFMc1) zog in der Spitze um drei Prozent auf bis zu 75,60 Euro je Megawattstunde (MWh). Niedrige Lagerbestände in Europa befeuerten die Sorgen über Versorgungsengpässe im Winter. Laut Daten von Gas Infrastructure Europe sind die europäischen Gasspeicher derzeit zu 66,90 Prozent gefüllt. "Damit ist Europa in hohem Maße anfällig für zukünftige Schocks, sei es auf der Angebotsseite, wie etwa weitere LNG-Lieferengpässe, oder auf der Nachfrageseite, wie beispielsweise ein Kälteeinbruch", sagte Andy Sommer, Energiemarkt-Experte bei Axpo.
Der deutsche Gasspeicherverband Ines warnte angesichts historisch niedriger Füllstände ebenfalls vor Engpässen bei der Erdgasversorgung im kommenden Winter. Die im Vergleich zu den Vorjahren geringe Befüllung der Gasspeicher ist seit Monaten ein Thema. Als Grund für die schleppende Einspeicherung nennt der Verband die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, auf die sich der Iran-Krieg auswirkt.
Die Gaspreise in Europa müssen hoch bleiben, um LNG-Lieferungen anzulocken, sagten Analysten von Engie EnergyScan. "Solange die LNG-Exporte Katars nicht wieder aufgenommen werden oder die Zahlungsbereitschaft der asiatischen Käufer nicht sinkt, bleibt den europäischen Käufern nichts anderes übrig, als weiterhin zu überbieten", hieß es in einer Forschungsnotiz.
Die Lage im Nahen Osten blieb unterdessen angespannt. "Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus hat sich Berichten zufolge verlangsamt, nachdem der Iran vor Vergeltungsmaßnahmen im Falle weiterer US-Militäraktionen gewarnt hatte", sagte LSEG-Analyst Yuriy Onyshkiv. Der Iran drohte den USA mit einem "Wirtschaftskrieg" und gab an, eine moderne Rakete auf US-Kriegsschiffe abgefeuert zu haben. Zudem legten Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen Behördenangaben zufolge mehrere saudische Energieanlagen lahm.
(Bericht von Susanna Twidale, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte))