24.08.26
17:05
Reuters
* Warten auf Pressekonferenz zu Iran-Sanktionen
* Unruhe durch neuen Handelsstreit von USA und Kanada
* Spannung vor Nvidia-Zahlen drückt Technologiewerte
* Anleiherenditen stabilisieren sich - Jackson Hole im Blick
(Neu: Aktualisierte Aktienkurse)
Frankfurt, 24. Aug (Reuters) - Die Furcht vor einer Eskalation im Nahen Osten und Kursverluste bei Technologieaktien haben die US-Börsen am Montag belastet. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte stieg bis zur Mitte des Handelstages zwar um 0,3 Prozent auf 53.423 Punkte, gestützt von Gewinnen im Finanzsektor. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gab jedoch 0,2 Prozent auf 7661 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) verlor 0,4 Prozent auf 26.081 Punkte.
Mit Spannung warten die Anleger auf eine geplante Pressekonferenz mit US-Finanzminister Scott Bessent zu den am Donnerstag angekündigten Sanktionen gegen den Iran. Bessent hatte vor einem "wirtschaftlichen D-Day" gewarnt. Für Unruhe sorgte zudem US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung, ab dem 1. Januar Zölle von 50 Prozent auf kanadische Autos und Autoteile zu erheben. Nach den gescheiterten Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada gaben sich die beiden Nachbarn gegenseitig die Schuld. Die Aktien der Autobauer Ford(F.N) und General Motors(GM.N) fielen um 3,9 und 1,9 Prozent. Die Titel amerikanischer Stahl- und Aluminiumproduzenten wie Cleveland-Cliffs(CLF.N) oder Century Aluminum(CENX.O) verbuchten jedoch Gewinne.
Unter Druck gerieten vor allem Halbleiterwerte. Der Branchenindex(.SOX) fiel um 2,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Die Papiere von Nvidia(NVDA.O) gaben gut zwei Prozent nach, Micron Technology(MU.O) und Broadcom(AVGO.O) verloren 5,8 beziehungsweise 1,7 Prozent. Die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch gelten als wichtiger Stimmungstest für den Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Jedes Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung könnte die Sorge über überzogene Bewertungen neu entfachen. "Der Chip-Sektor ist überhitzt. Ich weiß einfach nicht, welche guten Nachrichten nicht bereits eingepreist sind", sagte Marta Norton, Chefstrategin bei Empower.
Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit der Börsianer auf die US-Daten zu den privaten Konsumausgaben (PCE) am Mittwoch und auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole ab Donnerstag. Davon erhoffen sich Anleger Hinweise auf den künftigen Kurs in der Zinspolitik. "Jedes Wort dürfte auf die Goldwaage gelegt werden, denn die hohen Renditen am Anleihemarkt bleiben ein Thema für die kommenden Wochen", sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Die überbordenden Zinskosten belasteten die Staatshaushalte und engten den finanziellen Spielraum der Regierungen immer stärker ein. Gleichzeitig würden Anleihen wieder zu einer echten Alternative zu Aktien.
Die Anleger griffen am Montag bei Staatsanleihen zu, was die Renditen leicht nach unten drückte. Die zehnjährigen Bundesanleihen(DE10YT=RR) rentierten jedoch mit 3,249 Prozent weiterhin nur leicht unter ihrem am Donnerstag erreichten 15-Jahres-Hoch von 3,275 Prozent.
Der Goldpreis(XAU=) stieg indes auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Eine Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 4673 Dollar. Die schwächere US-Devise(.DXY) machte das in Dollar gehandelte Edelmetall für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Damit setzte Gold seinen Aufwärtstrend der Vorwoche fort, als es sich um mehr als fünf Prozent verteuert hatte. "Die Stabilisierung des Goldpreises über 4600 Dollar und das Potenzial für weitere Gewinne hängen stark davon ab, ob der US-Dollar unter Druck bleibt und die Renditen von Staatsanleihen auf dem aktuellen Niveau stabil bleiben oder weiter sinken", sagte Analyst Ricardo Evangelista von ActivTrades.
(Bericht von Purvi Agarwal, Niket Nishant und Arasu Kannagi Basil. Geschrieben von Sanne Schimanski und Sabine Wollrab. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
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Mit Spannung warten die Anleger auf eine geplante Pressekonferenz mit US-Finanzminister Scott Bessent zu den am Donnerstag angekündigten Sanktionen gegen den Iran. Bessent hatte vor einem "wirtschaftlichen D-Day" gewarnt. Für Unruhe sorgte zudem US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung, ab dem 1. Januar Zölle von 50 Prozent auf kanadische Autos und Autoteile zu erheben. Nach den gescheiterten Verhandlungen über ein Handelsabkommen zwischen den USA und Kanada gaben sich die beiden Nachbarn gegenseitig die Schuld. Die Aktien der Autobauer Ford(F.N) und General Motors(GM.N) fielen um 3,9 und 1,9 Prozent. Die Titel amerikanischer Stahl- und Aluminiumproduzenten wie Cleveland-Cliffs(CLF.N) oder Century Aluminum(CENX.O) verbuchten jedoch Gewinne.
Unter Druck gerieten vor allem Halbleiterwerte. Der Branchenindex(.SOX) fiel um 2,6 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Wochen. Die Papiere von Nvidia(NVDA.O) gaben gut zwei Prozent nach, Micron Technology(MU.O) und Broadcom(AVGO.O) verloren 5,8 beziehungsweise 1,7 Prozent. Die Quartalszahlen von Nvidia am Mittwoch gelten als wichtiger Stimmungstest für den Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI). Jedes Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung könnte die Sorge über überzogene Bewertungen neu entfachen. "Der Chip-Sektor ist überhitzt. Ich weiß einfach nicht, welche guten Nachrichten nicht bereits eingepreist sind", sagte Marta Norton, Chefstrategin bei Empower.
Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit der Börsianer auf die US-Daten zu den privaten Konsumausgaben (PCE) am Mittwoch und auf das Notenbankertreffen in Jackson Hole ab Donnerstag. Davon erhoffen sich Anleger Hinweise auf den künftigen Kurs in der Zinspolitik. "Jedes Wort dürfte auf die Goldwaage gelegt werden, denn die hohen Renditen am Anleihemarkt bleiben ein Thema für die kommenden Wochen", sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets. Die überbordenden Zinskosten belasteten die Staatshaushalte und engten den finanziellen Spielraum der Regierungen immer stärker ein. Gleichzeitig würden Anleihen wieder zu einer echten Alternative zu Aktien.
<h5 align=center> ANLEIHERENDITEN MIT VERSCHNAUFPAUSE </h5>Die Anleger griffen am Montag bei Staatsanleihen zu, was die Renditen leicht nach unten drückte. Die zehnjährigen Bundesanleihen(DE10YT=RR) rentierten jedoch mit 3,249 Prozent weiterhin nur leicht unter ihrem am Donnerstag erreichten 15-Jahres-Hoch von 3,275 Prozent.
Der Goldpreis(XAU=) stieg indes auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Eine Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 4673 Dollar. Die schwächere US-Devise(.DXY) machte das in Dollar gehandelte Edelmetall für Anleger aus anderen Währungsräumen günstiger. Damit setzte Gold seinen Aufwärtstrend der Vorwoche fort, als es sich um mehr als fünf Prozent verteuert hatte. "Die Stabilisierung des Goldpreises über 4600 Dollar und das Potenzial für weitere Gewinne hängen stark davon ab, ob der US-Dollar unter Druck bleibt und die Renditen von Staatsanleihen auf dem aktuellen Niveau stabil bleiben oder weiter sinken", sagte Analyst Ricardo Evangelista von ActivTrades.
(Bericht von Purvi Agarwal, Niket Nishant und Arasu Kannagi Basil. Geschrieben von Sanne Schimanski und Sabine Wollrab. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)
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