19.08.26
20:29
Reuters
* Bondrenditen gehen zurück
* Kursexplosion bei Moderna
(Neu: Schlusskurse USA)
New York, 19. Aug (Reuters) - Die US-Börsen haben am Mittwoch etwas fester geschlossen. Sinkende Renditen bei Staatsanleihen kurbelten die Risikobereitschaft der Anleger an. Ein Kurssprung von fast 180 Prozent bei den Aktien des Impfstoffherstellers Moderna trieb auch viele andere Werte aus dem Gesundheitssektor an.
Alle drei Indizes schlossen 0,2 Prozent fester. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) stand damit bei 53.463 Punkten, der technologielastige Nasdaq(.IXIC) bei 26.331 Zählern und der breit gefasste S&P 500(.SPX) bei 7708 Stellen.
Anleger reagierten kaum auf das Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve, das eine zunehmende Besorgnis über die Inflation zeigte - wobei mehrere Entscheidungsträger bereit waren, die Zinsen anzuheben. Viele sagten, eine Zinserhöhung sei notwendig, falls die Inflation nicht auf das 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank zurückgehen sollte.
Doch einen Tag, nachdem die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe (US30YT=RR) ihren höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte, fiel sie am Mittwoch ebenso wie die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe (US10YT=RR). Diese Entwicklung folgte auf die Ankündigung des US-Finanzministeriums, das Volumen der Rückkaufmaßnahmen zur Liquiditätsunterstützung für längerfristige Anleihen zu verdoppeln.
"Die risikofreudigen Anleger versuchen, sich an der Rettungsleine festzuhalten, die Finanzminister Bessent geworfen hat", sagte Carol Schleif, Chefmarktstrategin bei BMO Private Wealth. Sie wies darauf hin, dass risikoreichere Anlagen, darunter Technologieaktien, in den letzten Tagen angesichts steigender Anleiherenditen Abverkäufe verzeichnet hatten.
Sorgen über die explodierende Staatsverschuldung und die steigende Inflation hatten die weltweiten Anleiherenditen am Dienstag auf Mehrjahreshochs getrieben. Schleif erklärte, die Anleger seien durch die staatliche Unterstützung erleichtert, da höhere Zinsen potenziell den KI-Handel beeinträchtigen könnten, da Technologieunternehmen Anleihen und Aktien ausgeben und ihre eigenen Barmittel zur Finanzierung des Baus von Rechenzentren für KI nutzen.
Im Verlauf des Handelstages gaben die Aktienindizes höhere Gewinne aus dem frühen Handel weitgehend ab. Jim Baird, Chief Investment Officer bei Plante Moran Financial Advisors, erklärte, dass Anleger nach der anfänglichen Rally wahrscheinlich einige Gewinne mitgenommen hätten. Schließlich sei das längerfristige Problem höherer Zinsen nicht vom Tisch.
Moderna (MRNA.O) legten kräftig zu, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass seine gemeinsam mit Merck (MRK.N) entwickelte personalisierte mRNA-Krebstherapie in einer Studie im fortgeschrittenen Stadium das Risiko eines Wiederauftretens und einer Ausbreitung von Melanomen senkt. Auch Aktien von Merck (MRK.N) verzeichneten einen Kurssprung und waren der größte Gewinner im Blue-Chip-Index Dow. Die Kursrallye von Moderna beflügelte andere Firmen aus dem Gesundheitssektor wie Novavax (NVAX.O) und BioNTech(BNTX.O).
Die S&P-500-Aktien aus dem Bereich Informationstechnologie (.SPLRCT) gaben im Laufe des Handelstages nach, wobei Chip-Aktien die Verluste anführten. Marvell Technologies (MRVL.O) legten jedoch zu, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass es bei der Entwicklung der stark nachgefragten maßgeschneiderten Chips von Google mitwirken werde und dem Suchmaschinenriesen das Recht eingeräumt habe, eine Beteiligung im Wert von potenziell 12,2 Milliarden US-Dollar zu erwerben.
Aktien von Target(TGT.N) stiegen, nachdem der Einzelhändler seine Jahresumsatzprognose angehoben hatte. Lowe’s(LOW.N) legten zu, obwohl das Unternehmen seine Prognose für das Umsatzwachstum gesenkt hatte. Estée Lauder (EL.N) schossen in die Höhe, nachdem der Kosmetikhersteller einen Jahresgewinn prognostiziert hatte, der über den Schätzungen der Wall Street lag.
Der Ölpreis stieg weiter, die Sorte Brent kostet inzwischen 91,40 Dollar. Grund dafür ist laut Händlern, dass die Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin unklar sind. US-Präsident Donald Trump erklärte, es gebe keine Gespräche mit dem Iran und betonte, die Straße von Hormus sei offen. Der Iran erklärte indes, die Meerenge sei für die Schifffahrt weiterhin gesperrt.
(Bericht von Sinead Carew, geschrieben von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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(Neu: Schlusskurse USA) New York, 19. Aug (Reuters) - Die US-Börsen haben am Mittwoch etwas fester geschlossen. Sinkende Renditen bei Staatsanleihen kurbelten die Risikobereitschaft der Anleger an. Ein Kurssprung von fast 180 Prozent bei den Aktien des Impfstoffherstellers Moderna trieb auch viele andere Werte aus dem Gesundheitssektor an.
Alle drei Indizes schlossen 0,2 Prozent fester. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) stand damit bei 53.463 Punkten, der technologielastige Nasdaq(.IXIC) bei 26.331 Zählern und der breit gefasste S&P 500(.SPX) bei 7708 Stellen.
Anleger reagierten kaum auf das Protokoll der Juli-Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve, das eine zunehmende Besorgnis über die Inflation zeigte - wobei mehrere Entscheidungsträger bereit waren, die Zinsen anzuheben. Viele sagten, eine Zinserhöhung sei notwendig, falls die Inflation nicht auf das 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank zurückgehen sollte.
Doch einen Tag, nachdem die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe (US30YT=RR) ihren höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte, fiel sie am Mittwoch ebenso wie die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe (US10YT=RR). Diese Entwicklung folgte auf die Ankündigung des US-Finanzministeriums, das Volumen der Rückkaufmaßnahmen zur Liquiditätsunterstützung für längerfristige Anleihen zu verdoppeln.
"Die risikofreudigen Anleger versuchen, sich an der Rettungsleine festzuhalten, die Finanzminister Bessent geworfen hat", sagte Carol Schleif, Chefmarktstrategin bei BMO Private Wealth. Sie wies darauf hin, dass risikoreichere Anlagen, darunter Technologieaktien, in den letzten Tagen angesichts steigender Anleiherenditen Abverkäufe verzeichnet hatten.
Sorgen über die explodierende Staatsverschuldung und die steigende Inflation hatten die weltweiten Anleiherenditen am Dienstag auf Mehrjahreshochs getrieben. Schleif erklärte, die Anleger seien durch die staatliche Unterstützung erleichtert, da höhere Zinsen potenziell den KI-Handel beeinträchtigen könnten, da Technologieunternehmen Anleihen und Aktien ausgeben und ihre eigenen Barmittel zur Finanzierung des Baus von Rechenzentren für KI nutzen.
Im Verlauf des Handelstages gaben die Aktienindizes höhere Gewinne aus dem frühen Handel weitgehend ab. Jim Baird, Chief Investment Officer bei Plante Moran Financial Advisors, erklärte, dass Anleger nach der anfänglichen Rallye wahrscheinlich einige Gewinne mitgenommen hätten. Schließlich sei das längerfristige Problem höherer Zinsen nicht vom Tisch.
Moderna (MRNA.O) legten kräftig zu, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass seine gemeinsam mit Merck (MRK.N) entwickelte personalisierte mRNA-Krebstherapie in einer Studie im fortgeschrittenen Stadium das Risiko eines Wiederauftretens und einer Ausbreitung von Melanomen senkt. Auch Aktien von Merck (MRK.N) verzeichneten einen Kurssprung und waren der größte Gewinner im Blue-Chip-Index Dow. Die Kursrallye von Moderna beflügelte andere Firmen aus dem Gesundheitssektor wie Novavax (NVAX.O) und BioNTech(BNTX.O).
Die S&P-500-Aktien aus dem Bereich Informationstechnologie (.SPLRCT) gaben im Laufe des Handelstages nach, wobei Chip-Aktien die Verluste anführten. Marvell Technologies (MRVL.O) legten jedoch zu, nachdem das Unternehmen bekannt gegeben hatte, dass es bei der Entwicklung der stark nachgefragten maßgeschneiderten Chips von Google mitwirken werde und dem Suchmaschinenriesen das Recht eingeräumt habe, eine Beteiligung im Wert von potenziell 12,2 Milliarden US-Dollar zu erwerben.
Aktien von Target(TGT.N) stiegen, nachdem der Einzelhändler seine Jahresumsatzprognose angehoben hatte. Lowe’s(LOW.N) legten zu, obwohl das Unternehmen seine Prognose für das Umsatzwachstum gesenkt hatte. Estée Lauder (EL.N) schossen in die Höhe, nachdem der Kosmetikhersteller einen Jahresgewinn prognostiziert hatte, der über den Schätzungen der Wall Street lag.
Der Ölpreis stieg weiter, die Sorte Brent kostet inzwischen 91,40 Dollar. Grund dafür ist laut Händlern, dass die Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin unklar sind. US-Präsident Donald Trump erklärte, es gebe keine Gespräche mit dem Iran und betonte, die Straße von Hormus sei offen. Der Iran erklärte indes, die Meerenge sei für die Schifffahrt weiterhin gesperrt.
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