05.08.26
17:30
Reuters
* SpaceX und AMD nach Zahlen unter Druck
* Eli Lilly und Walt Disney im Aufwind
* Stühlerücken im KI-Geschäft von Alphabet drückt Aktie
* Ölpreise volatil - Iran-Gespräche im Fokus
(Neu: Kraft Heinz, Alphabet, Öl, Gold)
Frankfurt, 05. Aug (Reuters) - Nach uneinheitlich ausgefallenen Bilanzen wichtiger Unternehmen findet die Wall Street zur Wochenmitte keine klare Richtung. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Mittwoch ein Prozent höher bei 54.615 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) und der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) rückten um je rund ein halbes Prozent auf 7785 und 26.695 Zähler vor.
Für Verunsicherung sorgten vor allem negativ aufgenommene Quartalsergebnisse von SpaceX(SPCX.O). Die Titel des Weltraumkonzerns von Elon Musk rutschten nach Vorlage der Zahlen um acht Prozent ab. Obwohl das Unternehmen seinen Umsatz im vergangenen Quartal fast verdoppelte, verwiesen Manager auf weiterhin hohe Kosten. "Die Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) laufen aus dem Ruder, und es gibt keine Anzeichen, dass sich das in nächster Zeit verlangsamt", sagte Nic Puckrin, Analyst bei Coin Bureau.
Auch der Chipkonzern AMD konnte die Anleger mit seiner Quartalsbilanz nicht überzeugen, die Aktie rutschte um rund sechs Prozent ins Minus. Andere Halbleiterfirmen wie ON(ON.O) und Marvell(MRVL.O) gaben um rund 3,5 und ein Prozent nach.
Auch der Geschäftsausblick des US-Lebensmittelkonzerns Kraft Heinz(KHC.O) hat Anleger nicht überzeugt, woraufhin die Aktie um rund 3,5 Prozent abbröckelte.
Die Titel des Pharmakonzerns Eli Lilly(LLY.N) stiegen hingegen um rund drei Prozent. Im rasant wachsenden Markt für Abnehmmedikamente hat der US-Pharmakonzern seinen dänischen Rivalen Novo Nordisk(NOVOb.CO) im zweiten Quartal beim Wachstum deutlich abgehängt. Auch der Unterhaltungskonzern Walt Disney(DIS.N) und der Netzwerkausrüster Arista Networks(ANET.N) legten nach starken Zahlen zu.
Für Gesprächsstoff sorgte auch ein Stühlerücken in der KI-Sparte DeepMind der Alphabet(GOOGL.O)-Tochter Google. Der Nobelpreisträger Demis Hassabis gibt die Leitung von DeepMind ab, um in eine andere verantwortliche Position dort zu wechseln und den neuen Posten des Chefwissenschaftlers bei Alphabet zu übernehmen. Dies geht aus einem internen Memo hervor. Zugleich verließen mehrere führende Entwickler des KI-Modells Gemini das Unternehmen, darunter der erfahrene Ingenieur Jeff Dean, um ein eigenes Startup zu gründen. Alphabet gaben vier Prozent nach.
Die Anleger blickten zudem weiter auf die Lage im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump sagte, seine Regierung habe am Dienstag "sehr gute Gespräche" mit dem Iran geführt. Katar sprach ebenfalls von Fortschritten. Teheran wies jedoch zurück, dass Gespräche liefen. Die Ölpreise(LCOc1)(CLc1) sind seit Wochenbeginn deutlich gefallen. Anleger hoffen, dass bald eine Einigung zur Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die blockierte Straße von Hormus gibt. "Der Hauptstreitpunkt scheint zu sein, ob der Iran weiterhin auf einer gewissen Kontrolle über die Wasserstraße bestehen wird und ob die USA standhaft bleiben und dieses Ergebnis ablehnen werden", kommentierten die Analysten von IG.
Der Ölpreisrückgang der vergangenen Tage linderte die Inflationssorgen an den Börsen und ließ die Angst vor steigenden Zinsen in den USA etwas verblassen. Der Goldpreis(XAU=) profitierte davon und legte um gut vier Prozent auf rund 4243 Dollar je Feinunze zu. Gold verliert tendenziell an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.
Auch die jüngsten Konjunkturdaten linderten die Zinssorgen der Anleger: Der Stellenaufbau der US-Unternehmen hat sich im Juli spürbar verlangsamt, wie aus einer Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Nun warten Anleger auf den am Freitag anstehenden offiziellen Bericht des US-Arbeitsministeriums. Die US-Notenbank versucht, mit erhöhten Zinsen die Inflation in Schach zu halten und den heiß gelaufenen Jobmarkt abzukühlen.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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(Neu: Kraft Heinz, Alphabet, Öl, Gold) Frankfurt, 05. Aug (Reuters) - Nach uneinheitlich ausgefallenen Bilanzen wichtiger Unternehmen findet die Wall Street zur Wochenmitte keine klare Richtung. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Mittwoch ein Prozent höher bei 54.615 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) und der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) rückten um je rund ein halbes Prozent auf 7785 und 26.695 Zähler vor.
Für Verunsicherung sorgten vor allem negativ aufgenommene Quartalsergebnisse von SpaceX(SPCX.O). Die Titel des Weltraumkonzerns von Elon Musk rutschten nach Vorlage der Zahlen um acht Prozent ab. Obwohl das Unternehmen seinen Umsatz im vergangenen Quartal fast verdoppelte, verwiesen Manager auf weiterhin hohe Kosten. "Die Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) laufen aus dem Ruder, und es gibt keine Anzeichen, dass sich das in nächster Zeit verlangsamt", sagte Nic Puckrin, Analyst bei Coin Bureau.
Auch der Chipkonzern AMD konnte die Anleger mit seiner Quartalsbilanz nicht überzeugen, die Aktie rutschte um rund sechs Prozent ins Minus. Andere Halbleiterfirmen wie ON(ON.O) und Marvell(MRVL.O) gaben um rund 3,5 und ein Prozent nach.
ELI LILLY UND WALT DISNEY GEFRAGT Auch der Geschäftsausblick des US-Lebensmittelkonzerns Kraft Heinz(KHC.O) hat Anleger nicht überzeugt, woraufhin die Aktie um rund 3,5 Prozent abbröckelte.
Die Titel des Pharmakonzerns Eli Lilly(LLY.N) stiegen hingegen um rund drei Prozent. Im rasant wachsenden Markt für Abnehmmedikamente hat der US-Pharmakonzern seinen dänischen Rivalen Novo Nordisk(NOVOb.CO) im zweiten Quartal beim Wachstum deutlich abgehängt. Auch der Unterhaltungskonzern Walt Disney(DIS.N) und der Netzwerkausrüster Arista Networks(ANET.N) legten nach starken Zahlen zu.
Für Gesprächsstoff sorgte auch ein Stühlerücken in der KI-Sparte DeepMind der Alphabet(GOOGL.O)-Tochter Google. Der Nobelpreisträger Demis Hassabis gibt die Leitung von DeepMind ab, um in eine andere verantwortliche Position dort zu wechseln und den neuen Posten des Chefwissenschaftlers bei Alphabet zu übernehmen. Dies geht aus einem internen Memo hervor. Zugleich verließen mehrere führende Entwickler des KI-Modells Gemini das Unternehmen, darunter der erfahrene Ingenieur Jeff Dean, um ein eigenes Startup zu gründen. Alphabet gaben vier Prozent nach.
HICKHACK UM IRAN IM BLICK Die Anleger blickten zudem weiter auf die Lage im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump sagte, seine Regierung habe am Dienstag "sehr gute Gespräche" mit dem Iran geführt. Katar sprach ebenfalls von Fortschritten. Teheran wies jedoch zurück, dass Gespräche liefen. Die Ölpreise(LCOc1)(CLc1) sind seit Wochenbeginn deutlich gefallen. Anleger hoffen, dass bald eine Einigung zur Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die blockierte Straße von Hormus gibt. "Der Hauptstreitpunkt scheint zu sein, ob der Iran weiterhin auf einer gewissen Kontrolle über die Wasserstraße bestehen wird und ob die USA standhaft bleiben und dieses Ergebnis ablehnen werden", kommentierten die Analysten von IG.
Der Ölpreisrückgang der vergangenen Tage linderte die Inflationssorgen an den Börsen und ließ die Angst vor steigenden Zinsen in den USA etwas verblassen. Der Goldpreis(XAU=) profitierte davon und legte um gut vier Prozent auf rund 4243 Dollar je Feinunze zu. Gold verliert tendenziell an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft.
Auch die jüngsten Konjunkturdaten linderten die Zinssorgen der Anleger: Der Stellenaufbau der US-Unternehmen hat sich im Juli spürbar verlangsamt, wie aus einer Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Nun warten Anleger auf den am Freitag anstehenden offiziellen Bericht des US-Arbeitsministeriums. Die US-Notenbank versucht, mit erhöhten Zinsen die Inflation in Schach zu halten und den heiß gelaufenen Jobmarkt abzukühlen.
(Bericht von Sanne Schimanski. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
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