05.08.26
17:11
Reuters
Frankfurt, 05. Aug (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
18.50 Uhr - Eine Neuaufstellung an der Spitze der KI-Sparte von Alphabet(GOOGL.O) hat Anleger verunsichert. Die Aktien der Google-Muttergesellschaft geben rund vier Prozent nach. Der Nobelpreisträger Demis Hassabis gibt die Leitung von Google DeepMind ab, um in eine andere verantwortliche Position dort zu wechseln und den neuen Posten des Chefwissenschaftlers bei Alphabet zu übernehmen, wie aus einem internen Memo hervorgeht. Als Grund nannte er, dass die künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) in greifbare Nähe rücke. Dabei handelt es sich um eine fortgeschrittene Form der KI, bei der Computer so intelligent wie Menschen werden. Zugleich verließen mehrere führende Entwickler des KI-Modells Gemini das Unternehmen, darunter der erfahrene Ingenieur Jeff Dean, um ein eigenes Startup zu gründen. Die Neuaufstellung kommt zu einem für Google kritischen Zeitpunkt. Die Veröffentlichung der neuen Version des Vorzeigemodells Gemini verzögert sich, was Sorgen schürt, dass Google gegenüber den Konkurrenten Anthropic und OpenAI ins Hintertreffen gerät.
15.05 Uhr - Ein Reuters-Bericht über ein Dementi zu Fusionsgesprächen mit dem Rivalen AstraZeneca(AZN.L) belastet die Aktien des US-Pharmakonzerns Bristol Myers Squibb(BMY.N). Die Titel büßen vorbörslich rund zwei Prozent ein. "Es gibt keinen Deal zwischen AstraZeneca und BMS. Es gab nie einen Deal, und es gibt keine Gespräche zwischen den Unternehmen", sagte eine hochrangige, mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Reuters hatte ursprünglich am Sonntag unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person gemeldet, dass die beiden Arzneimittelhersteller erste Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss geführt hätten. Die in London notierten Aktien von AstraZeneca legen um 3,5 Prozent zu.
14.55 Uhr - Pinterest(PINS.N) hat mit einer schwachen Umsatzprognose für das laufende Quartal seine Aktie auf Talfahrt geschickt. Die Titel der US-Plattform für Bilder und Videos verlieren im vorbörslichen Handel an der Wall Street mehr als neun Prozent. Pinterest rechnet im laufenden dritten Quartal mit einem Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent, nachdem die Erlöse im zweiten Quartal noch um 18 Prozent gestiegen waren. Das Unternehmen verwies auf den zunehmenden Wettbewerb um Werbekunden mit größeren Rivalen wie der Instagram-Mutter Meta(META.O). Finanzchefin Julia Donnelly nannte zudem regulatorische Maßnahmen in Europa, die sich auf grenzüberschreitend tätige Einzelhändler aus Asien auswirkten. Auch die Werkzeuge des Unternehmens für KI-gestützte Werbung hätten zwar erste vielversprechende Ergebnisse gezeigt, aber nicht für die gleiche Begeisterung gesorgt wie die Angebote der Konkurrenz, sagte Marisa Jones vom Analysehaus Emarketer.
14.35 Uhr - Sprudelnde Gewinne machen Glencore(GLEN.L) bei den Anlegern begehrt. Die Aktien des Bergbaukonzerns legen bis zu 5,4 Prozent auf 580,30 Pence zu und gehören damit zu den Spitzenreitern im britischen Leitindex FTSE(.FTSE). Der Konzern übertraf mit einem bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) von 10,1 Milliarden Dollar die Analystenschätzungen im Halbjahr von 9,5 Milliarden Dollar. Allein im Energiehandel verdiente der Konzern 66-mal so viel wie im Vorjahr und profitierte damit wie auch andere große Rohstoffhändler von kriegsbedingten Marktturbulenzen. Zudem kündigte Glencore eine Sonderdividende von einer Milliarde Dollar und ein Aktienrückkaufprogramm an.
12.35 Uhr - Die Ölpreise ziehen nach anfänglichen Verlusten wieder an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuert sich um 1,9 Prozent auf 80,87 Dollar. Die US-Sorte WTI legt um 1,2 Prozent auf 76,67 Dollar zu. Als Grund nannte UBS-Analyst Giovanni Staunovo die Nachricht von einem Raketenangriff auf einen Öltanker. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen erklärten, einen saudischen Öltanker vor der Küste von Janbu, einem wichtigen Hafen für saudische Rohölexporte, angegriffen zu haben. Eine Stellungnahme aus Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor. Der Vorfall dämpft die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Konflikt, die den Schiffsverkehr und die Ölflüsse im Nahen Osten wieder normalisieren könnte.
11.35 Uhr - Die Aussicht auf mögliche Konkurrenz im Mobilfunk-Geschäft durch SpaceX(SPCX.O) verunsichert die Anleger. Telekommunikationsaktien wie Verizon(VZ.N) und AT&T (T.N) verlieren im vorbörslichen US-Geschäft mehr als zwei Prozent. T-Mobile(TMUS.O) geben ein knappes Prozent nach, während die Aktien der Deutschen Telekom(DTEGn.DE) in Frankfurt um 1,8 Prozent abtauchen. SpaceX hatte am Dienstag seine Ambitionen zum Aufbau eines vollwertigen Mobilfunkdienstes bekannt gegeben. Analysten wiesen jedoch darauf hin, dass die Umwandlung von Starlink in ein landesweites Mobilfunkunternehmen jahrelange Investitionen und Umsetzungsarbeit erfordern würde. Die US-Mobilfunkanbieter haben über Jahrzehnte hinweg Hunderte von Milliarden Dollar in den Erwerb von Frequenzlizenzen, den Aufbau und die Modernisierung ihrer Netze sowie in umfangreiche Ausgaben zur Gewinnung und Bindung von Kunden investiert.
10.15 Uhr - Aktien von Bayer(BAYGn.DE) gehören zu den Dax-Favoriten und erreichen den höchsten Stand seit knapp vier Wochen. Die Papiere gewinnen bis zu 4,5 Prozent auf 50,42 Euro. Die Analysten von JP Morgan setzten ihr Kursziel auf 61 Euro von 50 Euro hoch. "Angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit einer Beilegung des Glyphosat-Rechtsstreits und der sich weiter verbessernden Geschäftsaussichten von Bayer bekräftigen wir unsere Aktienempfehlung mit Overweight", hieß es.
08.35 Uhr - Aktien von Wacker Chemie(WCHG.DE) legen um 3,4 Prozent zu und setzen sich im Frankfurter Frühhandel an die Spitze des MDax(.MDAXI). Händler verweisen auf einen Reuters-Bericht, wonach die US-Regierung Insidern zufolge eine Preisuntergrenze und Zölle für Polysilizium und verwandte Produkte erwägt. Ziel sei es, US-Fabriken von Hemlock Semiconductor und Wacker Chemie vor den wachsenden Ambitionen der Volksrepublik in der Chip-Lieferkette zu schützen. Analysten von Berenberg hatten zu Wochenbeginn Berechnungen veröffentlicht, wonach ein Preisaufschlag von zehn Dollar pro Kilogramm Polysilizium das operative Ergebnis (Ebitda) von Wacker um rund 100 Millionen Euro erhöhen könnte.
08.25 Uhr - Infineon(IFXGn.DE) kann mit seinen vorgelegten Zahlen bei den Anlegern nicht punkten. Die Aktien tauchen im Frankfurter Frühhandel zeitweise um mehr als drei Prozent ab und liegen aktuell rund ein halbes Prozent im Minus. Der Chipkonzern habe für das dritte Quartal ein durchwachsenes Ergebnis mit einer leicht enttäuschenden Rentabilität vorgelegt, sagte ein Händler. "Auch die Prognose für das vierte Quartal 2025/26 fällt hinsichtlich der Margen eher schwach aus."
08.10 Uhr - Die Hoffnung auf eine Entspannung im Iran-Krieg sorgt für weiter fallende Ölpreise. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um bis zu 1,5 Prozent und notiert aktuell 0,7 Prozent im Minus bei 78,93 Dollar. Das US-Öl WTI kostet 0,8 Prozent weniger bei 75,05 Dollar. Für Entlastung sorgte Händlern zufolge, dass Katar Fortschritte bei den Vermittlungsbemühungen im Iran-Krieg meldete. Die Daten zur Schiffsverfolgung deuteten zudem darauf hin, dass sich die Ölströme durch die Straße von Hormus als widerstandsfähiger erwiesen als zunächst angenommen, sagt John Oh, Energieökonom bei CBA. In der vergangenen Woche hätten sie möglicherweise 40 Prozent bis 45 Prozent des Vorkriegsniveaus erreicht.
(Zusammengestellt vom Reuters Marktteam. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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