03.08.26
08:59
Reuters
Frankfurt, 03. Aug (Reuters) - Nach einem Medienbericht über wachsenden Widerstand gegen eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile(TMUS.O) gehen die Aktien der Deutschen Telekom(DTEGn.DE) auf Erholungskurs. Sie stiegen am Montag um 3,3 Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Dax(.GDAXI). Die Titel von T-Mobile lagen im vorbörslichen Handel an der Wall Street leicht im Plus. Dem Nachrichtenportal "Semafor" zufolge unterstützt das Management von T-Mobile die Pläne für einen Zusammenschluss nicht mehr. Gründe seien die Ablehnung durch große Minderheitsaktionäre des US-Mobilfunkers und drohende regulatorische Hürden. Die Telekom wollte sich dazu nicht äußern.
Spekulationen über eine Verschmelzung von Telekom und T-Mobile kursieren seit Monaten. Mit einem gemeinsamen Börsenwert von derzeit rund 300 Milliarden Euro entstünde der weltweit größte Telekom-Konzern. Dieses Transaktionsvolumen würde die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone(VOD.L) in den Schatten stellen und wäre der weltweit größte Zusammenschluss zweier börsennotierter Unternehmen.
Bei Investoren stießen solche Pläne von Beginn an auf wenig Gegenliebe. Die Telekom-Aktie hat seit den Berichten darüber gegen den Markttrend vier Prozent verloren. Die Titel von T-Mobile büßten sogar fast zwölf Prozent ein. Analysten zufolge ist das Einsparpotenzial bei einem Zusammenschluss überschaubar. Den Aktionären von T-Mobile sei zudem das vergleichsweise schwache Wachstum des Bonner Mutterkonzerns ein Dorn im Auge. Darüber hinaus würde die Transaktion eine automatische Kartellprüfung in den USA auslösen. Der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) müsste sie ebenfalls genehmigen. Der Bund als Telekom-Großaktionär hat ebenfalls ein Wörtchen mitzureden.
Diesen politischen Hürden und dem Widerstand der T-Mobile-Aktionäre zum Trotz rechnen die Analysten der Bank JPMorgan damit, dass die Telekom die Pläne weiter vorantreiben wird. Sie werde nach Wegen suchen, die eine Fusion für alle Seiten akzeptabel machen. Früheren Medienberichten zufolge will sich Telekom-Chef Tim Höttges mit der Fusion gegen eine wachsende Konkurrenz durch den Weltraumkonzern SpaceX(SPCX.O) wappnen. Dessen Satelliten-Tochter Starlink plant einen eigenen Mobilfunkdienst für Privatkunden. Starlink hatte entsprechende Frequenzen erworben.
(Bericht von Hakan Ersen, unter Mitarbeit von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Frankfurt, 03. Aug (Reuters) - Nach einem Medienbericht über wachsenden Widerstand gegen eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile(TMUS.O) gehen die Aktien der Deutschen Telekom(DTEGn.DE) auf Erholungskurs. Sie stiegen am Montag um 3,3 Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im Dax(.GDAXI). Die Titel von T-Mobile lagen im vorbörslichen Handel an der Wall Street leicht im Plus. Dem Nachrichtenportal "Semafor" zufolge unterstützt das Management von T-Mobile die Pläne für einen Zusammenschluss nicht mehr. Gründe seien die Ablehnung durch große Minderheitsaktionäre des US-Mobilfunkers und drohende regulatorische Hürden. Die Telekom wollte sich dazu nicht äußern.
Spekulationen über eine Verschmelzung von Telekom und T-Mobile kursieren seit Monaten. Mit einem gemeinsamen Börsenwert von derzeit rund 300 Milliarden Euro entstünde der weltweit größte Telekom-Konzern. Dieses Transaktionsvolumen würde die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone(VOD.L) in den Schatten stellen und wäre der weltweit größte Zusammenschluss zweier börsennotierter Unternehmen.
Bei Investoren stießen solche Pläne von Beginn an auf wenig Gegenliebe. Die Telekom-Aktie hat seit den Berichten darüber gegen den Markttrend vier Prozent verloren. Die Titel von T-Mobile büßten sogar fast zwölf Prozent ein. Analysten zufolge ist das Einsparpotenzial bei einem Zusammenschluss überschaubar. Den Aktionären von T-Mobile sei zudem das vergleichsweise schwache Wachstum des Bonner Mutterkonzerns ein Dorn im Auge. Darüber hinaus würde die Transaktion eine automatische Kartellprüfung in den USA auslösen. Der US-Ausschuss für Auslandsinvestitionen (CFIUS) müsste sie ebenfalls genehmigen. Der Bund als Telekom-Großaktionär hat ebenfalls ein Wörtchen mitzureden.
Diesen politischen Hürden und dem Widerstand der T-Mobile-Aktionäre zum Trotz rechnen die Analysten der Bank JPMorgan damit, dass die Telekom die Pläne weiter vorantreiben wird. Sie werde nach Wegen suchen, die eine Fusion für alle Seiten akzeptabel machen. Früheren Medienberichten zufolge will sich Telekom-Chef Tim Höttges mit der Fusion gegen eine wachsende Konkurrenz durch den Weltraumkonzern SpaceX(SPCX.O) wappnen. Dessen Satelliten-Tochter Starlink plant einen eigenen Mobilfunkdienst für Privatkunden. Starlink hatte entsprechende Frequenzen erworben.
(Bericht von Hakan Ersen, unter Mitarbeit von Sanne Schimanski, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder (für Unternehmen und Märkte).)