03.08.26
03:32
Reuters
Singapur/peking/Tokio, 03. Aug (Reuters) - Eine seltene gemeinsame Währungsintervention der USA und Japans sowie enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart ins Minus gedrückt. Der japanische Leitindex Nikkei(.N225) fiel um 2,2 Prozent auf 62.956,48 Punkte, während der breiter gefasste Topix(.TOPX) 2,8 Prozent auf 3893,17 Zähler verlor. Auch in Südkorea ging es bergab: Der Kospi(.KS11) rutschte nach einem ohnehin turbulenten Juli um weitere 3,6 Prozent ab. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans(.MISX00000PUS) notierte im frühen Handel ein Prozent tiefer.
In Tokio stand die gemeinsame Devisenmarktintervention für den Yen zwischen den USA und Japan im Mittelpunkt, da eine starke Landeswährung die Auslandseinnahmen der exportorientierten japanischen Wirtschaft schmälert. "Die gemeinsame Währungsintervention ist heute das wichtigste Thema für Aktien", sagte Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities(8604.T). US-Präsident Donald Trump hatte die US-Hilfe zuvor als Zeichen der Freundschaft bezeichnet. Dies untergrabe jedoch die Glaubwürdigkeit der Aktion, warnte Nick Twidale, Chefstratege bei ATFX Global: "Sie stellen sich gegen die Fundamentaldaten, daher erwarte ich, dass der Markt die Bewegung letztendlich korrigieren wird." Zu den Verlierern zählten Autobauer wie Toyota(7203.T) mit einem Minus von 5,3 Prozent und Suzuki(7269.T) (minus acht Prozent) sowie Chipwerte wie Tokyo Electron(8035.T). Gegen den Trend stiegen SoftBank(9984.T) (plus 1,2 Prozent), Lasertec(6920.T) (plus fünf Prozent) und Kioxia(285A.T), die nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs um zehn Prozent nach oben schnellten.
In China trübten schwache Konjunkturdaten die Stimmung der Anleger zusätzlich. Der von S&P Global(SPGI.N) ermittelte RatingDog-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli auf 50,9 Punkte von 51,7 im Vormonat und verfehlte damit die Analystenprognose von 51,5 Zählern. Das Wachstum der Fabriken verlangsamte sich somit auf den tiefsten Stand seit vier Monaten, was die Sorgen über eine flaue Binnennachfrage verstärkt. Die politische Führung in Peking hatte Ende Juli zugesagt, die schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Anstatt jedoch neue, groß angelegte Konjunkturpakete aufzulegen, sollen lediglich die bereits budgetierten Infrastrukturausgaben für den Rest des Jahres beschleunigt werden, was den Börsen kaum neuen Auftrieb gab.
Devisen
Die konzertierte Intervention Japans und der USA zeigte am Währungsmarkt deutliche Wirkung und setzte die US-Währung unter Druck. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,7 Prozent auf 156,42 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,7504 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,8088 Franken(CHF=). Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1531 Dollar und zog um 0,2 Prozent auf 0,9327 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise
Aussichten auf eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten schickten die Ölpreise auf Talfahrt. US-Präsident Trump hatte zuvor einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf den Iran abgesagt und für Montag Gespräche angekündigt, um eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erzielen. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich daraufhin die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 4,6 Prozent auf 83,89 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 5,2 Prozent schwächer bei 80,25 Dollar.
Wall Street
Die US-Börsen hatten am Freitag noch von einer Rally bei den Technologiewerten profitiert, nachdem starke Prognosen von Microsoft(MSFT.O) die Sorgen der Anleger über massive Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) gelindert hatten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Freitag mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 52.485,03 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) gewann 0,7 Prozent auf 7489,72 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) zog um 1,0 Prozent auf 25.373,85 Stellen an.
(Bericht von Ankur Banerjee, Kevin Buckland, Liangping Gao und Ryan Woo, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
Singapur/peking/Tokio, 03. Aug (Reuters) - Eine seltene gemeinsame Währungsintervention der USA und Japans sowie enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart ins Minus gedrückt. Der japanische Leitindex Nikkei(.N225) fiel um 2,2 Prozent auf 62.956,48 Punkte, während der breiter gefasste Topix(.TOPX) 2,8 Prozent auf 3893,17 Zähler verlor. Auch in Südkorea ging es bergab: Der Kospi(.KS11) rutschte nach einem ohnehin turbulenten Juli um weitere 3,6 Prozent ab. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans(.MISX00000PUS) notierte im frühen Handel ein Prozent tiefer.
In Tokio stand die gemeinsame Devisenmarktintervention für den Yen zwischen den USA und Japan im Mittelpunkt, da eine starke Landeswährung die Auslandseinnahmen der exportorientierten japanischen Wirtschaft schmälert. "Die gemeinsame Währungsintervention ist heute das wichtigste Thema für Aktien", sagte Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities(8604.T). US-Präsident Donald Trump hatte die US-Hilfe zuvor als Zeichen der Freundschaft bezeichnet. Dies untergrabe jedoch die Glaubwürdigkeit der Aktion, warnte Nick Twidale, Chefstratege bei ATFX Global: "Sie stellen sich gegen die Fundamentaldaten, daher erwarte ich, dass der Markt die Bewegung letztendlich korrigieren wird." Zu den Verlierern zählten Autobauer wie Toyota(7203.T) mit einem Minus von 5,3 Prozent und Suzuki(7269.T) (minus acht Prozent) sowie Chipwerte wie Tokyo Electron(8035.T). Gegen den Trend stiegen SoftBank(9984.T) (plus 1,2 Prozent), Lasertec(6920.T) (plus fünf Prozent) und Kioxia(285A.T), die nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs um zehn Prozent nach oben schnellten.
In China trübten schwache Konjunkturdaten die Stimmung der Anleger zusätzlich. Der von S&P Global(SPGI.N) ermittelte RatingDog-Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli auf 50,9 Punkte von 51,7 im Vormonat und verfehlte damit die Analystenprognose von 51,5 Zählern. Das Wachstum der Fabriken verlangsamte sich somit auf den tiefsten Stand seit vier Monaten, was die Sorgen über eine flaue Binnennachfrage verstärkt. Die politische Führung in Peking hatte Ende Juli zugesagt, die schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Anstatt jedoch neue, groß angelegte Konjunkturpakete aufzulegen, sollen lediglich die bereits budgetierten Infrastrukturausgaben für den Rest des Jahres beschleunigt werden, was den Börsen kaum neuen Auftrieb gab.
Devisen
Die konzertierte Intervention Japans und der USA zeigte am Währungsmarkt deutliche Wirkung und setzte die US-Währung unter Druck. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,7 Prozent auf 156,42 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,7504 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,8088 Franken(CHF=). Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1531 Dollar und zog um 0,2 Prozent auf 0,9327 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise
Aussichten auf eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten schickten die Ölpreise auf Talfahrt. US-Präsident Trump hatte zuvor einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf den Iran abgesagt und für Montag Gespräche angekündigt, um eine Einigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erzielen. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich daraufhin die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 4,6 Prozent auf 83,89 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 5,2 Prozent schwächer bei 80,25 Dollar.
Wall Street
Die US-Börsen hatten am Freitag noch von einer Rally bei den Technologiewerten profitiert, nachdem starke Prognosen von Microsoft(MSFT.O) die Sorgen der Anleger über massive Ausgaben für Künstliche Intelligenz (KI) gelindert hatten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Freitag mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 52.485,03 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) gewann 0,7 Prozent auf 7489,72 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) zog um 1,0 Prozent auf 25.373,85 Stellen an.
(Bericht von Ankur Banerjee, Kevin Buckland, Liangping Gao und Ryan Woo, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)