29.07.26
18:58
Reuters
29. Jul (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
20.55 Uhr - Eine Klage wegen der mutmaßlichen Weitergabe von Gesundheitsdaten hat die Aktie des Telemedizinanbieters Hims & Hers(HIMS.N) einbrechen lassen. Die Papiere rutschen um 12,5 Prozent ab. Die US-Handelsbehörde FTC wirft der Plattform vor, sensible Gesundheitsdaten von Nutzern trotz gegenteiliger Datenschutzversprechen an Online-Werbefirmen wie Meta(META.O) und Snap(SNAP.N) weitergegeben zu haben. Zudem soll Hims & Hers irreführende Abrechnungs- und Kündigungspraktiken angewendet haben. So habe das Unternehmen Kunden bereits für Rezepte zur Kasse gebeten, bevor diese mit einem Arzt sprechen konnten, hieß es in der Klageschrift. Hims & Hers wies die Vorwürfe auf der Social-Media-Plattform X zurück. Das Unternehmen bietet als einer der größten US-Telemedizinspezialisten Online-Sprechstunden und Rezepte für Medikamente an, die direkt an die Kunden versendet werden - etwa bei Erektionsstörungen, Haarausfall oder psychischen Problemen.
17.20 Uhr - Überraschend schwache Quartalszahlen machen den Aktien des US-Autovermieters Avis Budget(CAR.O) zu schaffen. Die Titel rutschen um mehr als zehn Prozent ab. Im Sog büßte der Rivale Hertz(HTZ.O) 8,5 Prozent ein. Avis meldete für das zweite Quartal einen Gewinn von 98 Cent je Aktie und einen Umsatz von drei Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 2,08 Dollar Gewinn je Aktie und Erlösen von 3,1 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen verwies auf einen unerwarteten Rückgang bei den Buchungen im Laufe des Quartals.
16.45 Uhr - Der US-Bekleidungs- und Schuhhersteller VF(VFC.N) hat die Anleger mit seinen Quartalsergebnissen vergrault. Die Papiere des Anbieters von Marken wie Vans, The North Face und Timberland brechen um fast 20 Prozent ein. Damit steuern sie auf ihren größten Tagesverlust seit 15 Monaten zu. VF übertraf mit dem Umsatz im ersten Quartal zwar die Markterwartungen und hob seine Jahresprognose an. Allerdings fiel der bereinigte Quartalsverlust mit 27 Cent je Aktie höher aus als die durchschnittliche Analystenprognose von 22 Cent. Als Gründe für das Ergebnis nannte der Konzern unter anderem hohe Kosten und eine schwache Nachfrage nach der Marke Vans.
16.10 Uhr - Der Milka-Hersteller Mondelez(MDLZ.O) kann mit seiner Quartalsbilanz bei Anlegern punkten. Die Aktien des auch für seine Cadbury-Schokolade und Oreo-Kekse bekannten Unternehmens legen an der Wall Street um sechs Prozent zu. Mondelez übertraf mit einem Umsatz von 9,36 Milliarden Dollar im zweiten Quartal die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 9,20 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Der bereinigte Gewinn lag ebenfalls über den Schätzungen. Der Konzern profitiert davon, dass Kunden trotz höherer Preise weiter zu seinen Produkten greifen. Mondelez hob seine Jahresprognose für das organische Umsatzwachstum auf mindestens zwei Prozent an. Zuvor war ein Plus von bis zu zwei Prozent erwartet worden. Die Prognose für den Jahresgewinn behielt Mondelez jedoch bei.
15.20 Uhr - Der Geschäftsbericht des US-Medizintechnik-Konzerns GE Healthcare(GEHC.O) kommt bei den Anlegern gut an. Die Aktien springen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast zehn Prozent nach oben. GE Healthcare verzeichnete im zweiten Quartal dank einer starken Nachfrage und der Rückerstattung von Zöllen einen bereinigten Gewinn von 1,13 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,04 Dollar gerechnet. Über den Markterwartungen lag auch der Umsatz. Die Anleger behalten die Medizintechnik-Branche im Blick, nachdem der Krankenhausbetreiber HCA Healthcare(HCA.N) vergangene Woche vor einer geringeren Nachfrage nach Operationen gewarnt hatte. Andere Branchengrößen wie Abbott(ABT.N) und Intuitive Surgical(ISRG.O) übertrafen jedoch zuletzt die Erwartungen.
12.15 Uhr - Zweifel an einer nachhaltigen Erholung des Cognac-Geschäfts schicken die Aktien von Remy Cointreau(RCOP.PA) auf Talfahrt. Die Papiere des Spirituosenherstellers fallen in Paris um bis zu sechs Prozent, obwohl der Hersteller von "Remy Martin" seinen Umsatz im ersten Quartal um 1,3 Prozent gesteigert und damit die Analystenerwartungen übertroffen hatte. Getragen wurde das Wachstum zwar von der Cognac-Sparte, die um 7,7 Prozent zulegte. Analysten zeigten sich jedoch skeptisch. "Es gibt einige positive Anzeichen, aber noch keine Erholung für Cognac in den USA oder in China", schrieben die Analysten von Bernstein. Zudem stünden weiter die Preise für Cognac unter Druck, urteilten die Analysten von Barclays.
11.45 Uhr - Ein positiver Geschäftsausblick kann die Aktien von ASM International(ASMI.AS) nicht vor dem Ausverkauf bei KI-Werten bewahren. Die Papiere des Chip-Anlagenbauers fallen in der Spitze um 9,6 Prozent und sind damit auf Kurs zum größten Tagesverlust seit mehr als einem Jahr. Der zweitgrößte Halbleiteranlagenhersteller Europas teilte am Vorabend mit, dass der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zum ersten Halbjahr währungsbereinigt um mehr als 20 Prozent steigen werde. Der Ausblick liege über den Erwartungen, kommentierten die Analysten von Jefferies. Der Markt blicke jedoch über das Jahr 2027 hinaus, schrieben die Analysten von KBC Securities. Zudem würden die Ergebnisse die Messlatte für 2027 höher legen.
10.28 Uhr - Anzeichen einer Erholung bei der Luxusmarke Gucci beflügeln die Aktie des Mutterkonzerns Kering(PRTP.PA). Die Titel klettern in der Spitze um 11,8 Prozent und sind damit auf Kurs zum größten Tagesgewinn seit mehr als 17 Jahren. "Die besser als befürchtet ausgefallenen Umsätze bei Gucci sowie der starke Fokus auf die Kostenkontrolle dürften heute vom Markt gut aufgenommen werden", kommentierten die Analysten von JP Morgan. Zu den überraschend starken Zahlen trug vor allem die Nachfrage nach den neuen Gucci-Handtaschen auf dem US-Markt bei. Der Umsatz von Gucci war im zweiten Quartal zwar um zwei Prozent geschrumpft, Analysten hatten jedoch mit einem Rückgang von vier Prozent gerechnet. Dies war der zwölfte Quartalsumsatzrückgang in Folge, allerdings deutlich abgeschwächt - im Vorquartal hatte der Rückgang noch bei acht Prozent gelegen.
08.05 Uhr - Erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran treiben die Ölpreise wieder nach oben. Nach drei Tagen mit deutlichen Rückgängen steigen die Preise für Brent-Rohöl(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) jeweils um rund fünf Prozent auf bis zu 88,13 Dollar und 83,30 Dollar je Barrel. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit saudiarabischen Streitkräften Ziele im Irak angegriffen. Zuvor habe seine Flugabwehr einen iranischen Überraschungsangriff auf US-Truppen in der Region abgewehrt. Die jüngsten Entwicklungen dämpften die Erwartungen an eine rasche Deeskalation in der Golfregion, erklärten Analysten der Bank ING.
07.48 Uhr - Die Deutsche Bank(DBKGn.DE) punktet bei Anlegern mit einer überraschenden Gewinnsteigerung. Die Aktien von Deutschlands größtem Bankhaus ziehen im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um 1,8 Prozent an. "Die Ergebnisse der Deutschen Bank für das 2. Quartal wirken auf den ersten Blick hervorragend", konstatierte ein Händler. Zudem starte die Bank ein neues Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro. Dank guter Geschäfte ihrer Investmentbank hat die Deutsche Bank im zweiten Quartal unter dem Strich und nach Minderheiten 1,6 (Vorjahr: 1,5) Milliarden Euro verdient. Analysten hatten mit einem Rückgang des Gewinns auf 1,377 Milliarden Euro gerechnet.
(Zusammengestellt vom Reuters Marktteam. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
| 1 | Weitere Marktberichte unter Doppelklick [.CDE] [.FDE] [.NDE] [.TDE] | 1 |
29.07.26
18:58
Reuters
(Zusammengestellt vom Reuters Marktteam. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)