28.07.26
08:32
Reuters
Singapur/Tokio, 28. Jul (Reuters) - Ein breiter Ausverkauf bei Chipherstellern hat die Aktienmärkte in Fernost auf Talfahrt geschickt. Anleger trieb vor allem die Sorge um, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) einmal auszahlen werden. Zudem fürchteten Investoren zunehmende Konkurrenz aus China. Am stärksten traf es die Börse in Südkorea. Der Leitindex Kospi(.KS11) stürzte am Dienstag mehr als zehn Prozent auf ein Drei-Monats-Tief und löste zwischenzeitlich eine Handelsunterbrechung aus. Der japanische Nikkei-Index(.N225) rutschte um rund vier Prozent auf 62.365 Punkte ab und fiel zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Tief.
"Der Nikkei fiel, weil KI-bezogene Aktien stark verkauft wurden, aber das hat nichts mit den Fundamentaldaten der japanischen Wirtschaftsaussichten zu tun", sagte Koji Toda, Fondsmanager bei Resona Asset Management. US-Chip-Hersteller Nvidia(NVDA.O) hatte zuvor fünf Prozent nachgegeben und der Philadelphia Semiconductor Index(.SOX) seinen jüngsten Abwärtstrend mit einem Minus von mehr als zwei Prozent fortgesetzt. Der US-Halbleiter-Index liegt 21 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 22. Juni. Der Nikkei ist seit seinem Rekordhoch Mitte Juni um mehr als 14 Prozent gefallen.
Neben der Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der KI-Infrastruktur trieb Anleger auch Chinas technologische Fortschritte un zunehmender Wettbewerb durch chinesische Firmen um. Berichte, wonach chinesische Unternehmen eigene Deep-Ultraviolet (DUV)-Lithografieanlagen entwickelten, hätten erneut Befürchtungen geschürt, dass chinesische Speicherchip-Hersteller ihren Kapazitätsausbau beschleunigen und damit den Wettbewerb auf dem globalen Speichermarkt verschärfen könnten, sagte Han Ji-young, Analyst bei Kiwoom Securities. Zwar seien Details wie die beteiligten Unternehmen, die Leistungsfähigkeit der Anlagen und die Zeitpläne für die Markteinführung noch nicht bekannt, doch belaste die Nachricht weiter die Stimmung.
"China wird schon sehr bald die Welt mit hochwertigen Speicherchips zu niedrigeren Preisen beliefern", zeigte sich auch Fan Liwen, Portfoliomanager bei Shenzhen New Thinking Investment Management, überzeugt. In Tokio brach der Speicherchip-Hersteller Kioxia(285A.T) zeitweise rund 18 Prozent ein. Die Aktien des Herstellers von Chip-Fertigungsanlagen Tokyo Electron(8035.T) und der Hersteller von Chip-Testgeräten Advantest(6857.T) gaben jeweils mehr als zehn Prozent nach. Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix(000660.KS) und der heimische Rivale Samsung Electronics(005930.KS) rauschten um knapp 15 und mehr als 13 Prozent nach unten.
Auch in China schlossen sich die Anleger dem technologiegetriebenen Ausverkauf in ganz Asien an: Der Blue-Chip-Index CSI300(.CSI300) verlor knapp drei Prozent. Die Aktien des Speicherchip-Herstellers CXMT(688825.SS) verloren 1,6 Prozent, nachdem sie am Vortag bei ihrem Börsendebüt einen Rekordstart hingelegt hatten. CXMT war damit auf einen Schlag zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas aufgestiegen.
(Bericht von Heekyong Yang, Gregor Stuart Hunter, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
28.07.26
08:32
Reuters
* Kospi in Südkorea bricht mehr als zehn Prozent ein
* Nikkei-Index rutscht rund vier Prozent ab
* Furcht vor KI-Finanzierung und Konkurrenz aus China
Singapur/Tokio, 28. Jul (Reuters) - Ein breiter Ausverkauf bei Chipherstellern hat die Aktienmärkte in Fernost auf Talfahrt geschickt. Anleger trieb vor allem die Sorge um, ob sich die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) einmal auszahlen werden. Zudem fürchteten Investoren zunehmende Konkurrenz aus China. Am stärksten traf es die Börse in Südkorea. Der Leitindex Kospi(.KS11) stürzte am Dienstag mehr als zehn Prozent auf ein Drei-Monats-Tief und löste zwischenzeitlich eine Handelsunterbrechung aus. Der japanische Nikkei-Index(.N225) rutschte um rund vier Prozent auf 62.365 Punkte ab und fiel zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Tief.
"Der Nikkei fiel, weil KI-bezogene Aktien stark verkauft wurden, aber das hat nichts mit den Fundamentaldaten der japanischen Wirtschaftsaussichten zu tun", sagte Koji Toda, Fondsmanager bei Resona Asset Management. US-Chip-Hersteller Nvidia(NVDA.O) hatte zuvor fünf Prozent nachgegeben und der Philadelphia Semiconductor Index(.SOX) seinen jüngsten Abwärtstrend mit einem Minus von mehr als zwei Prozent fortgesetzt. Der US-Halbleiter-Index liegt 21 Prozent unter seinem Rekordhoch vom 22. Juni. Der Nikkei ist seit seinem Rekordhoch Mitte Juni um mehr als 14 Prozent gefallen.
Neben der Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der KI-Infrastruktur trieb Anleger auch Chinas technologische Fortschritte un zunehmender Wettbewerb durch chinesische Firmen um. Berichte, wonach chinesische Unternehmen eigene Deep-Ultraviolet (DUV)-Lithografieanlagen entwickelten, hätten erneut Befürchtungen geschürt, dass chinesische Speicherchip-Hersteller ihren Kapazitätsausbau beschleunigen und damit den Wettbewerb auf dem globalen Speichermarkt verschärfen könnten, sagte Han Ji-young, Analyst bei Kiwoom Securities. Zwar seien Details wie die beteiligten Unternehmen, die Leistungsfähigkeit der Anlagen und die Zeitpläne für die Markteinführung noch nicht bekannt, doch belaste die Nachricht weiter die Stimmung.
"China wird schon sehr bald die Welt mit hochwertigen Speicherchips zu niedrigeren Preisen beliefern", zeigte sich auch Fan Liwen, Portfoliomanager bei Shenzhen New Thinking Investment Management, überzeugt. In Tokio brach der Speicherchip-Hersteller Kioxia(285A.T) zeitweise rund 18 Prozent ein. Die Aktien des Herstellers von Chip-Fertigungsanlagen Tokyo Electron(8035.T) und der Hersteller von Chip-Testgeräten Advantest(6857.T) gaben jeweils mehr als zehn Prozent nach. Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix(000660.KS) und der heimische Rivale Samsung Electronics(005930.KS) rauschten um knapp 15 und mehr als 13 Prozent nach unten.
Auch in China schlossen sich die Anleger dem technologiegetriebenen Ausverkauf in ganz Asien an: Der Blue-Chip-Index CSI300(.CSI300) verlor knapp drei Prozent. Die Aktien des Speicherchip-Herstellers CXMT(688825.SS) verloren 1,6 Prozent, nachdem sie am Vortag bei ihrem Börsendebüt einen Rekordstart hingelegt hatten. CXMT war damit auf einen Schlag zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas aufgestiegen.
| Asiatische Aktienindizes am | Kurse um 08:00 | Veränderung in |
| Dienstag | Uhr | Prozent |
| Nikkei(.N225) | 62.364,92 | -3,95% |
| Topix(.TOPX) | 3.957,96 | -2,7% |
| Shanghai(.SSEC) | 3.808,04 | -1,3% |
| CSI300(.CSI300) | 4.575,57 | -2,7% |
| Hang Seng(.HSI) | 25.166,36 | -0,2% |
| Kospi(.KS11) | 6.025,48 | -10,8% |
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| Währungen | Kurse um 08:00 |
| Uhr | |
| Euro/Dollar(EUR=) | 1,1364 |
| Pfund/Dollar(GBP=) | 1,3286 |
| Dollar/Yen(JPY=) | 163,72 |
| Dollar/Franken(CHF=) | 0,8193 |
| Dollar/Yuan(CNY=) | 6,7678 |
| Dollar/Won(KRW=) | 1.462,90 |
(Bericht von Heekyong Yang, Gregor Stuart Hunter, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
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