17.07.26
03:39
Reuters
Singapur/Tokio/Shanghai, 17. Jul (Reuters) - Ein weltweiter Ausverkauf bei Chip-Werten und neu entflammte geopolitische Spannungen im Nahen Osten haben die asiatischen Aktienmärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt.
Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans(.MIAPJ0000PUS) gab im frühen Handel um 0,06 Prozent nach. Deutlich härter traf es die Börse in Tokio(.TSE): Der japanische Leitindex Nikkei(.N225) stürzte um 3,6 Prozent auf 64.443,84 Punkte ab, während der breiter gefasste Topix(.TOPX) um 2,0 Prozent auf 3.950,08 Zähler nachgab. Die Märkte in Südkorea(.KS11) blieben feiertagsbedingt geschlossen.
In Japan drückten insbesondere die schwachen Technologiewerte massiv auf die Stimmung. "Der Markt scheint von den hohen Gewinnerwartungen für halbleiterbezogene Unternehmen hin- und hergerissen zu sein", erklärten die Analysten der Sony Financial Group. Zu den größten Verlierern im Nikkei zählten Kioxia Holdings(285A.T) mit einem Minus von 16,05 Prozent sowie Taiyo Yuden(6976.T) und Screen Holdings(7735.T), die 15,45 beziehungsweise 11,45 Prozent einbüßten. Gegen den Trend legten Shift(3697.T) um 6,59 Prozent und Seven & I Holdings(3382.T) um 4,38 Prozent zu. Politisch beruhigte die Regierung in Tokio die Gemüter: Einem Entwurf zufolge will Ministerpräsidentin Sanae Takaichi die geldpolitischen Entscheidungen explizit der Bank of Japan (BOJ) überlassen, nachdem frühere Einmischungsversuche einen Ausverkauf bei Yen und Anleihen ausgelöst hatten.
Neben den Zinssorgen in den USA drückten auch geopolitische Risiken auf die Stimmung, nachdem die US-Regierung neue Angriffe auf den Iran gestartet hatte und US-Präsident Donald Trump mit einer weiteren Eskalation drohte. In China stand derweil die Technologiepolitik im Fokus. Auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz (WAIC) in Shanghai forderte der chinesische Präsident Xi Jinping einen "menschenzentrierten" Ansatz bei der KI-Entwicklung. Er betonte die Notwendigkeit, Risiken zu kontrollieren und kündigte an, Ländern des Globalen Südens den Zugang zu KI-Technologien zu erleichtern, um "neue historische Ungerechtigkeiten" zu verhindern.
Devisen
Am Devisenmarkt hielt sich der Dollar stabil, gestützt durch eine erneute Nachfrage nach sicheren Häfen und gesunkene Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 162,41 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,7766 Yuan(CNY=) zu. Die anhaltende Schwäche der japanischen Währung, die nahe einem 40-Jahres-Tief notiert, rief erneut Finanzminister Satsuki Katayama auf den Plan, der mit verbalen Interventionen versuchte, den Yen zu stützen. Zur Schweizer Währung rückte der Dollar etwas auf 0,8088 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1437 Dollar und zog leicht auf 0,9251 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise
Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten trieben die Ölpreise auf den höchsten Wochengewinn seit drei Monaten. Auslöser waren neue Angriffe der USA auf iranische Ziele, die Befürchtungen über mögliche Zerstörungen der Ölinfrastruktur weckten. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,8 Prozent auf 84,86 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,9 Prozent fester bei 79,65 Dollar. Auf Wochensicht steuern beide Sorten damit auf ein Plus von mehr als elf Prozent zu.
Wall Street
Die Vorgaben aus den USA fielen negativ aus, da auch an der Wall Street Technologiewerte trotz eines starken Starts in die Berichtssaison unter die Räder kamen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Donnerstag mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 52.552,97 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 0,5 Prozent auf 7.533,77 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 1,5 Prozent auf 25.881,95 Stellen nach. Auch die US-Terminkontrakte deuteten am Freitag auf weitere Verluste hin.
(Bericht von Rae Wee, Rocky Swift, Yoshifumi Takemoto, Leika Kihara und Casey Hall, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
17.07.26
03:39
Reuters
Singapur/Tokio/Shanghai, 17. Jul (Reuters) - Ein weltweiter Ausverkauf bei Chip-Werten und neu entflammte geopolitische Spannungen im Nahen Osten haben die asiatischen Aktienmärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans(.MIAPJ0000PUS) gab im frühen Handel um 0,06 Prozent nach. Deutlich härter traf es die Börse in Tokio(.TSE): Der japanische Leitindex Nikkei(.N225) stürzte um 3,6 Prozent auf 64.443,84 Punkte ab, während der breiter gefasste Topix(.TOPX) um 2,0 Prozent auf 3.950,08 Zähler nachgab. Die Märkte in Südkorea(.KS11) blieben feiertagsbedingt geschlossen.
n Japan drückten insbesondere die schwachen Technologiewerte massiv auf die Stimmung. "Der Markt scheint von den hohen Gewinnerwartungen für halbleiterbezogene Unternehmen hin- und hergerissen zu sein", erklärten die Analysten der Sony Financial Group. Zu den größten Verlierern im Nikkei zählten Kioxia Holdings(285A.T) mit einem Minus von 16,05 Prozent sowie Taiyo Yuden(6976.T) und Screen Holdings(7735.T), die 15,45 beziehungsweise 11,45 Prozent einbüßten. Gegen den Trend legten Shift(3697.T) um 6,59 Prozent und Seven & I Holdings(3382.T) um 4,38 Prozent zu. Politisch beruhigte die Regierung in Tokio die Gemüter: Einem Entwurf zufolge will Ministerpräsidentin Sanae Takaichi die geldpolitischen Entscheidungen explizit der Bank of Japan (BOJ) überlassen, nachdem frühere Einmischungsversuche einen Ausverkauf bei Yen und Anleihen ausgelöst hatten.
Neben den Zinssorgen in den USA drückten auch geopolitische Risiken auf die Stimmung, nachdem die US-Regierung neue Angriffe auf den Iran gestartet hatte und US-Präsident Donald Trump mit einer weiteren Eskalation drohte. In China stand derweil die Technologiepolitik im Fokus. Auf der Weltkonferenz für Künstliche Intelligenz (WAIC) in Shanghai forderte der chinesische Präsident Xi Jinping einen "menschenzentrierten" Ansatz bei der KI-Entwicklung. Er betonte die Notwendigkeit, Risiken zu kontrollieren und kündigte an, Ländern des Globalen Südens den Zugang zu KI-Technologien zu erleichtern, um "neue historische Ungerechtigkeiten" zu verhindern.
Devisen
Am Devisenmarkt hielt sich der Dollar stabil, gestützt durch eine erneute Nachfrage nach sicheren Häfen und gesunkene Erwartungen an baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Fed. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 162,41 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,7766 Yuan(CNY=) zu. Die anhaltende Schwäche der japanischen Währung, die nahe einem 40-Jahres-Tief notiert, rief erneut Finanzminister Satsuki Katayama auf den Plan, der mit verbalen Interventionen versuchte, den Yen zu stützen. Zur Schweizer Währung rückte der Dollar etwas auf 0,8088 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1437 Dollar und zog leicht auf 0,9251 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise
Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten trieben die Ölpreise auf den höchsten Wochengewinn seit drei Monaten. Auslöser waren neue Angriffe der USA auf iranische Ziele, die Befürchtungen über mögliche Zerstörungen der Ölinfrastruktur weckten. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,8 Prozent auf 84,86 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,9 Prozent fester bei 79,65 Dollar. Auf Wochensicht steuern beide Sorten damit auf ein Plus von mehr als elf Prozent zu.
Wall Street
Die Vorgaben aus den USA fielen negativ aus, da auch an der Wall Street Technologiewerte trotz eines starken Starts in die Berichtssaison unter die Räder kamen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Donnerstag mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 52.552,97 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 0,5 Prozent auf 7.533,77 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 1,5 Prozent auf 25.881,95 Stellen nach. Auch die US-Terminkontrakte deuteten am Freitag auf weitere Verluste hin.
(Bericht von Rae Wee, Rocky Swift, Yoshifumi Takemoto, Leika Kihara und Casey Hall, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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