14.07.26
07:29
Reuters
Frankfurt, 14. Jul (Reuters) - Eine drastische Senkung der Jahresziele hat die Aktien von Evotec(EVTG.DE) auf Talfahrt geschickt. Die Papiere des Hamburger Biotechunternehmens brachen im Frankfurter Handel um 31 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit 2016. Ein Händler sprach von einer harten Prognosesenkung und äußerst schwachen vorläufigen Quartalszahlen. Evotec rechnet im laufenden Jahr nur noch mit einem Umsatz von 570 bis 610 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Bislang waren 700 bis 780 Millionen Euro anvisiert worden. Analysten hatten LSEG-Daten zufolge im Schnitt mit 730 Millionen gerechnet. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) erwartet der Konzern, der auf Wirkstoffforschung und die Entwicklung neuer Medikamente für die Pharmaindustrie spezialisiert ist, nun einen Verlust zwischen 70 und 105 Millionen Euro, nachdem zuvor ein Gewinn von bis zu 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt worden war.
Hauptgrund für den gekappten Ausblick sind Evotec zufolge verzögerte Meilensteinzahlungen und später als geplante Abschlüsse neuer Partnerschaften. So würden erwartete Erlöse aus bestehenden Kooperationen erst im Jahr 2027 fließen. Da diese Umsätze in der Regel eine höhere Gewinnspanne aufwiesen, falle der Einfluss auf das operative Ergebnis überproportional aus, erklärte Finanzchefin Claire Hinshelwood. Im ersten Halbjahr verbuchte Evotec nach vorläufigen Zahlen bei einem Umsatz von rund 300 Millionen Euro einen operativen Verlust von knapp 43 Millionen. Konzernchef Christian Wojczewski sprach von einem herausfordernden Jahresbeginn. Er betonte jedoch, dass das Basisgeschäft zunehmend an Dynamik gewinne und das laufende Kostensenkungsprogramm nach Plan verlaufe.
Analysten zeigten sich jedoch skeptisch. Das zweite Quartal stelle eine deutliche Verschlechterung dar, hieß es bei der kanadischen Bank RBC. "Obwohl das Management zuversichtlich ist, dass sich die bestehenden strategischen Programme und die Pipeline nur verzögern und nicht verloren sind, glauben wir, dass es schwer werden wird, den Markt davon zu überzeugen", erklärten die Experten. Evotec hatte bereits im März den Abbau von bis zu 800 Stellen sowie die Schließung von vier Standorten angekündigt. Mit dem Umbau sollen die Kosten bis Ende 2027 um rund 75 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden.
(Bericht von Patricia Weiß und Anastasiia Kozlova, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
Hauptgrund für den gekappten Ausblick sind Evotec zufolge verzögerte Meilensteinzahlungen und später als geplante Abschlüsse neuer Partnerschaften. So würden erwartete Erlöse aus bestehenden Kooperationen erst im Jahr 2027 fließen. Da diese Umsätze in der Regel eine höhere Gewinnspanne aufwiesen, falle der Einfluss auf das operative Ergebnis überproportional aus, erklärte Finanzchefin Claire Hinshelwood. Im ersten Halbjahr verbuchte Evotec nach vorläufigen Zahlen bei einem Umsatz von rund 300 Millionen Euro einen operativen Verlust von knapp 43 Millionen. Konzernchef Christian Wojczewski sprach von einem herausfordernden Jahresbeginn. Er betonte jedoch, dass das Basisgeschäft zunehmend an Dynamik gewinne und das laufende Kostensenkungsprogramm nach Plan verlaufe.
Analysten zeigten sich jedoch skeptisch. Das zweite Quartal stelle eine deutliche Verschlechterung dar, hieß es bei der kanadischen Bank RBC. "Obwohl das Management zuversichtlich ist, dass sich die bestehenden strategischen Programme und die Pipeline nur verzögern und nicht verloren sind, glauben wir, dass es schwer werden wird, den Markt davon zu überzeugen", erklärten die Experten. Evotec hatte bereits im März den Abbau von bis zu 800 Stellen sowie die Schließung von vier Standorten angekündigt. Mit dem Umbau sollen die Kosten bis Ende 2027 um rund 75 Millionen Euro pro Jahr gesenkt werden.
(Bericht von Patricia Weiß und Anastasiia Kozlova, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)