08.07.26
18:00
Reuters
* Kräftiger Anstieg beim Ölpreis - Zinssorgen flammen wieder auf
* Warten auf Fed-Protokolle um 20.00 Uhr MESZ
* Apple kauft Broadcom-Chips für mehr als 30 Mrd Dollar
(Neu: Aktualisierte Kurse)
Frankfurt, 08. Jul (Reuters) - Eine neue Eskalation im Iran-Krieg hat die Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Mittwoch gut ein Prozent tiefer bei 52.334 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) verlor knapp ein halbes Prozent auf 7475 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gab leicht nach und lag bei 25.790 Stellen.
US-Präsident Donald Trump hat das vorläufige Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges für nichtig erklärt und mit neuen Angriffen gedroht. Er reagierte damit auf neue iranische Angriffe auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. "Die entscheidende Frage ist, ob dies einen vollständigen Zusammenbruch der Verhandlungen und eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen bedeutet oder lediglich einen vorübergehenden Rückschlag darstellt", sagte Matthew Ryan, Chefstratege beim Finanzdienstleister Ebury.
Die Angst vor neuen Lieferunterbrechungen verteuerte das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) um fünf bis sechs Prozent auf 78,44 und 73,80 Dollar je Fass (159 Liter). Zuletzt waren die Ölpreise auf das Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar zurückgefallen, da sich die USA und der Iran Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt hatten, das eine Waffenruhe und eine 60-tägige Frist zur Aushandlung einer Friedensvereinbarung vorsah. Der monatelang blockierte Schiffsverkehr durch die für Energietransporte wichtige Wasserstraße von Hormus lief langsam wieder an und verringerte die Versorgungsängste.
Der Optimismus sei offenbar verfrüht gewesen, meint Capital.com-Analystin Daniela Hathorn. Dennoch geht die Expertin nicht davon aus, dass die Anleger nun einen dauerhaften Angebotsschock einpreisen müssen. Ein länger anhaltender Konflikt zwischen den USA und dem Iran "würde für beide Seiten erhebliche wirtschaftliche und politische Kosten mit sich bringen". Der Markt dürfte aber weiter zwischen Phasen der Eskalation und Deeskalation schwanken.
Der Ölpreisanstieg fachte die Spekulationen auf baldige US-Zinserhöhungen wieder an. Der Goldpreis(XAU=) fiel um knapp ein Prozent auf 4068 Dollar je Feinunze. Gold verliert tendenziell an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft. Die Währungshüter der US-Notenbank Fed hatten den Leitzins auf der Sitzung im Juni konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf wegen der Inflationsgefahr durch die höheren Energiepreise avisiert. Um 20.00 Uhr MESZ wurden die Protokolle der ersten Zinssitzung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh erwartet. Sie könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed bringen.
Von den steigenden Ölpreisen profitierten die Aktien von Energiekonzernen. Die Papiere von Chevron(CVX.N) legten um rund ein Prozent zu. Dagegen belastete die Erwartung steigender Treibstoffpreise die Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbietern. Die Titel von Norwegian Cruise(NCLH.N), Alaska Air(ALK.N), Carnival(CCL.N) und United Airlines(UAL.O) gaben 2,3 bis fast vier Prozent nach.
Für Gesprächsstoff sorgte auch Broadcom(AVGO.O). Die unlängst bekanntgegebene Verlängerung des Lieferabkommens zwischen dem Chiphersteller und Apple(AAPL.O) hat ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar. Der iPhone-Anbieter werde in den kommenden Jahren vor allem Funkchips des Halbleiter-Herstellers nutzen, teilten die beiden Unternehmen mit. Die Broadcom-Aktien stiegen daraufhin um sechs Prozent. "Jede Ankündigung von Apple, dass die eigene Ausrüstung zum Einsatz kommt, ist eine gute Nachricht - vor allem, wenn man bedenkt, dass weltweit 2,5 Milliarden Apple-Geräte genutzt werden", erklärte Art Hogan, Chefstratege beim Vermögensverwalter B. Riley Wealth.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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08.07.26
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Reuters
(Neu: Aktualisierte Kurse) Frankfurt, 08. Jul (Reuters) - Eine neue Eskalation im Iran-Krieg hat die Anleger an der Wall Street verunsichert. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Mittwoch gut ein Prozent tiefer bei 52.334 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) verlor knapp ein halbes Prozent auf 7475 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) gab leicht nach und lag bei 25.790 Stellen. US-Präsident Donald Trump hat das vorläufige Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges für nichtig erklärt und mit neuen Angriffen gedroht. Er reagierte damit auf neue iranische Angriffe auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. "Die entscheidende Frage ist, ob dies einen vollständigen Zusammenbruch der Verhandlungen und eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen bedeutet oder lediglich einen vorübergehenden Rückschlag darstellt", sagte Matthew Ryan, Chefstratege beim Finanzdienstleister Ebury.
ZU VIEL OPTIMISMUS EINGEPREIST
Die Angst vor neuen Lieferunterbrechungen verteuerte das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) um fünf bis sechs Prozent auf 78,44 und 73,80 Dollar je Fass (159 Liter). Zuletzt waren die Ölpreise auf das Vorkriegsniveau von rund 70 Dollar zurückgefallen, da sich die USA und der Iran Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen verständigt hatten, das eine Waffenruhe und eine 60-tägige Frist zur Aushandlung einer Friedensvereinbarung vorsah. Der monatelang blockierte Schiffsverkehr durch die für Energietransporte wichtige Wasserstraße von Hormus lief langsam wieder an und verringerte die Versorgungsängste. Der Optimismus sei offenbar verfrüht gewesen, meint Capital.com-Analystin Daniela Hathorn. Dennoch geht die Expertin nicht davon aus, dass die Anleger nun einen dauerhaften Angebotsschock einpreisen müssen. Ein länger anhaltender Konflikt zwischen den USA und dem Iran "würde für beide Seiten erhebliche wirtschaftliche und politische Kosten mit sich bringen". Der Markt dürfte aber weiter zwischen Phasen der Eskalation und Deeskalation schwanken. Der Ölpreisanstieg fachte die Spekulationen auf baldige US-Zinserhöhungen wieder an. Der Goldpreis(XAU=) fiel um knapp ein Prozent auf 4068 Dollar je Feinunze. Gold verliert tendenziell an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft. Die Währungshüter der US-Notenbank Fed hatten den Leitzins auf der Sitzung im Juni konstant gehalten, aber eine mögliche Straffung im Jahresverlauf wegen der Inflationsgefahr durch die höheren Energiepreise avisiert. Um 20.00 Uhr MESZ wurden die Protokolle der ersten Zinssitzung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh erwartet. Sie könnten Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed bringen.
ÖLKONZERNE IM AUFWIND - AIRLINES UNTER DRUCK
Von den steigenden Ölpreisen profitierten die Aktien von Energiekonzernen. Die Papiere von Chevron(CVX.N) legten um rund ein Prozent zu. Dagegen belastete die Erwartung steigender Treibstoffpreise die Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtanbietern. Die Titel von Norwegian Cruise(NCLH.N), Alaska Air(ALK.N), Carnival(CCL.N) und United Airlines(UAL.O) gaben 2,3 bis fast vier Prozent nach. Für Gesprächsstoff sorgte auch Broadcom(AVGO.O). Die unlängst bekanntgegebene Verlängerung des Lieferabkommens zwischen dem Chiphersteller und Apple(AAPL.O) hat ein Volumen von mehr als 30 Milliarden Dollar. Der iPhone-Anbieter werde in den kommenden Jahren vor allem Funkchips des Halbleiter-Herstellers nutzen, teilten die beiden Unternehmen mit. Die Broadcom-Aktien stiegen daraufhin um sechs Prozent. "Jede Ankündigung von Apple, dass die eigene Ausrüstung zum Einsatz kommt, ist eine gute Nachricht - vor allem, wenn man bedenkt, dass weltweit 2,5 Milliarden Apple-Geräte genutzt werden", erklärte Art Hogan, Chefstratege beim Vermögensverwalter B. Riley Wealth.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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