06.07.26
11:35
Reuters
* Emissionsvolumen von 28 Milliarden Dollar angestrebt
* Bereits milliardenschweres Kaufinteressente
* Weitere asiatische Firmen buhmlen um internationale Anlegern an
(Neu: Details, Anlegerinteresse, Unimicron, Powerchip)
Frankfurt, 06. Jul (Reuters) - Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix(000660.KS) plant eine Rekord-Zweitplatzierung an der Wall Street. Das Emissionsvolumen werde voraussichtlich bei 28 Milliarden Dollar liegen, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Pflichtmitteilung von SK Hynix. Dies wäre die größte Emission sogenannter American Depositary Receipts (ADRs) der Geschichte und nach SpaceX(SPCX.O) der zweitgrößte Börsengang überhaupt. Die Vermögensverwalter Baillie Gifford Overseas, Coatue und Situational Awareness hätten bereits Interesse an Papieren im Volumen von insgesamt sieben Milliarden Dollar signalisiert, teilte Hynix mit. Baillie Gifford wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Die beiden anderen Finanzinvestoren waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
An der US-Technologiebörse Nasdaq(NDAQ.O) sollen den Angaben zufolge 179,9 Millionen Hynix-ADRs notiert werden. Dabei stehen jeweils zehn dieser Hinterlegungsscheine für eine unlängst ausgegebene Aktie des Unternehmens. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fließen. Bei diesem Börsengang gehe es aber nicht allein darum, Kapital aufzunehmen, betonte Dave Mazza, der Chef des Vermögensverwalters Roundhill. "SK Hynix ist eines der weltweit bedeutendsten Unternehmen, an dem die meisten US-Investoren nicht ohne Weiteres Anteile halten konnten." Mit der Zweitnotiz an der Wall Street falle diese Hürde weg.
Der Zuteilungspreis für die Hynix-ADRs soll am Donnerstag festgesetzt werden. Das Handelsdebüt an der Wall Street ist für Freitag geplant. Die Papiere werden voraussichtlich zeitnah in den Philadelphia-Halbleiterindex(.SOX) aufgenommen. Dies könnte zusätzliche automatische Käufe von Fonds auslösen, die diesen Index abbilden.
Andere asiatische Chipfirmen nutzen die positive Branchenstimmung ebenfalls. So will der Halbleiter-Hersteller Unimicron(3037.TW) durch den Verkauf sogenannter Global Depository Shares (GDSs) an ausländische Investoren 1,4 Milliarden Dollar zur Finanzierung von Rohstoffkäufen in Fremdwährungen erlösen. Die Papiere sollen an der Luxemburger Börse gehandelt werden. Vor einigen Wochen hatte das ebenfalls aus Taiwan stammende Unternehmen Powerchip(6770.TW) durch eine GDS-Emission 890 Millionen Dollar für den Kauf zusätzlicher Maschinen erhalten.
SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Der Bauboom in diesem Bereich führt zu Lieferengpässen bei HBM- und traditionellen Halbleitern. Durch die Preisexplosion verbuchen Hynix sowie die Wettbewerber Samsung(005930.KS) und Micron(MU.O) ein Rekordquartal nach dem anderen.
Vor wenigen Wochen hatte Hynix Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas abgelöst. Dabei drohte dem Unternehmen vor einem knappen Vierteljahrhundert der Verkauf an den US-Rivalen Micron. Hohe Schulden durch eine aggressive Expansionsstrategie hatten Hynix in Schieflage gebracht. Inzwischen stehen Hynix und Samsung im Mittelpunkt einer Regierungsinitiative, die mit Investitionen von umgerechnet mehreren hundert Milliarden Euro Südkoreas weltweite Spitzenstellung bei Chip-Exporten sichern soll.
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| CHRONIK-Chipkonzern Hynix: Vom Pleitekandidaten zum | |
| Börsenliebling | [nL8N42W11P] |
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(Bericht von Scott Murdoch, Hyunjoo Jin, Gregor Stuart Hunter und Yantoultra Ngui; geschrieben von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
06.07.26
11:35
Reuters
(Neu: Details, Anlegerinteresse, Unimicron, Powerchip)
Frankfurt, 06. Jul (Reuters) - Der südkoreanische Chipkonzern SK Hynix(000660.KS) plant eine Rekord-Zweitplatzierung an der Wall Street. Das Emissionsvolumen werde voraussichtlich bei 28 Milliarden Dollar liegen, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Pflichtmitteilung von SK Hynix. Dies wäre die größte Emission sogenannter American Depositary Receipts (ADRs) der Geschichte und nach SpaceX(SPCX.O) der zweitgrößte Börsengang überhaupt. Die Vermögensverwalter Baillie Gifford Overseas, Coatue und Situational Awareness hätten bereits Interesse an Papieren im Volumen von insgesamt sieben Milliarden Dollar signalisiert, teilte Hynix mit. Baillie Gifford wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Die beiden anderen Finanzinvestoren waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
An der US-Technologiebörse Nasdaq(NDAQ.O) sollen den Angaben zufolge 179,9 Millionen Hynix-ADRs notiert werden. Dabei stehen jeweils zehn dieser Hinterlegungsscheine für eine unlängst ausgegebene Aktie des Unternehmens. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fließen. Bei diesem Börsengang gehe es aber nicht allein darum, Kapital aufzunehmen, betonte Dave Mazza, der Chef des Vermögensverwalters Roundhill. "SK Hynix ist eines der weltweit bedeutendsten Unternehmen, an dem die meisten US-Investoren nicht ohne Weiteres Anteile halten konnten." Mit der Zweitnotiz an der Wall Street falle diese Hürde weg.
Der Zuteilungspreis für die Hynix-ADRs soll am Donnerstag festgesetzt werden. Das Handelsdebüt an der Wall Street ist für Freitag geplant. Die Papiere werden voraussichtlich zeitnah in den Philadelphia-Halbleiterindex(.SOX) aufgenommen. Dies könnte zusätzliche automatische Käufe von Fonds auslösen, die diesen Index abbilden.
Andere asiatische Chipfirmen nutzen die positive Branchenstimmung ebenfalls. So will der Halbleiter-Hersteller Unimicron(3037.TW) durch den Verkauf sogenannter Global Depository Shares (GDSs) an ausländische Investoren 1,4 Milliarden Dollar zur Finanzierung von Rohstoffkäufen in Fremdwährungen erlösen. Die Papiere sollen an der Luxemburger Börse gehandelt werden. Vor einigen Wochen hatte das ebenfalls aus Taiwan stammende Unternehmen Powerchip(6770.TW) durch eine GDS-Emission 890 Millionen Dollar für den Kauf zusätzlicher Maschinen erhalten.
CHRONIK-Chipkonzern Hynix: Vom Pleitekandidaten zum Börsenliebling
SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Der Bauboom in diesem Bereich führt zu Lieferengpässen bei HBM- und traditionellen Halbleitern. Durch die Preisexplosion verbuchen Hynix sowie die Wettbewerber Samsung(005930.KS) und Micron(MU.O) ein Rekordquartal nach dem anderen.
Vor wenigen Wochen hatte Hynix Samsung als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen Südkoreas abgelöst. Dabei drohte dem Unternehmen vor einem knappen Vierteljahrhundert der Verkauf an den US-Rivalen Micron. Hohe Schulden durch eine aggressive Expansionsstrategie hatten Hynix in Schieflage gebracht. Inzwischen stehen Hynix und Samsung im Mittelpunkt einer Regierungsinitiative, die mit Investitionen von umgerechnet mehreren hundert Milliarden Euro Südkoreas weltweite Spitzenstellung bei Chip-Exporten sichern soll.
(Bericht von Scott Murdoch, Hyunjoo Jin, Gregor Stuart Hunter und Yantoultra Ngui; geschrieben von Hakan Ersen, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)