01.07.26
17:25
Reuters
* Stockende US-Iran-Gespräche grenzen Gewinne ein
* Getty bläst Fusion mit Shutterstock ab - Aktien fallen
* Bericht über Cloud-Pläne gibt Meta Rückenwind
(Neu: Öl, Warsh-Aussagen, Meta)
Frankfurt, 01. Jul (Reuters) - Die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh haben die Stimmung an der Wall Street etwas aufgehellt. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Mittwoch 0,3 Prozent höher bei 52.492 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gewann 0,1 Prozent auf 7506 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) verlor 0,3 Prozent auf 26.142 Stellen. Im früheren Handelsverlauf hatten die drei Börsenbarometer um 0,6 bis ein Prozent nachgegeben.
Warsh bekräftigte zwar das Ziel der US-Notenbank Fed, die Inflation auf zwei Prozent zu senken. Die Preisrisiken hätten in den vergangenen Wochen jedoch nachgelassen, sagte er. Dies beruhigte Anleger, die zuletzt weitere Zinserhöhungen befürchtet hatten. "Sollte der Energiepreisschock aus den Monatsdaten herausfallen und sollten Wohnkosten und Mieten bis zum Jahresende die Inflation dämpfen, wovon unsere US-Analysten weiterhin ausgehen, dann wird die Fed die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen", sagte Lauren van Biljon, Portfoliomanagerin beim Vermögensverwalter Allspring Global Investments.
Sorgen über die Lage im Nahen Osten grenzten jedoch die Kursgewinne ein. Der Iran hatte am Dienstag erklärt, es werde zunächst kein Treffen mit US-Gesandten geben. In Katars Hauptstadt Doha finden indirekte Gespräche auf Fachebene zwischen den USA und dem Iran statt. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte, vermitteln Katar und Pakistan in den Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich optimistisch über den Verlauf. Experten zeigten sich jedoch skeptisch. "Von großer Euphorie am Markt kann derzeit keine Rede sein", sagte Benjamin Jones, Chefanalyst bei Invesco. "Die Anleger sind zwar grundsätzlich positiv gestimmt, bleiben aber vorsichtig."
Die stockenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran schürten die Sorge vor neuen Lieferengpässen am Rohölmarkt, sagte Tamas Varga, Analyst bei PVM Associates. Nach einem anfänglichen Anstieg drehten die Ölpreise jedoch erneut ins Minus. Brent-Rohöl(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund zwei Prozent auf 71,38 und 68,36 Dollar je Fass (159 Liter). Anleger seien optimistisch, dass die Hindernisse in den Verhandlungen bald überwunden würden, erläuterte Varga. Die Ölpreise liegen mittlerweile in etwa auf Vorkriegsniveau.
Bei den Unternehmen hat die Bildagentur Getty Images(GETY.N) die geplante Fusion mit dem Rivalen Shutterstock(SSTK.N) abgesagt. Die Shutterstock-Aktie brach nach der Ankündigung um fast 30 Prozent ein, während Getty um 6,4 Prozent abrutschte. Grund seien die Auflagen der britischen Wettbewerbsbehörde CMA, teilte Getty mit.
Für gute Stimmung sorgte hingegen Meta(META.O). Die Titel des Facebook-Mutterkonzerns legten um rund zehn Prozent zu. Meta wolle mit einem eigenen Cloud-Geschäft überschüssige KI-Rechenkapazität an andere Unternehmen verkaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. So könnte der Konzern seine Abhängigkeit vom Werbegeschäft verringern. Die Aktien sogenannter Neocloud-Anbieter wie Nebius(NBIS.O), CoreWeave(CRWV.O) und Iren(IREN.O) rutschten nach dem Bericht um 3,7 bis 13,7 Prozent ab. "Firmen wie CoreWeave und Nebius sind für ihr Wachstum auf Meta angewiesen, und Meta braucht sie nun möglicherweise nicht mehr", erläuterte Gil Luria vom Finanzdienstleister D.A. Davidson.
Auch der Geschäftsbericht von Nike(NKE.N) konnte die Anleger insgesamt überzeugen. Die Aktien des weltgrößten Sportartikelherstellers machten ihre anfänglichen Verluste von rund 2,5 Prozent wieder wett und legten um gut vier Prozent zu. Nike kann die Früchte der neuen Strategie von Vorstandschef Elliott Hill zwar noch nicht ernten. Allerdings übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 und stellte für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026/27 eine leicht positive Bruttomarge in Aussicht.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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01.07.26
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Reuters
(Neu: Öl, Warsh-Aussagen, Meta)
Frankfurt, 01. Jul (Reuters) - Die jüngsten Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh haben die Stimmung an der Wall Street etwas aufgehellt. Der Dow-Jones-Index(.DJI) der Standardwerte notierte am Mittwoch 0,3 Prozent höher bei 52.492 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500(.SPX) gewann 0,1 Prozent auf 7506 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) verlor 0,3 Prozent auf 26.142 Stellen. Im früheren Handelsverlauf hatten die drei Börsenbarometer um 0,6 bis ein Prozent nachgegeben.
Warsh bekräftigte zwar das Ziel der US-Notenbank Fed, die Inflation auf zwei Prozent zu senken. Die Preisrisiken hätten in den vergangenen Wochen jedoch nachgelassen, sagte er. Dies beruhigte Anleger, die zuletzt weitere Zinserhöhungen befürchtet hatten. "Sollte der Energiepreisschock aus den Monatsdaten herausfallen und sollten Wohnkosten und Mieten bis zum Jahresende die Inflation dämpfen, wovon unsere US-Analysten weiterhin ausgehen, dann wird die Fed die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen", sagte Lauren van Biljon, Portfoliomanagerin beim Vermögensverwalter Allspring Global Investments.
NAHOST-SORGEN GRENZEN GEWINNE EIN
Sorgen über die Lage im Nahen Osten grenzten jedoch die Kursgewinne ein. Der Iran hatte am Dienstag erklärt, es werde zunächst kein Treffen mit US-Gesandten geben. In Katars Hauptstadt Doha finden indirekte Gespräche auf Fachebene zwischen den USA und dem Iran statt. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte, vermitteln Katar und Pakistan in den Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump äußerte sich optimistisch über den Verlauf. Experten zeigten sich jedoch skeptisch. "Von großer Euphorie am Markt kann derzeit keine Rede sein", sagte Benjamin Jones, Chefanalyst bei Invesco. "Die Anleger sind zwar grundsätzlich positiv gestimmt, bleiben aber vorsichtig."
Die stockenden Gespräche zwischen den USA und dem Iran schürten die Sorge vor neuen Lieferengpässen am Rohölmarkt, sagte Tamas Varga, Analyst bei PVM Associates. Nach einem anfänglichen Anstieg drehten die Ölpreise jedoch erneut ins Minus. Brent-Rohöl(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich um jeweils rund zwei Prozent auf 71,38 und 68,36 Dollar je Fass (159 Liter). Anleger seien optimistisch, dass die Hindernisse in den Verhandlungen bald überwunden würden, erläuterte Varga. Die Ölpreise liegen mittlerweile in etwa auf Vorkriegsniveau.
SHUTTERSTOCK MIT KURSEINBRUCH - META IM AUFWIND
Bei den Unternehmen hat die Bildagentur Getty Images(GETY.N) die geplante Fusion mit dem Rivalen Shutterstock(SSTK.N) abgesagt. Die Shutterstock-Aktie brach nach der Ankündigung um fast 30 Prozent ein, während Getty um 6,4 Prozent abrutschte. Grund seien die Auflagen der britischen Wettbewerbsbehörde CMA, teilte Getty mit.
Für gute Stimmung sorgte hingegen Meta(META.O). Die Titel des Facebook-Mutterkonzerns legten um rund zehn Prozent zu. Meta wolle mit einem eigenen Cloud-Geschäft überschüssige KI-Rechenkapazität an andere Unternehmen verkaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. So könnte der Konzern seine Abhängigkeit vom Werbegeschäft verringern. Die Aktien sogenannter Neocloud-Anbieter wie Nebius(NBIS.O), CoreWeave(CRWV.O) und Iren(IREN.O) rutschten nach dem Bericht um 3,7 bis 13,7 Prozent ab. "Firmen wie CoreWeave und Nebius sind für ihr Wachstum auf Meta angewiesen, und Meta braucht sie nun möglicherweise nicht mehr", erläuterte Gil Luria vom Finanzdienstleister D.A. Davidson.
Auch der Geschäftsbericht von Nike(NKE.N) konnte die Anleger insgesamt überzeugen. Die Aktien des weltgrößten Sportartikelherstellers machten ihre anfänglichen Verluste von rund 2,5 Prozent wieder wett und legten um gut vier Prozent zu. Nike kann die Früchte der neuen Strategie von Vorstandschef Elliott Hill zwar noch nicht ernten. Allerdings übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 und stellte für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2026/27 eine leicht positive Bruttomarge in Aussicht.
(Bericht von Sanne Schimanski Redigiert von Scot W. Stevenson Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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