25.06.26
08:26
Reuters
Frankfurt, 25. Jun (Reuters) - Die überraschend starken Geschäftszahlen und der optimistische Ausblick des Chipkonzerns Micron(MU.O) ermutigen Anleger zum Wiedereinstieg in die Technologiebranche. In Deutschland gehörten der Halbleiter-Hersteller Infineon(IFXGn.DE) sowie die Zulieferer Aixtron(AIXGn.DE) und Süss Microtec(SMHNn.DE) mit Kursgewinnen von bis zu 7,8 Prozent zu den Favoriten. Auf europäischer Ebene lagen der Infineon-Rivale STMicro(STMPA.PA) und der Spezialmaschinenbauer ASML(ASML.AS) mit einem Plus von jeweils etwa 4,5 Prozent weit vorn. Asiatische Technologiewerte legten teilweise noch stärker zu: Die südkoreanischen Micron-Konkurrenten Samsung(005930.KS) und SK Hynix(000660.KS) gewannen bis zu 13 Prozent. Die in Frankfurt(MU.F) notierten Micron-Titel verteuerten sich um mehr als 19 Prozent, so stark wie seit elf Jahren nicht mehr.
"Die Quartalszahlen von Micron haben selbst die kühnsten Erwartungen in den Schatten gestellt", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses CMC Markets. Der US-Konzern verfünffachte den Umsatz nahezu auf 41,46 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag mit 25,11 Dollar je Aktie mehr als 13-mal so hoch wie vor Jahresfrist. Ein Ende dieses rasanten Wachstums ist nicht in Sicht. Micron zufolge hätten einige Großkunden Speicherchips im Wert von 22 Milliarden Dollar verbindlich bestellt und bereits Anzahlungen geleistet. Hinzu kämen weitere Aufträge über 100 Milliarden Dollar.
Der Umfang des Ausbaus der KI-Infrastruktur werde unterschätzt, sagte Daniel Newman, der Chef des Research-Hauses Futurum Group. "Speicherchips werden wegen der Lieferengpässe auch weiterhin zu Spitzenpreisen gehandelt." Micron zufolge wird die Nachfrage das Angebot bis mindestens Ende 2027 übersteigen.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt die Technologiebranche von einem optimistischen Qualcomm(QCOM.O)-Ausblick. Der weltgrößte Anbieter von Smartphone-Chips erweitert seine Angebotspalette und will 2029 40 Milliarden Dollar Umsatz mit Halbleitern für andere Anwendungsgebiete machen. Bislang hatte der US-Konzern 22 Milliarden Dollar angepeilt. Innerhalb der kommenden drei Jahre würden die Einnahmen aus dem Geschäft mit Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) voraussichtlich auf 15 Milliarden Dollar steigen. Mit dem Softwarekonzern Microsoft(MSFT.O) und der Facebook-Mutter Meta(META.O) hat Qualcomm bereits zwei Großkunden für diese Produkte gewonnen. In Frankfurt(QCOM.F) legten Qualcomm-Aktien daraufhin knapp acht Prozent zu.
(Bericht von Hakan Ersen. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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25.06.26
08:26
Reuters
Frankfurt, 25. Jun (Reuters) - Die überraschend starken Geschäftszahlen und der optimistische Ausblick des Chipkonzerns Micron(MU.O) ermutigen Anleger zum Wiedereinstieg in die Technologiebranche. In Deutschland gehörten der Halbleiter-Hersteller Infineon(IFXGn.DE) sowie die Zulieferer Aixtron(AIXGn.DE) und Süss Microtec(SMHNn.DE) mit Kursgewinnen von bis zu 7,8 Prozent zu den Favoriten. Auf europäischer Ebene lagen der Infineon-Rivale STMicro(STMPA.PA) und der Spezialmaschinenbauer ASML(ASML.AS) mit einem Plus von jeweils etwa 4,5 Prozent weit vorn. Asiatische Technologiewerte legten teilweise noch stärker zu: Die südkoreanischen Micron-Konkurrenten Samsung(005930.KS) und SK Hynix(000660.KS) gewannen bis zu 13 Prozent. Die in Frankfurt(MU.F) notierten Micron-Titel verteuerten sich um mehr als 19 Prozent, so stark wie seit elf Jahren nicht mehr.
"Die Quartalszahlen von Micron haben selbst die kühnsten Erwartungen in den Schatten gestellt", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses CMC Markets. Der US-Konzern verfünffachte den Umsatz nahezu auf 41,46 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn lag mit 25,11 Dollar je Aktie mehr als 13-mal so hoch wie vor Jahresfrist. Ein Ende dieses rasanten Wachstums ist nicht in Sicht. Micron zufolge hätten einige Großkunden Speicherchips im Wert von 22 Milliarden Dollar verbindlich bestellt und bereits Anzahlungen geleistet. Hinzu kämen weitere Aufträge über 100 Milliarden Dollar.
Der Umfang des Ausbaus der KI-Infrastruktur werde unterschätzt, sagte Daniel Newman, der Chef des Research-Hauses Futurum Group. "Speicherchips werden wegen der Lieferengpässe auch weiterhin zu Spitzenpreisen gehandelt." Micron zufolge wird die Nachfrage das Angebot bis mindestens Ende 2027 übersteigen.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt die Technologiebranche von einem optimistischen Qualcomm(QCOM.O)-Ausblick. Der weltgrößte Anbieter von Smartphone-Chips erweitert seine Angebotspalette und will 2029 40 Milliarden Dollar Umsatz mit Halbleitern für andere Anwendungsgebiete machen. Bislang hatte der US-Konzern 22 Milliarden Dollar angepeilt. Innerhalb der kommenden drei Jahre würden die Einnahmen aus dem Geschäft mit Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) voraussichtlich auf 15 Milliarden Dollar steigen. Mit dem Softwarekonzern Microsoft(MSFT.O) und der Facebook-Mutter Meta(META.O) hat Qualcomm bereits zwei Großkunden für diese Produkte gewonnen. In Frankfurt(QCOM.F) legten Qualcomm-Aktien daraufhin knapp acht Prozent zu.
(Bericht von Hakan Ersen. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter (für Politik und Konjunktur) oder (für Unternehmen und Märkte).)