23.06.26
14:28
Reuters
23. Jun (Reuters) - Es folgt der Börsen-Ticker zu wichtigen Kursbewegungen an den internationalen Finanzmärkten und ihren Ursachen:
16.20 Uhr - Ein enttäuschender Geschäftsausblick belastet die Aktien des Kreuzfahrt-Anbieters Carnival(CCL.N). Die Papiere brechen um rund acht Prozent ein. Das Unternehmen rechnet für das dritte Quartal nur mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von etwa 1,35 Dollar, nachdem Analysten LSEG-Daten zufolge mit 1,42 Dollar gerechnet hatten. Als Grund nannte Carnival den anhaltenden Einfluss höherer Treibstoffpreise. Im Sog der Nachrichten geben auch die Papiere der Konkurrenten Norwegian Cruise Line(NCLH.N) und Royal Caribbean(RCL.N) um zwei beziehungsweise fünf Prozent nach.
14.40 Uhr - Die Ankündigung einer Aktienplatzierung schickt die Titel der US-Kinokette AMC(AMC.N) auf Talfahrt. Die Papiere brechen im vorbörslichen US-Handel mehr als 20 Prozent auf 2,18 Dollar ein. Das Unternehmen plant den Verkauf von 95,25 Millionen Aktien, um rund 200 Millionen Dollar einzunehmen. Mit dem Erlös sollen hauptsächlich 2027 fällige Anleihen mit einem Zinssatz von 6,125 Prozent im Volumen von 125,5 Millionen Dollar getilgt werden. Die restlichen Mittel könnten für die Rückzahlung weiterer Schulden, die Modernisierung von Kinos und andere Ausgaben verwendet werden.
11.28 Uhr - Die Aktien des weltweit größten Beleuchtungsherstellers Signify(LIGHT.AS) brechen nach der Vorstellung neuer Mittelfristziele zeitweise mehr als 17 Prozent ein. Auf einem Kapitalmarkttag präsentierte das Unternehmen auch seine neue Dividendenpolitik, die bei Investoren für Enttäuschung sorgt. Die geplante Ausschüttung von 40 bis 50 Prozent des bereinigten Nettogewinns bedeute faktisch eine Kürzung der erwarteten Dividende je Aktie um 45 Prozent, monieren die Experten von JPMorgan. Dies sei eine "große Überraschung". Zudem sei das neue Ziel einer Ebita-Marge von zehn Prozent bis 2029 zwar realistisch, lasse aber Ambitionen vermissen, da es unter den bisherigen Vorgaben liege. Analysten der Bank ING erklären, die Ankündigungen untermauerten ihre Einschätzung, dass Signify strukturell ein Geschäft mit geringem Wachstum bleibe. Neben der Dividendenkürzung drückt auch die Ankündigung auf die Stimmung, dass es in naher Zukunft keine neuen Aktienrückkäufe geben wird.
09.52 Uhr - Anleger stoßen bei Heineken(HEIN.AS) auf die Ernennung eines neuen Konzernchefs an. Die Aktien der weltweit zweitgrößten Brauerei steigen um zwei Prozent auf ein Drei-Monats-Hoch. Rafael Oliveira soll im Oktober den Posten des Vorstandsvorsitzenden für eine Amtszeit von vier Jahren übernehmen. Er kommt vom niederländischen Kaffeekonzern JDE Peet's, den er seit 2024 leitet. Analysten von KBC Securities erwarten durch den Wechsel kurzfristig keine größeren strategischen Veränderungen. Heineken war seit Anfang Juni ohne Vorstandsvorsitzenden, nachdem der bisherige CEO Dolf van den Brink im Januar überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte.
08.15 Uhr - Nach der Wall Street und Asien geraten auch im Frankfurter Frühhandel Technologiewerte unter Druck. Die Titel des Chipherstellers Infineon(IFXGn.DE) und des Chip-Anlagenbauers Aixtron(AIXGn.DE) geben jeweils rund vier Prozent nach und sind damit die schwächsten Werte im Dax beziehungsweise im Nebenwerte-Index MDax. Im Kleinwerte-Index SDax rutscht Chipausrüster Suss Microtec(SMHNn.DE) mit einem Kursabschlag von knapp acht Prozent ans Ende. "Die Schwäche der Technologieaktien weltweit beunruhigt die Anleger, während neue Impulse aus den laufenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran fehlen", konstatierte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. "Der Dax gerät unter dieselbe Welle an Gewinnmitnahmen, die auch Asien und die US-Börsen erfasst hat."
07.40 Uhr - Die Finanzierung der Mehrheitsbeteiligung an Deutschlands zweitgrößtem Hochspannungsnetzbetreiber Amprion setzt RWE(RWEG.DE) zu. Die Titel des Essener Energiekonzerns geben im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um 2,5 Prozent nach. RWE hatte am Vorabend mitgeteilt, seine Beteiligung an Amprion für 3,6 Milliarden Euro aufzustocken. Finanziert hat RWE den Einstieg über den Verkauf von 74,3 Millionen Aktien, die knapp zur Hälfte aus einer Kapitalerhöhung und zur Hälfte aus dem Eigenbestand stammen. "RWE finanzierte einen strategisch attraktiven Ausbau des regulierten Netzes, ohne seine Verschuldung weiter zu erhöhen", kommentierte ein Händler. "Daher wird die Aktie heute 'technisch' aufgrund der Verwässerung schwächer notieren, doch die Transaktion ist positiv zu bewerten."
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