22.06.26
03:35
Reuters
Sydney/Tokio/Singapur/Shanghai, 22. Jun (Reuters) - Die Hoffnungen auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie ein anhaltender KI-Boom haben die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart am Montag angetrieben. Der japanische Leitindex Nikkei(.N225) stieg um 1,4 Prozent auf 72.247,21 Punkte und übersprang damit erstmals die Marke von 72.000 Zählern. Zuvor hatte er ein Rekordhoch von 72.269,64 Punkten erreicht. Der breiter gefasste Topix(.TOPX) gewann 1,1 Prozent auf 4089,59 Zähler. Auch in Südkorea ging es bergauf: Der Leitindex(.KS11) legte dank einer starken Nachfrage nach Halbleiterwerten um 2,6 Prozent zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans(.MIAPJ0000PUS) verbuchte ein Plus von 1,0 Prozent. Die chinesischen Blue Chips(.CSI300) traten dagegen auf der Stelle.
In Tokio überwog die Euphorie über Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) die geopolitische Unsicherheit. "KI-bezogene Unternehmen spielen wieder einmal eine führende Rolle bei der Marktentwicklung", sagte Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities. "Eine hohe Wachsamkeit hinsichtlich der Entwicklungen im Iran und im Nahen Osten dürfte jedoch anhalten." Zu den größten Gewinnern zählten J.Front Retailing(3086.T) mit einem Kurssprung von 16,2 Prozent nach dem Einstieg eines aktivistischen Investors. Auch der Roboterbauer Fanuc(6954.T) und Yaskawa Electric(6506.T) legten um rund acht beziehungsweise neun Prozent zu. Zu den Verlierern gehörten Taiyo Yuden(6976.T) und Tokyo Electric Power(9501.T) mit Abschlägen von jeweils gut drei Prozent.
In China hielt die Zentralbank unterdessen die Füße still und beließ die Leitzinsen den 13. Monat in Folge unverändert. Der einjährige Referenzzins (LPR)(CNYLPR1Y=CFXS) verharrte bei 3,00 Prozent, der fünfjährige(CNYLPR5Y=CFXS) bei 3,50 Prozent. Dies signalisiert, dass die Währungshüter trotz der anhaltenden Immobilienkrise keine Eile haben, die Geldpolitik weiter zu lockern. "Das hartnäckige Problem der Gesamtwirtschaft ist nicht ein Mangel an Liquidität, sondern eine fehlende Kreditnachfrage", erklärte Jing Sima, Chefstratege bei BCA Research. Die Regierung setze offenbar eher auf fiskalische Unterstützung in der zweiten Jahreshälfte als auf direkte Zinssenkungen.
Devisen
Am Devisenmarkt profitierte die US-Währung von der Aussicht auf längerfristig hohe Zinsen in den USA, die durch robuste Inflationsdaten gestützt wird. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 161,51 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,7722 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8074 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1464 Dollar und zog leicht auf 0,9256 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise
Trotz der erneuten Schließung der Straße von Hormus durch den Iran und der holprigen Friedensgespräche gaben die Ölpreise nach. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,2 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,8 Prozent schwächer bei 76,00 Dollar. Händler verwiesen auf die Aussicht auf ein höheres Angebot, da unter anderem der Irak seine Produktion schrittweise wieder hochfahren will und Millionen Barrel iranisches Öl die Blockadelinie bereits passiert haben.
Wall Street
Die US-Börsen hatten sich vor dem Wochenende uneinheitlich gezeigt, wobei Technologiewerte den Markt stützten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Donnerstag kaum verändert bei 51.564,70 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) gewann 1,1 Prozent auf 7.500,58 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) zog um 1,9 Prozent auf 26.517,93 Stellen an.
(Bericht von Wayne Cole, Rocky Swift, Florence Tan und Shanghai Newsroom, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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22.06.26
03:35
Reuters
In Tokio überwog die Euphorie über Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) die geopolitische Unsicherheit. "KI-bezogene Unternehmen spielen wieder einmal eine führende Rolle bei der Marktentwicklung", sagte Wataru Akiyama, Aktienstratege bei Nomura Securities. "Eine hohe Wachsamkeit hinsichtlich der Entwicklungen im Iran und im Nahen Osten dürfte jedoch anhalten." Zu den größten Gewinnern zählten J.Front Retailing(3086.T) mit einem Kurssprung von 16,2 Prozent nach dem Einstieg eines aktivistischen Investors. Auch der Roboterbauer Fanuc(6954.T) und Yaskawa Electric(6506.T) legten um rund acht beziehungsweise neun Prozent zu. Zu den Verlierern gehörten Taiyo Yuden(6976.T) und Tokyo Electric Power(9501.T) mit Abschlägen von jeweils gut drei Prozent.
In China hielt die Zentralbank unterdessen die Füße still und beließ die Leitzinsen den 13. Monat in Folge unverändert. Der einjährige Referenzzins (LPR)(CNYLPR1Y=CFXS) verharrte bei 3,00 Prozent, der fünfjährige(CNYLPR5Y=CFXS) bei 3,50 Prozent. Dies signalisiert, dass die Währungshüter trotz der anhaltenden Immobilienkrise keine Eile haben, die Geldpolitik weiter zu lockern. "Das hartnäckige Problem der Gesamtwirtschaft ist nicht ein Mangel an Liquidität, sondern eine fehlende Kreditnachfrage", erklärte Jing Sima, Chefstratege bei BCA Research. Die Regierung setze offenbar eher auf fiskalische Unterstützung in der zweiten Jahreshälfte als auf direkte Zinssenkungen.
Devisen
Am Devisenmarkt profitierte die US-Währung von der Aussicht auf längerfristig hohe Zinsen in den USA, die durch robuste Inflationsdaten gestützt wird. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 161,51 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,7722 Yuan(CNY=) zu. Zur Schweizer Währung rückte er etwas auf 0,8074 Franken(CHF=) vor. Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1464 Dollar und zog leicht auf 0,9256 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise
Trotz der erneuten Schließung der Straße von Hormus durch den Iran und der holprigen Friedensgespräche gaben die Ölpreise nach. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,2 Prozent auf 78,83 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte 0,8 Prozent schwächer bei 76,00 Dollar. Händler verwiesen auf die Aussicht auf ein höheres Angebot, da unter anderem der Irak seine Produktion schrittweise wieder hochfahren will und Millionen Barrel iranisches Öl die Blockadelinie bereits passiert haben.
Wall Street
Die US-Börsen hatten sich vor dem Wochenende uneinheitlich gezeigt, wobei Technologiewerte den Markt stützten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Donnerstag kaum verändert bei 51.564,70 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) gewann 1,1 Prozent auf 7.500,58 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) zog um 1,9 Prozent auf 26.517,93 Stellen an.
(Bericht von Wayne Cole, Rocky Swift, Florence Tan und Shanghai Newsroom, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)