04.06.26
09:25
Reuters
Frankfurt, 04. Jun (Reuters) - Der italienische Reifenhersteller Pirelli (PIRC.MI) ist ins Visier des US-Leerverkäufers Grizzly Research geraten. Die Aktien stürzten in Mailand am Donnerstag um bis zu 13,4 Prozent ab. In einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Bericht zu Pirelli stellte Grizzly die Frage, ob der Reifenhersteller mit seinen russischen Geschäftsaktivitäten mehr Geld verdiene, als er offenlege. Pirelli wies die Vorwürfe zurück, woraufhin die Aktien die Verluste wettmachten und leicht ins Plus drehten.
Grizzly teilte zuvor mit, eine Short-Position bei Pirelli eingenommen zu haben. Dabei werden Aktien geliehen und in Erwartung fallender Kurse verkauft, um sie dann zu einem niedrigeren Preis wieder einzusammeln. Grizzly hat sich darauf spezialisiert, börsennotierte Firmen zu durchleuchten, mutmaßliche Schwachstellen oder Unregelmäßigkeiten aufzudecken und Berichte darüber zu veröffentlichen.
In dem Bericht zu Pirelli hieß es, es gebe Hinweise, die darauf hindeuteten, dass rund zehn Prozent des Nettogewinns von Pirelli aus dem Geschäft in Russland stammen könnten. Laut dem im Mai veröffentlichten Quartalsbericht des Unternehmens entfielen zum 31. März weniger als sechs Prozent des Umsatzes auf Russland, den Nahen Osten, Afrika und Indien zusammen. "Wir vermuten, dass dieses Wachstum im Russlandgeschäft durch die Nachfrage infolge der russischen Invasion in der Ukraine bedingt sein könnte", teilte Grizzly mit.
Pirelli bezeichnete die Vorwürfe als Falschinformationen. Der Konzern produziere keine Reifen für militärische Zwecke. "Pirelli wird rechtliche Schritte in allen relevanten Gremien gegen diejenigen einreichen, die diese Falschinformationen verbreitet haben", hieß es. Im März 2022, nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, erklärte Pirelli, die Investitionen in Russland eingestellt zu haben. Demnach beschränkten sich die Aktivitäten vor Ort nur noch auf das, was zur Zahlung von Gehältern und Sozialleistungen für die Mitarbeiter erforderlich war.
(Bericht von Enrico Sciacovelli und Mihika Sharma, unter Mitarbeit von Giulio Piovaccari, geschrieben von Anika Ross, redigiert von Thomas Seythal)
04.06.26
09:25
Reuters
Frankfurt, 04. Jun (Reuters) - Der italienische Reifenhersteller Pirelli (PIRC.MI) ist ins Visier des US-Leerverkäufers Grizzly Research geraten. Die Aktien stürzten in Mailand am Donnerstag um bis zu 13,4 Prozent ab. In einem auf seiner Internetseite veröffentlichten Bericht zu Pirelli stellte Grizzly die Frage, ob der Reifenhersteller mit seinen russischen Geschäftsaktivitäten mehr Geld verdiene, als er offenlege. Pirelli wies die Vorwürfe zurück, woraufhin die Aktien die Verluste wettmachten und leicht ins Plus drehten.
Grizzly teilte zuvor mit, eine Short-Position bei Pirelli eingenommen zu haben. Dabei werden Aktien geliehen und in Erwartung fallender Kurse verkauft, um sie dann zu einem niedrigeren Preis wieder einzusammeln. Grizzly hat sich darauf spezialisiert, börsennotierte Firmen zu durchleuchten, mutmaßliche Schwachstellen oder Unregelmäßigkeiten aufzudecken und Berichte darüber zu veröffentlichen.
In dem Bericht zu Pirelli hieß es, es gebe Hinweise, die darauf hindeuteten, dass rund zehn Prozent des Nettogewinns von Pirelli aus dem Geschäft in Russland stammen könnten. Laut dem im Mai veröffentlichten Quartalsbericht des Unternehmens entfielen zum 31. März weniger als sechs Prozent des Umsatzes auf Russland, den Nahen Osten, Afrika und Indien zusammen. "Wir vermuten, dass dieses Wachstum im Russlandgeschäft durch die Nachfrage infolge der russischen Invasion in der Ukraine bedingt sein könnte", teilte Grizzly mit.
Pirelli bezeichnete die Vorwürfe als Falschinformationen. Der Konzern produziere keine Reifen für militärische Zwecke. "Pirelli wird rechtliche Schritte in allen relevanten Gremien gegen diejenigen einreichen, die diese Falschinformationen verbreitet haben", hieß es. Im März 2022, nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, erklärte Pirelli, die Investitionen in Russland eingestellt zu haben. Demnach beschränkten sich die Aktivitäten vor Ort nur noch auf das, was zur Zahlung von Gehältern und Sozialleistungen für die Mitarbeiter erforderlich war.
(Bericht von Enrico Sciacovelli und Mihika Sharma, unter Mitarbeit von Giulio Piovaccari, geschrieben von Anika Ross, redigiert von Thomas Seythal)