03.06.26
16:30
Reuters
| (Neu: CEO) | |
| * | Aktien brechen ein |
| * | Partners Group löst Verkaufswelle in der Branche aus |
| Zürich/London, 03. Jun (Reuters) - Der Schweizer | |
| Finanzinvestor Partners Group(PGHN.S) hat die Rücknahme von | |
| Anteilen eines milliardenschweren Private-Equity-Fonds begrenzt | |
| und damit eine Verkaufswelle in der Branche ausgelöst. Die | |
| Aktien des Unternehmens brachen am Mittwoch um rund 16 Prozent | |
| ein. Zuvor hatte Partners Group mitgeteilt, dass die | |
| Rücknahme-Aufträge beim 8,6 Milliarden Dollar schweren "Global | |
| Value"-Fonds den Schwellenwert von fünf Prozent des | |
| Nettoinventarwerts überschritten hätten. Als Reaktion begrenzte | |
| die Gesellschaft die Rücknahmen pro Quartal auf fünf Prozent des | |
| Fondswerts. | |
Der Schritt schürte am Markt die Sorge, dass sich die jüngsten Probleme bei Privatkrediten (Private Credit) auf die gesamte Private-Equity-Branche ausweiten könnten. In der Folge gaben auch die Papiere europäischer und US-Konkurrenten deutlich nach. Die Aktien von EQT(EQTAB.ST) fielen um mehr als sechs Prozent, während CVC Capital Partners(CVC.AS) und Bridgepoint Group(BPTB.L) sechs beziehungsweise fünf Prozent verloren. Auch in den USA gaben die Papiere von Branchengrößen wie Blackstone um knapp drei Prozent, KKR(KKR.N) um 4,7 Prozent und Ares Management(ARES.N) um 4,4 Prozent nach.
"Ein Teil des Rücknahmedrucks, der bei Privatkrediten begann, hat sich auf andere Anlageklassen verlagert", sagte Partners-Group-Chef David Layton dem Sender Bloomberg TV. Das Unternehmen habe Rücknahmeanträge für rund 9,8 Prozent des Fonds erhalten. Ein Großteil der Anleger stamme aus dem asiatisch-pazifischen Raum und Australien, von wo zudem die meisten Rücknahmeforderungen gekommen seien, erklärte er weiter. Partners Group verwaltet insgesamt rund 185 Milliarden Dollar.
Hintergrund der Kursentwicklung ist eine wachsende Verunsicherung der Anleger. Sie sorgen sich um undurchsichtige Bewertungen, laxe Kreditvergabestandards und die Frage, wie Softwareunternehmen, die viel Kapital erhalten haben, die Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) bewältigen. Aus einer Mitteilung vom März geht hervor, dass vier der zehn größten Direktbeteiligungen des betroffenen Fonds aus dem Technologiesektor stammen. Layton erklärte jedoch, dass das Gesamtengagement von Partners Group bei Software-Anlagen unter zehn Prozent liege.
Der Markt sei angesichts des Private-Credit-Themas sehr empfindlich auf schlechte Nachrichten, erklärte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. Die Aktienentwicklung deute darauf hin, dass die Anleger mit einem Übergreifen der Abflüsse auf andere Anlagevehikel rechneten. "Die Kursreaktion impliziert, dass das Wachstumspotenzial von Partners Group langfristig stark beschädigt ist", so der Experte. "Das Sentiment ist angeschlagen."
Vor allem vermögende Privatkunden seien das schwache Glied, erklärte Aneeka Gupta, Forschungsdirektorin bei WisdomTree. Sie zögen ihr Geld meist schneller ab als institutionelle Investoren. Sogenannte Evergreen-Fonds seien Privatanlegern als Möglichkeit verkauft worden, Liquidität im Private-Equity-Bereich zu erhalten, der von Natur aus illiquide sei. Layton betonte seinerseits, dass 80 Prozent der Investoren des Unternehmens institutionelle Anleger mit langfristigem Fokus seien und die Fonds über ausreichend Liquidität verfügten.
Die Volatilität bei offenen Evergreen-Fonds nimmt branchenweit bereits seit Ende 2025 zu. In den USA schlossen am vergangenen Freitag die Rückgabefenster für wichtige, nicht börsengehandelte Privatkreditfonds für das zweite Quartal. Der Anbieter Cliffwater meldete am Dienstag, dass die Rückgabeforderungen bei seinem 31,3 Milliarden Dollar schweren Flaggschifffonds im zweiten Quartal auf 17 Prozent gestiegen seien, nach 14 Prozent im ersten Vierteljahr. Im ersten Quartal waren die Rückgabeforderungen bei US-Privatkreditvehikeln auf bis zu 41 Prozent geklettert. Dies veranlasste die meisten Manager, das übliche Limit von fünf Prozent für Auszahlungen durchzusetzen, um Notverkäufe von Vermögenswerten zu verhindern.
(Bericht von Oliver Hirt, Harry Robertson und Arasu Kannagi Basil, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
03.06.26
16:30
Reuters
Zürich/London, 03. Jun (Reuters) - Der Schweizer Finanzinvestor Partners Group(PGHN.S) hat die Rücknahme von Anteilen eines milliardenschweren Private-Equity-Fonds begrenzt und damit eine Verkaufswelle in der Branche ausgelöst. Die Aktien des Unternehmens brachen am Mittwoch um rund 16 Prozent ein. Zuvor hatte Partners Group mitgeteilt, dass die Rücknahme-Aufträge beim 8,6 Milliarden Dollar schweren "Global Value"-Fonds den Schwellenwert von fünf Prozent des Nettoinventarwerts überschritten hätten. Als Reaktion begrenzte die Gesellschaft die Rücknahmen pro Quartal auf fünf Prozent des Fondswerts.
Der Schritt schürte am Markt die Sorge, dass sich die jüngsten Probleme bei Privatkrediten (Private Credit) auf die gesamte Private-Equity-Branche ausweiten könnten. In der Folge gaben auch die Papiere europäischer und US-Konkurrenten deutlich nach. Die Aktien von EQT(EQTAB.ST) fielen um mehr als sechs Prozent, während CVC Capital Partners(CVC.AS) und Bridgepoint Group(BPTB.L) sechs beziehungsweise fünf Prozent verloren. Auch in den USA gaben die Papiere von Branchengrößen wie Blackstone um knapp drei Prozent, KKR(KKR.N) um 4,7 Prozent und Ares Management(ARES.N) um 4,4 Prozent nach.
"Ein Teil des Rücknahmedrucks, der bei Privatkrediten begann, hat sich auf andere Anlageklassen verlagert", sagte Partners-Group-Chef David Layton dem Sender Bloomberg TV. Das Unternehmen habe Rücknahmeanträge für rund 9,8 Prozent des Fonds erhalten. Ein Großteil der Anleger stamme aus dem asiatisch-pazifischen Raum und Australien, von wo zudem die meisten Rücknahmeforderungen gekommen seien, erklärte er weiter. Partners Group verwaltet insgesamt rund 185 Milliarden Dollar.
Hintergrund der Kursentwicklung ist eine wachsende Verunsicherung der Anleger. Sie sorgen sich um undurchsichtige Bewertungen, laxe Kreditvergabestandards und die Frage, wie Softwareunternehmen, die viel Kapital erhalten haben, die Herausforderungen durch Künstliche Intelligenz (KI) bewältigen. Aus einer Mitteilung vom März geht hervor, dass vier der zehn größten Direktbeteiligungen des betroffenen Fonds aus dem Technologiesektor stammen. Layton erklärte jedoch, dass das Gesamtengagement von Partners Group bei Software-Anlagen unter zehn Prozent liege.
Der Markt sei angesichts des Private-Credit-Themas sehr empfindlich auf schlechte Nachrichten, erklärte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. Die Aktienentwicklung deute darauf hin, dass die Anleger mit einem Übergreifen der Abflüsse auf andere Anlagevehikel rechneten. "Die Kursreaktion impliziert, dass das Wachstumspotenzial von Partners Group langfristig stark beschädigt ist", so der Experte. "Das Sentiment ist angeschlagen."
Vor allem vermögende Privatkunden seien das schwache Glied, erklärte Aneeka Gupta, Forschungsdirektorin bei WisdomTree. Sie zögen ihr Geld meist schneller ab als institutionelle Investoren. Sogenannte Evergreen-Fonds seien Privatanlegern als Möglichkeit verkauft worden, Liquidität im Private-Equity-Bereich zu erhalten, der von Natur aus illiquide sei. Layton betonte seinerseits, dass 80 Prozent der Investoren des Unternehmens institutionelle Anleger mit langfristigem Fokus seien und die Fonds über ausreichend Liquidität verfügten.
Die Volatilität bei offenen Evergreen-Fonds nimmt branchenweit bereits seit Ende 2025 zu. In den USA schlossen am vergangenen Freitag die Rückgabefenster für wichtige, nicht börsengehandelte Privatkreditfonds für das zweite Quartal. Der Anbieter Cliffwater meldete am Dienstag, dass die Rückgabeforderungen bei seinem 31,3 Milliarden Dollar schweren Flaggschifffonds im zweiten Quartal auf 17 Prozent gestiegen seien, nach 14 Prozent im ersten Vierteljahr. Im ersten Quartal waren die Rückgabeforderungen bei US-Privatkreditvehikeln auf bis zu 41 Prozent geklettert. Dies veranlasste die meisten Manager, das übliche Limit von fünf Prozent für Auszahlungen durchzusetzen, um Notverkäufe von Vermögenswerten zu verhindern.
(Bericht von Oliver Hirt, Harry Robertson und Arasu Kannagi Basil, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)