28.05.26
12:11
Reuters
London/Frankfurt, 28. Mai (Reuters) - Nach der Aufstockung der Beteiligung durch Uber(UBER.N) machen einige Anleger bei Delivery Hero(DHER.DE) Kasse. Die Aktien des Essenslieferanten verloren am Donnerstag 3,6 Prozent auf 37,94 Euro. Der Kurs hatte sich in den vergangenen drei Wochen wegen Übernahmespekulationen nahezu verdoppelt. Uber bereitet Insidern zufolge eine Offerte für die restlichen Anteile des Berliner Unternehmens vor, nachdem sich der Fahrdienstvermittler das Paket des Hongkonger Vermögensverwalters Aspex gesichert hat. Direkt und über Derivate hält Uber einer Stimmrechtsmitteilung zufolge nun knapp 37 Prozent an Delivery Hero. Der US-Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Delivery Hero wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.
Der "Financial Times" zufolge zahlte Uber für den Aspex-Anteil knapp 40 Euro je Aktie. Es sei jedoch unklar, ob durch diese Transaktion ein Pflichtangebot an die übrigen Eigner von Delivery Hero ausgelöst werde, schrieb Analystin Monique Pollard von der Citibank. Denn nach deutschem Recht muss ein Käufer beim Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile eine Offerte für den Rest vorlegen. Ob Derivate dabei angerechnet werden, hängt aber davon ab, ob mit diesen Kontrakten Stimmrechte verbunden sind.
Am Wochenende hatte Delivery Hero bestätigt, ein unverbindliches Angebot von Uber über 33 Euro je Aktie erhalten zu haben. Das liegt aber deutlich unter dem aktuellen Kurs und ist deshalb nicht attraktiv. Experten rechnen fest mit einer weiteren Offerte des US-Konzerns und schließen einen Bieterwettstreit nicht aus. Als mögliche Interessenten gelten DoorDash(DASH.O) - der Mutterkonzern des Essenslieferdienstes Wolt, sowie der niederländische Technologie-Investor Prosus(PRX.AS), Eigentümer des britischen Rivalen Just Eat Takeaway und ein weiterer Großaktionär von Delivery Hero.
Prosus hält dem Datenanbieter LSEG zufolge aktuell knapp 17 Prozent an Delivery Hero, muss diesen Anteil aber bis August eigentlich auf weniger als zehn Prozent abbauen. Das ist eine EU-Auflage nach der Übernahme von Just Eat Takeaway. Einem Medienbericht zufolge hat Prosus bei der EU allerdings offiziell eine Befreiung von weiteren Zwangsverkäufen beantragt und könnte nun eine Übernahme von Delivery Hero anstreben.
Jeder dieser potenziellen Käufer müsse jedoch hohe Hürden überwinden, betont Analyst Giles Thorne von der Investmentbank Jefferies. "Zunächst gilt es, eine Vielzahl kartellrechtlicher Fragen zu klären." Die Geschäfte überlappten sich jeweils in mehreren Ländern. "Ein gemeinsames Angebot mit der Zusage, den Konzern aufzuteilen, könnte diese Probleme umgehen. Die Komplexität und damit das Transaktionsrisiko wären jedoch erheblich."
(Bericht von Amy-Jo Crowley, Christoph Steitz und Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
28.05.26
12:11
Reuters
London/Frankfurt, 28. Mai (Reuters) - Nach der Aufstockung der Beteiligung durch Uber(UBER.N) machen einige Anleger bei Delivery Hero(DHER.DE) Kasse. Die Aktien des Essenslieferanten verloren am Donnerstag 3,6 Prozent auf 37,94 Euro. Der Kurs hatte sich in den vergangenen drei Wochen wegen Übernahmespekulationen nahezu verdoppelt. Uber bereitet Insidern zufolge eine Offerte für die restlichen Anteile des Berliner Unternehmens vor, nachdem sich der Fahrdienstvermittler das Paket des Hongkonger Vermögensverwalters Aspex gesichert hat. Direkt und über Derivate hält Uber einer Stimmrechtsmitteilung zufolge nun knapp 37 Prozent an Delivery Hero. Der US-Konzern war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Delivery Hero wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.
Der "Financial Times" zufolge zahlte Uber für den Aspex-Anteil knapp 40 Euro je Aktie. Es sei jedoch unklar, ob durch diese Transaktion ein Pflichtangebot an die übrigen Eigner von Delivery Hero ausgelöst werde, schrieb Analystin Monique Pollard von der Citibank. Denn nach deutschem Recht muss ein Käufer beim Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent der Anteile eine Offerte für den Rest vorlegen. Ob Derivate dabei angerechnet werden, hängt aber davon ab, ob mit diesen Kontrakten Stimmrechte verbunden sind.
Am Wochenende hatte Delivery Hero bestätigt, ein unverbindliches Angebot von Uber über 33 Euro je Aktie erhalten zu haben. Das liegt aber deutlich unter dem aktuellen Kurs und ist deshalb nicht attraktiv. Experten rechnen fest mit einer weiteren Offerte des US-Konzerns und schließen einen Bieterwettstreit nicht aus. Als mögliche Interessenten gelten DoorDash(DASH.O) - der Mutterkonzern des Essenslieferdienstes Wolt, sowie der niederländische Technologie-Investor Prosus(PRX.AS), Eigentümer des britischen Rivalen Just Eat Takeaway und ein weiterer Großaktionär von Delivery Hero.
Prosus hält dem Datenanbieter LSEG zufolge aktuell knapp 17 Prozent an Delivery Hero, muss diesen Anteil aber bis August eigentlich auf weniger als zehn Prozent abbauen. Das ist eine EU-Auflage nach der Übernahme von Just Eat Takeaway. Einem Medienbericht zufolge hat Prosus bei der EU allerdings offiziell eine Befreiung von weiteren Zwangsverkäufen beantragt und könnte nun eine Übernahme von Delivery Hero anstreben.
Jeder dieser potenziellen Käufer müsse jedoch hohe Hürden überwinden, betont Analyst Giles Thorne von der Investmentbank Jefferies. "Zunächst gilt es, eine Vielzahl kartellrechtlicher Fragen zu klären." Die Geschäfte überlappten sich jeweils in mehreren Ländern. "Ein gemeinsames Angebot mit der Zusage, den Konzern aufzuteilen, könnte diese Probleme umgehen. Die Komplexität und damit das Transaktionsrisiko wären jedoch erheblich."
(Bericht von Amy-Jo Crowley, Christoph Steitz und Hakan Ersen, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)