21.05.26
08:29
Reuters
| * | Samsung verteilt einen Teil des Betriebsgewinns als | |
| Boni | ||
| * | Zuschläge werden in Aktien ausgezahlt | |
| * | Beschäftigte können auf ein Vielfaches ihres | |
| Grundgehalts hoffen | ||
| Frankfurt/Seoul, 21. Mai (Reuters) - Mit Erleichterung | ||
| reagieren Anleger auf die Tarifeinigung bei Samsung(005930.KS). | ||
| Die Aktien des südkoreanischen Elektronik-Konzerns stiegen an | ||
| der Börse Seoul am Donnerstag um 8,5 Prozent und verbuchten mit | ||
| 299.500 Won den höchsten Schlusskurs der Firmengeschichte. Bei | ||
| anderen Werten griffen Investoren ebenfalls beherzt zu. Der | ||
| südkoreanische Leitindex(.KS11) legte mit 8,5 Prozent so stark | ||
| zu wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten. | ||
Der weltgrößte Speicherchip-Hersteller hat nach dem Eingreifen der südkoreanischen Regierung in die Verhandlungen einen ab dem 21. Mai geplanten 18-tägigen Streik zunächst abgewendet. Dieser hätte die Versorgungsengpässe bei derartigen Halbleitern verschärft und die Wirtschaft des Landes belastet. Die noch ausstehende Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder zum Abkommen gilt als sicher. Der Kompromiss habe jedoch eine Kehrseite, betonte Analyst Ryu Young-ho vom Finanzdienstleister NH Investments: Die Personalkosten stiegen nun deutlich. Immerhin würden die vereinbarten Boni in Aktien und nicht in bar ausgezahlt. Dies verringere die unmittelbare finanzielle Belastung für den Konzern.
Nach Gewerkschaftsangaben will Samsung in den kommenden zehn Jahren jeweils 10,5 Prozent des operativen Gewinns für Mitarbeiter-Boni der Chipsparte reservieren. Die Voraussetzung sei, dass dieser Geschäftsbereich in den Jahren 2026 bis 2028 jeweils ein Betriebsergebnis von umgerechnet mehr als 114 Milliarden Euro und zwischen 2029 und 2035 von mehr als 57 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im ersten Quartal 2026 verachtfachte Samsung den operativen Gewinn dank rasant gestiegener Speicherchip-Preise auf umgerechnet 33 Milliarden Euro.
Ersten Berechnungen zufolge könnte ein Beschäftigter mit einem Basisgehalt von knapp 46.000 Euro für das laufende Jahr einen Zuschlag von bis zu 359.000 Euro erhalten. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich einen Anteil von 15 Prozent am Samsung-Gewinn für Boni gefordert.
Auslöser für den jüngsten Tarifstreit war das wachsende Gehaltsgefälle zu den Beschäftigten des Samsung-Lokalrivalen SK Hynix(000660.KS). Dieser hat die Obergrenzen für Mitarbeiterboni abgeschafft und koppelt sie an den operativen Gewinn. Da die weltweite Nummer zwei der Speicherchip-Hersteller von Rekordgewinn zu Rekordgewinn eilt, erhalten die Beschäftigten dort bislang dreimal so hohe Sonderzahlungen wie bei Samsung. Der Gewerkschaft zufolge wanderten daher zahlreiche Fachkräfte zu Hynix ab.
Wegen der überragenden Bedeutung Samsungs für die südkoreanische Wirtschaft hatte die Regierung in Seoul eine Zwangsschlichtung ins Gespräch gebracht, sollten die Verhandlungen scheitern. Aus ihrer Sicht hätte ein Ausstand der Konjunktur irreparablen Schaden zugefügt. Samsung steht für ein Viertel der südkoreanischen Exporte.
(Bericht von Hakan Ersen, Kyu-seok Shim und Heekyong Yang, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
21.05.26
08:29
Reuters
Frankfurt/Seoul, 21. Mai (Reuters) - Mit Erleichterung reagieren Anleger auf die Tarifeinigung bei Samsung(005930.KS). Die Aktien des südkoreanischen Elektronik-Konzerns stiegen an der Börse Seoul am Donnerstag um 8,5 Prozent und verbuchten mit 299.500 Won den höchsten Schlusskurs der Firmengeschichte. Bei anderen Werten griffen Investoren ebenfalls beherzt zu. Der südkoreanische Leitindex(.KS11) legte mit 8,5 Prozent so stark zu wie zuletzt vor zweieinhalb Monaten.
Der weltgrößte Speicherchip-Hersteller hat nach dem Eingreifen der südkoreanischen Regierung in die Verhandlungen einen ab dem 21. Mai geplanten 18-tägigen Streik zunächst abgewendet. Dieser hätte die Versorgungsengpässe bei derartigen Halbleitern verschärft und die Wirtschaft des Landes belastet. Die noch ausstehende Zustimmung der Gewerkschaftsmitglieder zum Abkommen gilt als sicher. Der Kompromiss habe jedoch eine Kehrseite, betonte Analyst Ryu Young-ho vom Finanzdienstleister NH Investments: Die Personalkosten stiegen nun deutlich. Immerhin würden die vereinbarten Boni in Aktien und nicht in bar ausgezahlt. Dies verringere die unmittelbare finanzielle Belastung für den Konzern.
Nach Gewerkschaftsangaben will Samsung in den kommenden zehn Jahren jeweils 10,5 Prozent des operativen Gewinns für Mitarbeiter-Boni der Chipsparte reservieren. Die Voraussetzung sei, dass dieser Geschäftsbereich in den Jahren 2026 bis 2028 jeweils ein Betriebsergebnis von umgerechnet mehr als 114 Milliarden Euro und zwischen 2029 und 2035 von mehr als 57 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im ersten Quartal 2026 verachtfachte Samsung den operativen Gewinn dank rasant gestiegener Speicherchip-Preise auf umgerechnet 33 Milliarden Euro.
Ersten Berechnungen zufolge könnte ein Beschäftigter mit einem Basisgehalt von knapp 46.000 Euro für das laufende Jahr einen Zuschlag von bis zu 359.000 Euro erhalten. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich einen Anteil von 15 Prozent am Samsung-Gewinn für Boni gefordert.
Auslöser für den jüngsten Tarifstreit war das wachsende Gehaltsgefälle zu den Beschäftigten des Samsung-Lokalrivalen SK Hynix(000660.KS). Dieser hat die Obergrenzen für Mitarbeiterboni abgeschafft und koppelt sie an den operativen Gewinn. Da die weltweite Nummer zwei der Speicherchip-Hersteller von Rekordgewinn zu Rekordgewinn eilt, erhalten die Beschäftigten dort bislang dreimal so hohe Sonderzahlungen wie bei Samsung. Der Gewerkschaft zufolge wanderten daher zahlreiche Fachkräfte zu Hynix ab.
Wegen der überragenden Bedeutung Samsungs für die südkoreanische Wirtschaft hatte die Regierung in Seoul eine Zwangsschlichtung ins Gespräch gebracht, sollten die Verhandlungen scheitern. Aus ihrer Sicht hätte ein Ausstand der Konjunktur irreparablen Schaden zugefügt. Samsung steht für ein Viertel der südkoreanischen Exporte.
(Bericht von Hakan Ersen, Kyu-seok Shim und Heekyong Yang, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)