20.05.26
10:19
Reuters
| * Ölpreise geben rund 2,5 Prozent nach | |
| * | Widersprüchliche Aussagen von Trump verunsichern |
| Anleger | |
| * | Halbleiter-Werte vor Nvidia-Zahlen im Aufwind |
| * | Fondsgesellschaften unterstützen Commerzbank im |
| Abwehrkampf | |
| (Neu: Europäische Börsen) | |
| Frankfurt, 20. Mai (Reuters) - Nach einem mauen | |
| Handelsauftakt knüpfen die europäischen Aktienmärkte erneut an | |
| die jüngsten Gewinne an. Der Dax(.GDAXI) legte am Mittwoch um | |
| 0,3 Prozent auf bis zu 24.473 Punkte zu; der | |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann rund ein halbes Prozent auf 5884 | |
| Zähler. "Der Iran-Konflikt sorgt weiter für Verunsicherung an | |
| den Finanzmärkten und hält viele Anleger an der Seitenlinie", | |
| konstatierte Analyst Timo Emden von Emden Research. | |
Für leichten Rückenwind sorgten fallende Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Krieges mit dem Iran in Aussicht gestellt hat. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich jeweils um rund 2,5 Prozent auf bis zu 108,50 Dollar und 101,64,12 Dollar je Barrel. Die USA würden den Krieg "sehr schnell beenden", sagte Trump vor Abgeordneten im Weißen Haus. Zudem betonte er, dass der Iran keine Atomwaffen haben werde.
Aufgrund widersprüchlicher Aussagen von Trump hielt sich jedoch die Unsicherheit am Markt. "Die Anleger sind sehr daran interessiert, herauszufinden, ob Washington und Teheran tatsächlich eine gemeinsame Basis finden und ein Friedensabkommen erzielen können, da sich die Haltung der USA täglich ändert", konstatierte Toshitaka Tazawa, Analyst beim Broker Fujitomi Securities. Die Analysten der US-Bank Citi erklärten am Dienstag, sie erwarteten einen Anstieg des Brent-Preises auf 120 Dollar. Ihrer Einschätzung nach preist der Ölmarkt das Risiko einer längeren Angebotsunterbrechung nicht ausreichend ein.
Zwar konnten am Mittwoch zwei chinesische Supertanker mit vier Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus verlassen, nachdem sie mehr als zwei Monate im Golf gewartet hatten. Die Zahl der Schiffspassagen liegt aber weiterhin deutlich unter den rund 130 Schiffen, die vor dem Krieg die Meerenge üblicherweise durchfuhren. Um die durch den Iran-Krieg entstandenen Lieferengpässe weltweit auszugleichen, greifen viele Länder auf ihre kommerziellen und strategischen Lagerbestände zurück. Als weiteres Zeichen für die zunehmende Angebotsverknappung hat Großbritannien die Sanktionen abgeschwächt, um die Einfuhr von Diesel und Kerosin zu ermöglichen, die im Ausland aus russischem Rohöl raffiniert werden.
Bei den Unternehmen warteten Anleger mit Spannung auf die Ergebnisse des Chip-Giganten Nvidia(NVDA.O) nach US-Börsenschluss. Das Branchenschwergewicht werde mit seinen Zahlen und dem Ausblick zu einem wesentlichen Gradmesser für die Fortsetzung der Rally im Technologie- und Halbleitersektor, sagte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Im Vorfeld legten europäische Halbleiteraktien zu. Die Anteilsscheine von ASM International(ASMI.AS), ASML(ASML.AS) und STMicroelectronics(STMMI.MI) kletterten zwischen drei und vier Prozent. Größter Gewinner im Dax war Infineon(IFXGn.DE) mit einem Kursgewinn von rund drei Prozent. Der Technologieindex(.SX8P) legte um mehr als ein Prozent zu.
Unterdessen ist die Europäische Union bei der Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA einen wichtigen Schritt vorangekommen. In der Nacht zu Mittwoch einigten sich das Europäische Parlament und der Rat, der die EU-Regierungen vertritt, auf einen Gesetzestext. Die vorläufige Verständigung ebnet den Weg für Zollsenkungen der EU auf US-Produkte, enthält jedoch auch Schutzmaßnahmen für den Fall, dass Trump die Vereinbarung nicht einhält. Das Abkommen soll der Wirtschaft Planungssicherheit geben und einen Handelskrieg mit den USA vermeidenn. Aktien aus dem Automobilsektor konnten davon dennoch kaum profitieren.
Im Abwehrkampf gegen die italienische Großbank UniCredit(CRDI.MI) hat Commerzbank(CBKG.DE)-Chefin Bettina Orlopp auf der Hauptversammlung einmal mehr die Übernahmepläne kritisiert und sich die Rückendeckung großer Fondsgesellschaften gesichert. Die Vertreter der Fondsgesellschaften Deka und DWS stellten sich hinter den Kurs des Vorstands, die Eigenständigkeit des Frankfurter Instituts zu wahren. Deka-Vertreter Andreas Thomae bezeichnete das Vorgehen der UniCredit als "ungestüm und nicht freundlich". Das Angebot sei mangels Prämie unattraktiv. Die Italiener selbst nahmen nicht an dem Aktionärstreffen teil und entschieden sich einem Reuters-Bericht von Dienstag zufolge vorerst für eine passive Rolle. Commerzbank-Aktien gaben um bis zu 1,5 Prozent nach.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
20.05.26
10:19
Reuters
Frankfurt, 20. Mai (Reuters) - Nach einem mauen Handelsauftakt knüpfen die europäischen Aktienmärkte erneut an die jüngsten Gewinne an. Der Dax(.GDAXI) legte am Mittwoch um 0,3 Prozent auf bis zu 24.473 Punkte zu; der EuroStoxx50(.STOXX50E) gewann rund ein halbes Prozent auf 5884 Zähler. "Der Iran-Konflikt sorgt weiter für Verunsicherung an den Finanzmärkten und hält viele Anleger an der Seitenlinie", konstatierte Analyst Timo Emden von Emden Research.
Für leichten Rückenwind sorgten fallende Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Krieges mit dem Iran in Aussicht gestellt hat. Die Nordseesorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) verbilligten sich jeweils um rund 2,5 Prozent auf bis zu 108,50 Dollar und 101,64,12 Dollar je Barrel. Die USA würden den Krieg "sehr schnell beenden", sagte Trump vor Abgeordneten im Weißen Haus. Zudem betonte er, dass der Iran keine Atomwaffen haben werde.
Aufgrund widersprüchlicher Aussagen von Trump hielt sich jedoch die Unsicherheit am Markt. "Die Anleger sind sehr daran interessiert, herauszufinden, ob Washington und Teheran tatsächlich eine gemeinsame Basis finden und ein Friedensabkommen erzielen können, da sich die Haltung der USA täglich ändert", konstatierte Toshitaka Tazawa, Analyst beim Broker Fujitomi Securities. Die Analysten der US-Bank Citi erklärten am Dienstag, sie erwarteten einen Anstieg des Brent-Preises auf 120 Dollar. Ihrer Einschätzung nach preist der Ölmarkt das Risiko einer längeren Angebotsunterbrechung nicht ausreichend ein.
Zwar konnten am Mittwoch zwei chinesische Supertanker mit vier Millionen Barrel Rohöl die Straße von Hormus verlassen, nachdem sie mehr als zwei Monate im Golf gewartet hatten. Die Zahl der Schiffspassagen liegt aber weiterhin deutlich unter den rund 130 Schiffen, die vor dem Krieg die Meerenge üblicherweise durchfuhren. Um die durch den Iran-Krieg entstandenen Lieferengpässe weltweit auszugleichen, greifen viele Länder auf ihre kommerziellen und strategischen Lagerbestände zurück. Als weiteres Zeichen für die zunehmende Angebotsverknappung hat Großbritannien die Sanktionen abgeschwächt, um die Einfuhr von Diesel und Kerosin zu ermöglichen, die im Ausland aus russischem Rohöl raffiniert werden.
HALBLEITER VOR NVIDIA-ZAHLEN GEFRAGT
Bei den Unternehmen warteten Anleger mit Spannung auf die Ergebnisse des Chip-Giganten Nvidia(NVDA.O) nach US-Börsenschluss. Das Branchenschwergewicht werde mit seinen Zahlen und dem Ausblick zu einem wesentlichen Gradmesser für die Fortsetzung der Rally im Technologie- und Halbleitersektor, sagte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Im Vorfeld legten europäische Halbleiteraktien zu. Die Anteilsscheine von ASM International(ASMI.AS), ASML(ASML.AS) und STMicroelectronics(STMMI.MI) kletterten zwischen drei und vier Prozent. Größter Gewinner im Dax war Infineon(IFXGn.DE) mit einem Kursgewinn von rund drei Prozent. Der Technologieindex(.SX8P) legte um mehr als ein Prozent zu.
Unterdessen ist die Europäische Union bei der Umsetzung des Handelsabkommens mit den USA einen wichtigen Schritt vorangekommen. In der Nacht zu Mittwoch einigten sich das Europäische Parlament und der Rat, der die EU-Regierungen vertritt, auf einen Gesetzestext. Die vorläufige Verständigung ebnet den Weg für Zollsenkungen der EU auf US-Produkte, enthält jedoch auch Schutzmaßnahmen für den Fall, dass Trump die Vereinbarung nicht einhält. Das Abkommen soll der Wirtschaft Planungssicherheit geben und einen Handelskrieg mit den USA vermeidenn. Aktien aus dem Automobilsektor konnten davon dennoch kaum profitieren.
Im Abwehrkampf gegen die italienische Großbank UniCredit(CRDI.MI) hat Commerzbank(CBKG.DE)-Chefin Bettina Orlopp auf der Hauptversammlung einmal mehr die Übernahmepläne kritisiert und sich die Rückendeckung großer Fondsgesellschaften gesichert. Die Vertreter der Fondsgesellschaften Deka und DWS stellten sich hinter den Kurs des Vorstands, die Eigenständigkeit des Frankfurter Instituts zu wahren. Deka-Vertreter Andreas Thomae bezeichnete das Vorgehen der UniCredit als "ungestüm und nicht freundlich". Das Angebot sei mangels Prämie unattraktiv. Die Italiener selbst nahmen nicht an dem Aktionärstreffen teil und entschieden sich einem Reuters-Bericht von Dienstag zufolge vorerst für eine passive Rolle. Commerzbank-Aktien gaben um bis zu 1,5 Prozent nach.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)