20.05.26
08:18
Reuters
München, 20. Mai (Reuters) - Der weltgrößte Prothesenhersteller Ottobock(OBCK.DE) droht dem spekulativen Investor Grizzly Research wegen dessen Vorwürfen mit einer Klage und einer Anzeige bei der Finanzaufsicht BaFin. "Das Unternehmen bewertet den Bericht als verleumderisch und in hohem Maße irreführend und prüft derzeit rechtliche Schritte, einschließlich einer Meldung an die zuständige deutsche Aufsichtsbehörde mit dem Verdacht auf Marktmanipulation", teilte Ottobock am Mittwoch im niedersächsischen Duderstadt mit. Dazu habe man "externe Experten mandatiert".
Der Bericht von Grizzly hatte die Ottobock-Aktie am Dienstag um mehr als zehn Prozent einbrechen lassen. Der Investor wettet nach eigenen Angaben mit Leerverkäufen auf einen Kursverfall der Aktie. Am Mittwoch erholte sich das Papier etwas und stieg um bis zu zwei Prozent auf 54,70 Euro, obwohl der Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung zu einem Rückgang hätte führen müssen. In dem Bericht geht es unter anderem um die Verpfändung der Aktien von Mehrheitsaktionär Hans Georg Näder, aggressive Bilanzierungspraktiken und die Geschäfte des Unternehmens in Russland.
Vorstandschef Oliver Jakobi hatte die Vorwürfe - soweit sie Ottobock selbst betreffen - bereits auf dem virtuellen Aktionärstreffen zurückgewiesen. Am Mittwoch legte er in einer ausführlichen Stellungnahme nach. So sei die Behauptung falsch, dass Ottobock mehr als ein Drittel des Nettogewinns in Russland erwirtschafte: "Sie basiert auf falschen Kennzahlen und lässt daher keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Ergebnisbeitrag zu." Grizzly Research hatte auch behauptet, dass auch verletzte russische Soldaten Ottobock-Prothesen bekämen. Dazu erklärte das Unternehmen, man konzentriere sich in Russland "ausschließlich auf die Versorgung von Zivilisten". Verträge mit dem Militär oder militärnahen Institutionen gebe es nicht.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
20.05.26
08:18
Reuters
München, 20. Mai (Reuters) - Der weltgrößte Prothesenhersteller Ottobock(OBCK.DE) droht dem spekulativen Investor Grizzly Research wegen dessen Vorwürfen mit einer Klage und einer Anzeige bei der Finanzaufsicht BaFin. "Das Unternehmen bewertet den Bericht als verleumderisch und in hohem Maße irreführend und prüft derzeit rechtliche Schritte, einschließlich einer Meldung an die zuständige deutsche Aufsichtsbehörde mit dem Verdacht auf Marktmanipulation", teilte Ottobock am Mittwoch im niedersächsischen Duderstadt mit. Dazu habe man "externe Experten mandatiert".
Der Bericht von Grizzly hatte die Ottobock-Aktie am Dienstag um mehr als zehn Prozent einbrechen lassen. Der Investor wettet nach eigenen Angaben mit Leerverkäufen auf einen Kursverfall der Aktie. Am Mittwoch erholte sich das Papier etwas und stieg um bis zu zwei Prozent auf 54,70 Euro, obwohl der Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung zu einem Rückgang hätte führen müssen. In dem Bericht geht es unter anderem um die Verpfändung der Aktien von Mehrheitsaktionär Hans Georg Näder, aggressive Bilanzierungspraktiken und die Geschäfte des Unternehmens in Russland.
Vorstandschef Oliver Jakobi hatte die Vorwürfe - soweit sie Ottobock selbst betreffen - bereits auf dem virtuellen Aktionärstreffen zurückgewiesen. Am Mittwoch legte er in einer ausführlichen Stellungnahme nach. So sei die Behauptung falsch, dass Ottobock mehr als ein Drittel des Nettogewinns in Russland erwirtschafte: "Sie basiert auf falschen Kennzahlen und lässt daher keine Rückschlüsse auf den tatsächlichen Ergebnisbeitrag zu." Grizzly Research hatte auch behauptet, dass auch verletzte russische Soldaten Ottobock-Prothesen bekämen. Dazu erklärte das Unternehmen, man konzentriere sich in Russland "ausschließlich auf die Versorgung von Zivilisten". Verträge mit dem Militär oder militärnahen Institutionen gebe es nicht.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)