20.05.26
03:34
Reuters
Sydney/Tokio, 20. Mai (Reuters) - Sorgen vor anhaltend hohen Zinsen und die Zurückhaltung vor den Quartalszahlen des Chip-Riesen Nvidia(NVDA.O) haben die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch ins Minus gedrückt. Die japanische Börse tendierte schwächer: In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index(.N225) 1,3 Prozent auf 59.764,16 Punkte nach und der breiter gefasste Topix(.TOPX) notierte 1,7 Prozent niedriger bei 3.783,52 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück. Die Börse Shanghai(.SSEC) verlor 0,6 Prozent auf 4.146,16 Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen(.CSI300) um 0,4 Prozent auf 4.833,82 Punkte fiel.
In Tokio nahmen Anleger vor allem bei den zuletzt stark gelaufenen Werten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) Gewinne mit. "Dies ist eine angemessene Korrektur der Abhängigkeit des Nikkei von einer kleinen Gruppe von Aktien", sagte Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities. Zu den größten Verlierern zählten der Technologieinvestor SoftBank(9984.T) mit einem Minus von sechs Prozent und der Glasfaserkabelhersteller Fujikura(5803.T), der 7,7 Prozent einbüßte. Gegen den Trend kletterten die Papiere des Zementherstellers Ube(4208.T) nach der Ankündigung einer höheren Dividende um 20 Prozent an die Nikkei-Spitze. Auf die Stimmung drückten zudem geopolitische Spannungen, die die Unsicherheit der Investoren schürten: In Peking empfängt der chinesische Präsident Xi Jinping den russischen Präsidenten Wladimir Putin, nur wenige Tage nach einem Besuch von US-Präsident Donald Trump.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgten die gescheiterten Tarifverhandlungen über Bonuszahlungen bei Samsung Electronics(005930.KS) in Südkorea. Nun wollen ab Donnerstag 48.000 Beschäftigte streiken, was die weltweite Halbleiterversorgung stören könnte. Gleichzeitig blickten die Investoren gebannt auf die nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen von Nvidia. Analyst Tony Sycamore von IG dämpfte jedoch die Erwartungen an den KI-Vorreiter: "Ich glaube nicht, dass Nvidia noch die Fähigkeit besitzt, absolut alle Erwartungen zu übertreffen und jeden zu schockieren, wie es bisher der Fall war." Die steigenden US-Renditen sorgten zudem für Unruhe am Markt und zögen nun viel Aufmerksamkeit auf sich, erklärte der Experte weiter.
Devisen Die Spekulationen auf längerfristig hohe Zinsen in den USA stützten den Dollar. Im asiatischen Devisenhandel gewann die US-Währung geringfügig auf 158,90 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,8102 Yuan(CNY=) zu. Damit hat der Dollar die Kursgewinne des Yen fast vollständig wieder zunichtegemacht, die Ende April durch Interventionen der japanischen Behörden ausgelöst worden waren. Zur Schweizer Währung notierte der Dollar 0,1 Prozent höher bei 0,7898 Franken(CHF=). Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1597 Dollar und zog leicht auf 0,9159 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise Am Rohstoffmarkt blieben die Preise auf einem hohen Niveau, angetrieben von geopolitischen Risiken im Nahen Osten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stagnierte bei 111,22 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 104,15 Dollar. Die wichtige Handelsroute durch die Straße von Hormus blieb faktisch gesperrt. Zudem hatte US-Präsident Trump erklärt, er müsse möglicherweise doch einen Angriff auf den Iran befehlen, nachdem er einen solchen Schritt tags zuvor noch verschoben hatte, um Raum für Verhandlungen zu lassen.
Wall Street Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen hatten zuvor bereits die New Yorker Börsen belastet. Die Rendite der zehnjährigen Papiere kletterte auf ein 16-Monats-Hoch von 4,687 Prozent, während die 30-jährigen Anleihen mit 5,198 Prozent den höchsten Stand seit 2007 erreichten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Dienstag mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 49.363,88 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 0,7 Prozent auf 7.353,61 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 0,8 Prozent auf 25.870,71 Stellen nach.
(Bericht von Stella Qui und Junko Fujita, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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03:34
Reuters
Sorgen vor anhaltend hohen Zinsen und die Zurückhaltung vor den Quartalszahlen des Chip-Riesen Nvidia(NVDA.O) haben die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch ins Minus gedrückt. Die japanische Börse tendierte schwächer: In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index(.N225) 1,3 Prozent auf 59.764,16 Punkte nach und der breiter gefasste Topix(.TOPX) notierte 1,7 Prozent niedriger bei 3.783,52 Zählern. Auch in China zogen sich die Anleger zurück. Die Börse Shanghai(.SSEC) verlor 0,6 Prozent auf 4.146,16 Stellen, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen(.CSI300) um 0,4 Prozent auf 4.833,82 Punkte fiel.
In Tokio nahmen Anleger vor allem bei den zuletzt stark gelaufenen Werten aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) Gewinne mit. "Dies ist eine angemessene Korrektur der Abhängigkeit des Nikkei von einer kleinen Gruppe von Aktien", sagte Kazuaki Shimada, Chefstratege bei IwaiCosmo Securities. Zu den größten Verlierern zählten der Technologieinvestor SoftBank(9984.T) mit einem Minus von sechs Prozent und der Glasfaserkabelhersteller Fujikura(5803.T), der 7,7 Prozent einbüßte. Gegen den Trend kletterten die Papiere des Zementherstellers Ube(4208.T) nach der Ankündigung einer höheren Dividende um 20 Prozent an die Nikkei-Spitze. Auf die Stimmung drückten zudem geopolitische Spannungen, die die Unsicherheit der Investoren schürten: In Peking empfängt der chinesische Präsident Xi Jinping den russischen Präsidenten Wladimir Putin, nur wenige Tage nach einem Besuch von US-Präsident Donald Trump.
Für zusätzliche Verunsicherung sorgten die gescheiterten Tarifverhandlungen über Bonuszahlungen bei Samsung Electronics(005930.KS) in Südkorea. Nun wollen ab Donnerstag 48.000 Beschäftigte streiken, was die weltweite Halbleiterversorgung stören könnte. Gleichzeitig blickten die Investoren gebannt auf die nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen von Nvidia. Analyst Tony Sycamore von IG dämpfte jedoch die Erwartungen an den KI-Vorreiter: "Ich glaube nicht, dass Nvidia noch die Fähigkeit besitzt, absolut alle Erwartungen zu übertreffen und jeden zu schockieren, wie es bisher der Fall war." Die steigenden US-Renditen sorgten zudem für Unruhe am Markt und zögen nun viel Aufmerksamkeit auf sich, erklärte der Experte weiter.
Devisen Die Spekulationen auf längerfristig hohe Zinsen in den USA stützten den Dollar. Im asiatischen Devisenhandel gewann die US-Währung geringfügig auf 158,90 Yen(JPY=) und legte leicht auf 6,8102 Yuan(CNY=) zu. Damit hat der Dollar die Kursgewinne des Yen fast vollständig wieder zunichtegemacht, die Ende April durch Interventionen der japanischen Behörden ausgelöst worden waren. Zur Schweizer Währung notierte der Dollar 0,1 Prozent höher bei 0,7898 Franken(CHF=). Parallel dazu blieb der Euro(EUR=) fast unverändert bei 1,1597 Dollar und zog leicht auf 0,9159 Franken(EURCHF=) an.
Ölpreise Am Rohstoffmarkt blieben die Preise auf einem hohen Niveau, angetrieben von geopolitischen Risiken im Nahen Osten. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stagnierte bei 111,22 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte kaum verändert bei 104,15 Dollar. Die wichtige Handelsroute durch die Straße von Hormus blieb faktisch gesperrt. Zudem hatte US-Präsident Trump erklärt, er müsse möglicherweise doch einen Angriff auf den Iran befehlen, nachdem er einen solchen Schritt tags zuvor noch verschoben hatte, um Raum für Verhandlungen zu lassen.
Wall Street Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen hatten zuvor bereits die New Yorker Börsen belastet. Die Rendite der zehnjährigen Papiere kletterte auf ein 16-Monats-Hoch von 4,687 Prozent, während die 30-jährigen Anleihen mit 5,198 Prozent den höchsten Stand seit 2007 erreichten. Der US-Standardwerteindex Dow Jones(.DJI) hatte sich am Dienstag mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 49.363,88 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500(.SPX) verlor 0,7 Prozent auf 7.353,61 Zähler, und der technologielastige Nasdaq(.IXIC) gab 0,8 Prozent auf 25.870,71 Stellen nach.
(Bericht von Stella Qui und Junko Fujita, geschrieben von Alexandra Falk. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)