19.05.26
16:39
Reuters
| * Trump droht Iran mit neuen Angriffen in den kommenden | |
| Tagen | |
| * | Ölpreise verharren trotz Rückgang über 100 Dollar |
| * | Software-Aktien erholen sich nach Ausverkauf |
| * | Ottobock im Visier von Leerverkäufer |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) | |
| Frankfurt, 19. Mai (Reuters) - Die jüngsten Äußerungen | |
| von US-Präsident Donald Trump zum US-Iran-Konflikt haben für | |
| schwankende Kurse an den Börsen gesorgt. Der Dax(.GDAXI) baute | |
| am Dienstag seine anfänglichen Gewinne von 1,6 Prozent | |
| größtenteils wieder ab und schloss 0,4 Prozent im Plus bei | |
| 24.400,65 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) ging mit 5851,16 | |
| Zählern kaum verändert aus dem Handel. Die wichtigsten | |
| US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen 0,5 und einem | |
| Prozent im Minus. "Die Märkte hängen zunehmend am Tropf | |
| wechselhafter Signale von Donald Trump, die über seinen | |
| Social-Media-Kanal rasch die Richtung an den Börsen drehen | |
| können", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. | |
Die USA hatten nach dem jüngsten Friedensvorschlag Teherans einen Angriff auf den Iran vorerst ausgesetzt. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, es bestehe nun eine "sehr gute Chance" auf ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Am Dienstag drohte er dem Iran jedoch erneut mit Angriffen, falls es nicht zu einer Einigung in strittigen Fragen kommt: "Nun, ich meine, ich sage zwei oder drei Tage, vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag, irgendetwas in der Art, vielleicht Anfang nächster Woche." Trump hat wiederholt einen erneuten Militäreinsatz ins Gespräch gebracht, dies dann jedoch nicht umgesetzt. Zudem hatte der Iran Vorschläge zur Beendigung des Konflikts gemacht, die der US-Präsident zurückwies.
Der europäische Anleihemarkt zeigte nach dem jüngsten Ausverkauf Zeichen einer Stabilisierung. Die Befürchtungen einer deutlicheren Eskalation haben sich nicht bewahrheitet, konstatierte auch Dino Kronfol, Investmentexperte bei Franklin Templeton. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus werde jedoch langfristig die Preise für Öl, Düngemittel und Lebensmittel treiben. Die Meerenge ist eine wichtige Route für den weltweiten Ölhandel.
Nordsee-Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) verbilligte sich am Dienstag um rund 1,5 Prozent, während der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) knapp im Minus lag. Beide Sorten blieben jedoch über der Marke von 100 Dollar je Fass (159 Liter). "Die höheren Ölpreise entfalten beim Konsumverhalten der Verbraucher und in vielen Branchen bereits ihre Wirkung", warnte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. "Sollten sich die Preise noch einige Wochen auf dem hohen Niveau halten, dürften auch die nächsten Quartalszahlen der Unternehmen davon nicht unmaßgeblich beeinflusst werden."
Bei den Einzelwerten glänzten SAP(SAPG.DE)-Aktien. Nach den jüngsten Verlusten bei Software-Konzernen habe schon gestern Abend eine Rotation aus Hardware- in Softwareaktien eingesetzt, kommentierte ein Händler. Die neu erwachte Kauflaune der Anleger trieb SAP-Aktien um sechs Prozent und bescherte dem Dax-Schwergewicht damit den größten Tagesgewinn seit mehr als einem Jahr. Bereits zum Wochenauftakt hatten SAP-Aktien 2,6 Prozent zugelegt.
Nach einer Durststrecke keime bei Europas wertvollstem Softwarekonzern wieder Hoffnung auf, konstatierte auch Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Seit der Präsentation der jüngsten Geschäftszahlen fassten Marktteilnehmer wieder Vertrauen in die Aktie. SAP hatte Ende April ein Quartalsergebnis über den Erwartungen vorgelegt und sich für das laufende Jahr zuversichtlich gezeigt. Auch an der Wall Street legten Softwarefirmen weiter zu. Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz ihre Geschäftsmodelle bedrohe, hatten zuvor einen Ausverkauf bei Software-Papieren ausgelöst.
Auch bei Rüstungswerten deckten sich Investoren erneut ein. Die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) und Hensoldt(HAGG.DE) gehörten mit Kursaufschlägen von drei und mehr als acht Prozent zu den größten Gewinnern. Dagegen brachen die Aktien des Prothesenherstellers Ottobock(OBCK.DE) um elf Prozent ein. Der auf Leerverkäufe spezialisierte Investor Grizzly wirft dem Eigentümer hohe Schulden und dem Unternehmen aggressive Bilanzierungsmethoden vor. Ottobock äußerte sich zunächst nicht.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
19.05.26
16:39
Reuters
Frankfurt, 19. Mai (Reuters) - Die jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zum US-Iran-Konflikt haben für schwankende Kurse an den Börsen gesorgt. Der Dax(.GDAXI) baute am Dienstag seine anfänglichen Gewinne von 1,6 Prozent größtenteils wieder ab und schloss 0,4 Prozent im Plus bei 24.400,65 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) ging mit 5851,16 Zählern kaum verändert aus dem Handel. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) lagen zwischen 0,5 und einem Prozent im Minus. "Die Märkte hängen zunehmend am Tropf wechselhafter Signale von Donald Trump, die über seinen Social-Media-Kanal rasch die Richtung an den Börsen drehen können", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.
Die USA hatten nach dem jüngsten Friedensvorschlag Teherans einen Angriff auf den Iran vorerst ausgesetzt. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, es bestehe nun eine "sehr gute Chance" auf ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms. Am Dienstag drohte er dem Iran jedoch erneut mit Angriffen, falls es nicht zu einer Einigung in strittigen Fragen kommt: "Nun, ich meine, ich sage zwei oder drei Tage, vielleicht Freitag, Samstag, Sonntag, irgendetwas in der Art, vielleicht Anfang nächster Woche." Trump hat wiederholt einen erneuten Militäreinsatz ins Gespräch gebracht, dies dann jedoch nicht umgesetzt. Zudem hatte der Iran Vorschläge zur Beendigung des Konflikts gemacht, die der US-Präsident zurückwies.
Der europäische Anleihemarkt zeigte nach dem jüngsten Ausverkauf Zeichen einer Stabilisierung. Die Befürchtungen einer deutlicheren Eskalation haben sich nicht bewahrheitet, konstatierte auch Dino Kronfol, Investmentexperte bei Franklin Templeton. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus werde jedoch langfristig die Preise für Öl, Düngemittel und Lebensmittel treiben. Die Meerenge ist eine wichtige Route für den weltweiten Ölhandel.
Nordsee-Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) verbilligte sich am Dienstag um rund 1,5 Prozent, während der Preis für US-Leichtöl WTI(CLc1) knapp im Minus lag. Beide Sorten blieben jedoch über der Marke von 100 Dollar je Fass (159 Liter). "Die höheren Ölpreise entfalten beim Konsumverhalten der Verbraucher und in vielen Branchen bereits ihre Wirkung", warnte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. "Sollten sich die Preise noch einige Wochen auf dem hohen Niveau halten, dürften auch die nächsten Quartalszahlen der Unternehmen davon nicht unmaßgeblich beeinflusst werden."
Bei den Einzelwerten glänzten SAP(SAPG.DE)-Aktien. Nach den jüngsten Verlusten bei Software-Konzernen habe schon gestern Abend eine Rotation aus Hardware- in Softwareaktien eingesetzt, kommentierte ein Händler. Die neu erwachte Kauflaune der Anleger trieb SAP-Aktien um sechs Prozent und bescherte dem Dax-Schwergewicht damit den größten Tagesgewinn seit mehr als einem Jahr. Bereits zum Wochenauftakt hatten SAP-Aktien 2,6 Prozent zugelegt.
Nach einer Durststrecke keime bei Europas wertvollstem Softwarekonzern wieder Hoffnung auf, konstatierte auch Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Seit der Präsentation der jüngsten Geschäftszahlen fassten Marktteilnehmer wieder Vertrauen in die Aktie. SAP hatte Ende April ein Quartalsergebnis über den Erwartungen vorgelegt und sich für das laufende Jahr zuversichtlich gezeigt. Auch an der Wall Street legten Softwarefirmen weiter zu. Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz ihre Geschäftsmodelle bedrohe, hatten zuvor einen Ausverkauf bei Software-Papieren ausgelöst.
Auch bei Rüstungswerten deckten sich Investoren erneut ein. Die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) und Hensoldt(HAGG.DE) gehörten mit Kursaufschlägen von drei und mehr als acht Prozent zu den größten Gewinnern. Dagegen brachen die Aktien des Prothesenherstellers Ottobock(OBCK.DE) um elf Prozent ein. Der auf Leerverkäufe spezialisierte Investor Grizzly wirft dem Eigentümer hohe Schulden und dem Unternehmen aggressive Bilanzierungsmethoden vor. Ottobock äußerte sich zunächst nicht.
(Bericht von Sanne Schimanski und Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte))