19.05.26
11:31
Reuters
| * Anleger spekulieren auf Abkommen zwischen USA und Iran | |
| * | Ölpreise geben nach |
| * | Software-Aktien erholen sich nach Ausverkauf |
| * | Ottobock im Visier von Leerverkäufer |
| (Neu: Europäische Börsen, US-Futures) | |
| Frankfurt, 19. Mai (Reuters) - Die wachsende Hoffnung | |
| auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran lässt Anleger in | |
| Europa bei Aktien zugreifen. Nach dem freundlichen Wochenstart | |
| steigt der Dax(.GDAXI) am Dienstag um 1,6 Prozent auf bis zu | |
| 24.690 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) zieht in der Spitze | |
| ebenfalls gut ein Prozent auf 5910 Zähler an. Die USA hatten | |
| nach dem jüngsten Friedensvorschlag Teherans einen Angriff auf | |
| den Iran vorerst ausgesetzt. US-Präsident Donald Trump erklärte, | |
| es bestehe nun eine "sehr gute Chance" auf ein Abkommen zur | |
| Begrenzung des iranischen Atomprogramms. | |
Die Ölpreise fielen um rund zwei Prozent, blieben aber über der Marke von 100 Dollar je Barrel. Nach dem jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt stabilisierten sich die Kurse weiter. Anleger preisen mittlerweile mindestens zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank bis Ende des Jahres ein. "Wir gehen nicht davon aus, dass höhere Renditen den positiven Ausblick trüben werden, solange das Wachstum robust bleibt", sagte Mark Haefele, Investmentchef bei UBS Global Wealth Management. "Obwohl potenziell höhere Zinssätze die Konsumausgaben möglicherweise kurzfristig dämpfen, ist es unwahrscheinlich, dass sie die langfristigen Staats- und Unternehmensausgaben, die Wachstum und Unternehmensgewinne stützen, einschränken werden."
Die Befürchtungen einer deutlicheren Eskalation haben sich nicht bewahrheitet, konstatierte auch Dino Kronfol, Investmentexperte bei Franklin Templeton. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus werde jedoch langfristig die Preise für Öl, Düngemittel und Lebensmittel treiben. "Wenn wir in elf Wochen noch immer in derselben Lage sind, wird sich der Druck weiter aufbauen, und wir werden erste Versorgungsengpässe aufgrund der Auswirkungen in der Meerenge spüren." Die Straße von Hormus ist eine wichtige Route für den weltweiten Ölhandel.
Auf Unternehmensseite glänzten SAP(SAPG.DE)-Aktien. Nach den jüngsten Verlusten bei Software-Konzernen habe schon gestern Abend eine Rotation aus Hardware- in Softwareaktien eingesetzt, kommentierte ein Händler. Die neu erwachte Kauflaune der Anleger trieb SAP-Aktien um 6,7 Prozent auf knapp 158 Euro und bescherte dem Dax-Schwergewicht damit den höchsten Kurssprung seit mehr als einem Jahr. Bereits zum Wochenauftakt hatten SAP-Aktien 2,6 Prozent zugelegt.
Nach einer Durststrecke keime bei Europas wertvollstem Softwarekonzern wieder Hoffnung auf, konstatierte auch Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Seit der Präsentation der jüngsten Geschäftszahlen fassten Marktteilnehmer wieder Vertrauen in die Aktie. SAP hatte Ende April ein Quartalsergebnis über den Erwartungen vorgelegt und sich für das laufende Jahr zuversichtlich gezeigt. Vor US-Börsenstart legten auch an der Wall Street US-Softwarefirmen weiter zu. Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz ihre Geschäftsmodelle bedrohe, hatten einen Ausverkauf bei Software-Papieren ausgelöst.
Auch bei Rüstungswerten deckten sich Investoren erneut ein. Die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) und Hensoldt(HAGG.DE) gehörten mit Kursaufschlägen von in der Spitze mehr als fünf und mehr als neun Prozent zu den größten Gewinnern. Dagegen brachen die Aktien des Prothesenherstellers Ottobock(OBCK.DE) in der Spitze um 13 Prozent ein, nach Vorwürfen des spekulativen Investors Grizzly. Der Leerverkäufer wirft dem Eigentümer hohe Schulden und dem Unternehmen aggressive Bilanzierungsmethoden vor. Ottobock äußerte sich zunächst nicht.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)
19.05.26
11:31
Reuters
Frankfurt, 19. Mai (Reuters) - Die wachsende Hoffnung auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran lässt Anleger in Europa bei Aktien zugreifen. Nach dem freundlichen Wochenstart steigt der Dax(.GDAXI) am Dienstag um 1,6 Prozent auf bis zu 24.690 Punkte. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) zieht in der Spitze ebenfalls gut ein Prozent auf 5910 Zähler an. Die USA hatten nach dem jüngsten Friedensvorschlag Teherans einen Angriff auf den Iran vorerst ausgesetzt. US-Präsident Donald Trump erklärte, es bestehe nun eine "sehr gute Chance" auf ein Abkommen zur Begrenzung des iranischen Atomprogramms.
Die Ölpreise fielen um rund zwei Prozent, blieben aber über der Marke von 100 Dollar je Barrel. Nach dem jüngsten Ausverkauf am Anleihemarkt stabilisierten sich die Kurse weiter. Anleger preisen mittlerweile mindestens zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank bis Ende des Jahres ein. "Wir gehen nicht davon aus, dass höhere Renditen den positiven Ausblick trüben werden, solange das Wachstum robust bleibt", sagte Mark Haefele, Investmentchef bei UBS Global Wealth Management. "Obwohl potenziell höhere Zinssätze die Konsumausgaben möglicherweise kurzfristig dämpfen, ist es unwahrscheinlich, dass sie die langfristigen Staats- und Unternehmensausgaben, die Wachstum und Unternehmensgewinne stützen, einschränken werden."
Die Befürchtungen einer deutlicheren Eskalation haben sich nicht bewahrheitet, konstatierte auch Dino Kronfol, Investmentexperte bei Franklin Templeton. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus werde jedoch langfristig die Preise für Öl, Düngemittel und Lebensmittel treiben. "Wenn wir in elf Wochen noch immer in derselben Lage sind, wird sich der Druck weiter aufbauen, und wir werden erste Versorgungsengpässe aufgrund der Auswirkungen in der Meerenge spüren." Die Straße von Hormus ist eine wichtige Route für den weltweiten Ölhandel.
<h5 align=center> "UMSCHICHTUNG VON HARDWARE IN SOFTWARE" </h5>Auf Unternehmensseite glänzten SAP(SAPG.DE)-Aktien. Nach den jüngsten Verlusten bei Software-Konzerne habe schon gestern Abend eine Rotation aus Hardware- in Softwareaktien eingesetzt, kommentierte ein Händler. Die neu erwachte Kauflaune der Anleger trieb SAP-Aktien um 6,7 Prozent auf knapp 158 Euro und bescherte dem Dax-Schwergewicht damit den höchsten Kurssprung seit mehr als einem Jahr. Bereits zum Wochenauftakt hatten SAP-Aktien 2,6 Prozent zugelegt.
Nach einer Durststrecke keime bei Europas wertvollstem Softwarekonzern wieder Hoffnung auf, konstatierte auch Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades. Seit der Präsentation der jüngsten Geschäftszahlen fassten Marktteilnehmer wieder Vertrauen in die Aktie. SAP hatte Ende April ein Quartalsergebnis über den Erwartungen vorgelegt und sich für das laufende Jahr zuversichtlich gezeigt. Vor US-Börsenstart legten auch an der Wall Street US-Softwarefirmen weiter zu. Befürchtungen, dass Künstliche Intelligenz ihre Geschäftsmodelle bedrohe, hatten einen Ausverkauf bei Software-Papieren ausgelöst.
Auch bei Rüstungswerten deckten sich Investoren erneut ein. Die Aktien von Rheinmetall(RHMG.DE) und Hensoldt(HAGG.DE) gehörten mit Kursaufschlägen von in der Spitze mehr als fünf und mehr als neun Prozent zu den größten Gewinnern. Dagegen brachen die Aktien des Prothesenherstellers Ottobock(OBCK.DE) in der Spitze um 13 Prozent ein, nach Vorwürfen des spekulativen Investors Grizzly. Der Leerverkäufer wirft dem Eigentümer hohe Schulden und dem Unternehmen aggressive Bilanzierungsmethoden vor. Ottobock äußerte sich zunächst nicht.
(Bericht von Stefanie Geiger, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)