15.05.26
11:31
Reuters
| * | Weiter kein Durchbruch bei US-Verhandlungen mit dem | |
| Iran | ||
| * | US-China-Gipfel sorgt für Enttäuschung | |
| * | Ölpreise ziehen an - Zinsspekulationen nehmen zu | |
(Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Zitate, Anleihen, Devisen, Öl, Gold, Kupfer)
| Frankfurt, 15. Mai (Reuters) - Die Furcht vor einer |
| neuen militärischen Eskalation im Nahen Osten hat die Anleger an |
| den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss in die Flucht |
| geschlagen. Der Dax(.GDAXI) fiel nach seinen jüngsten Gewinnen |
| um bis zu 1,8 Prozent auf 24.008 Punkte, der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) gab zwei Prozent nach. US-Präsident |
| Donald Trump drohte Teheran in einem Interview mit dem Sender |
| Fox News, er werde nicht mehr lange geduldig sein. Die |
| Iran-Unsicherheit sorge für Gewinnmitnahmen, sagte Andreas |
| Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. An den vergangenen |
| beiden Handelstagen hatte der Dax gut zwei Prozent zugelegt. |
Der ersehnte Durchbruch bei den Iran-Verhandlungen blieb zum Wochenschluss weiter aus. Auch das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping brachte diesbezüglich keine Fortschritte. "Am Markt setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Trump-Xi-Gipfel letztlich vor allem symbolischen Charakter hatte und die geopolitischen Risiken lediglich kaschiert, ohne die eigentlichen Unsicherheiten zu beseitigen", resümierte Timo Emden von Emden Research. Die Investoren hatten gehofft, dass Trump stärker auf China setzen könnte, um in dem seit Ende Februar andauernden Nahost-Krieg zu vermitteln. Seit April gilt eine Waffenruhe.
An den Anleihemärkten trieben Inflationsängste wegen der anhaltend hohen Energiepreise die Bond-Renditen in die Höhe. Investoren dies- und jenseits des Atlantiks stellten sich zunehmend auf Zinserhöhungen der großen Notenbanken ein, um die steigende Teuerung in den USA und im Euro-Raum in den Griff zu bekommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsbonds(US10YT=RR) lag mit 4,5640 Prozent auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr. Die Verzinsung der zehnjährigen italienischen Anleihen(IT10YT=RR) kletterte um 7,4 Basispunkte auf rund 3,86 Prozent, die der deutschen Pendants(DE10YT=RR) stieg um fast sechs Basispunkte auf rund 3,11 Prozent. Auch der Dollar(.DXY)-Index legte wegen der Zins-Spekulationen um 0,5 Prozent auf 99,29 Punkte zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit fast drei Wochen. Händler am Geldmarkt sehen eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent, dass die US-Notenbank Fed in diesem Jahr eine Zinserhöhung vornimmt.
Unruhe herrschte wegen der festgefahrenen Situation im Nahen Osten auch am Ölmarkt. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verteuerten sich in der Spitze um 3,7 Prozent auf 109,68 beziehungsweise um 4,1 Prozent auf 105,31 Dollar je Fass. Der Fokus der Anleger richte sich nun wieder auf die Straße von Hormus, sagte Vandana Hari, Gründerin des Ölmarktanalyseunternehmens Vanda Insights. Die für den Öl- und Gastransport wichtige Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und wird vom Iran wegen des Krieges weitgehend blockiert. Das hat die Ölpreise seit Beginn des Krieges über 50 Prozent in die Höhe katapultiert.
Bei Gold(XAU=) und Kupfer(CMCU3) sorgte der starke Dollar dagegen für einen heftigen Abverkauf. Das Edelmetall verlor in der Spitze 2,5 Prozent auf 4532 Dollar je Feinunze, das Industriemetall notierte mit 13.555 Dollar je Tonne in der Spitze 2,8 Prozent niedriger. Eine stärkere US-Währung verteuert in Dollar gehandelte Metalle für Inhaber anderer Währungen.
Zu den größten Verlierern zählten am deutschen Aktienmarkt die Tech-Aktien, die in den vergangenen Tagen wegen des anhaltenden KI-Booms ordentlich zugelegt hatten. Die Papiere von Infineon(IFXGn.DE) gaben im Dax mehr als vier Prozent nach, im MDax(.MDAXI) notierten Aixtron(AIXGn.DE) 6,8 Prozent schwächer. Der europäische Branchenindex(.SX8P) verlor 2,4 Prozent. Die Papiere von SAP(SAPG.DE) setzten ihren Aufwärtstrend vom Vortag dagegen fort und lagen mit knapp zwei Prozent an der Dax-Spitze.
Im MDax(.MDAXI) griffen Anleger angesichts eines Umsatzsprungs im Auftaktquartal bei Freenet(FNTGn.DE) zu. Die Aktien des Mobilfunk- und TV-Anbieters rückten um drei Prozent vor. An der Pariser Börse machte der französische Luxusgüterkonzern LVMH(LVMH.PA) von sich reden. Das Unternehmen trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke Marc Jacobs. Die Aktien gaben 1,3 Prozent nach.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
15.05.26
11:31
Reuters
Frankfurt, 15. Mai (Reuters) - Die Furcht vor einer neuen militärischen Eskalation im Nahen Osten hat die Anleger an den europäischen Aktienmärkten zum Wochenschluss in die Flucht geschlagen. Der Dax(.GDAXI) fiel nach seinen jüngsten Gewinnen um bis zu 1,8 Prozent auf 24.008 Punkte, der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab zwei Prozent nach. US-Präsident Donald Trump drohte Teheran in einem Interview mit dem Sender Fox News, er werde nicht mehr lange geduldig sein. Die Iran-Unsicherheit sorge für Gewinnmitnahmen, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. An den vergangenen beiden Handelstagen hatte der Dax gut zwei Prozent zugelegt.
Der ersehnte Durchbruch bei den Iran-Verhandlungen blieb zum Wochenschluss weiter aus. Auch das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping brachte diesbezüglich keine Fortschritte. "Am Markt setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass der Trump-Xi-Gipfel letztlich vor allem symbolischen Charakter hatte und die geopolitischen Risiken lediglich kaschiert, ohne die eigentlichen Unsicherheiten zu beseitigen", resümierte Timo Emden von Emden Research. Die Investoren hatten gehofft, dass Trump stärker auf China setzen könnte, um in dem seit Ende Februar andauernden Nahost-Krieg zu vermitteln. Seit April gilt eine Waffenruhe.
AUSVERKAUF AM BONDMARKT - RENDITEN ZIEHEN AN
An den Anleihemärkten trieben Inflationsängste wegen der anhaltend hohen Energiepreise die Bond-Renditen in die Höhe. Investoren dies- und jenseits des Atlantiks stellten sich zunehmend auf Zinserhöhungen der großen Notenbanken ein, um die steigende Teuerung in den USA und im Euro-Raum in den Griff zu bekommen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsbonds(US10YT=RR) lag mit 4,5640 Prozent auf dem höchsten Stand seit rund einem Jahr. Die Verzinsung der zehnjährigen italienischen Anleihen(IT10YT=RR) kletterte um 7,4 Basispunkte auf rund 3,86 Prozent, die der deutschen Pendants(DE10YT=RR) stieg um fast sechs Basispunkte auf rund 3,11 Prozent. Auch der Dollar(.DXY)-Index legte wegen der Zins-Spekulationen um 0,5 Prozent auf 99,29 Punkte zu und notierte damit auf dem höchsten Stand seit fast drei Wochen. Händler am Geldmarkt sehen eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent, dass die US-Notenbank Fed in diesem Jahr eine Zinserhöhung vornimmt.
Unruhe herrschte wegen der festgefahrenen Situation im Nahen Osten auch am Ölmarkt. Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(CLc1) verteuerten sich in der Spitze um 3,7 Prozent auf 109,68 beziehungsweise um 4,1 Prozent auf 105,31 Dollar je Fass. Der Fokus der Anleger richte sich nun wieder auf die Straße von Hormus, sagte Vandana Hari, Gründerin des Ölmarktanalyseunternehmens Vanda Insights. Die für den Öl- und Gastransport wichtige Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und wird vom Iran wegen des Krieges weitgehend blockiert. Das hat die Ölpreise seit Beginn des Krieges über 50 Prozent in die Höhe katapultiert.
Bei Gold(XAU=) und Kupfer(CMCU3) sorgte der starke Dollar dagegen für einen heftigen Abverkauf. Das Edelmetall verlor in der Spitze 2,5 Prozent auf 4532 Dollar je Feinunze, das Industriemetall notierte mit 13.555 Dollar je Tonne in der Spitze 2,8 Prozent niedriger. Eine stärkere US-Währung verteuert in Dollar gehandelte Metalle für Inhaber anderer Währungen.
TECH-AKTIEN NACH RALLY UNTER DRUCK
Zu den größten Verlierern zählten am deutschen Aktienmarkt die Tech-Aktien, die in den vergangenen Tagen wegen des anhaltenden KI-Booms ordentlich zugelegt hatten. Die Papiere von Infineon(IFXGn.DE) gaben im Dax mehr als vier Prozent nach, im MDax(.MDAXI) notierten Aixtron(AIXGn.DE) 6,8 Prozent schwächer. Der europäische Branchenindex(.SX8P) verlor 2,4 Prozent. Die Papiere von SAP(SAPG.DE) setzten ihren Aufwärtstrend vom Vortag dagegen fort und lagen mit knapp zwei Prozent an der Dax-Spitze.
Im MDax(.MDAXI) griffen Anleger angesichts eines Umsatzsprungs im Auftaktquartal bei Freenet(FNTGn.DE) zu. Die Aktien des Mobilfunk- und TV-Anbieters rückten um drei Prozent vor. An der Pariser Börse machte der französische Luxusgüterkonzern LVMH(LVMH.PA) von sich reden. Das Unternehmen trennt sich nach fast drei Jahrzehnten von der Modemarke Marc Jacobs. Die Aktien gaben 1,3 Prozent nach.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: