14.05.26
10:53
Reuters
| * | Anleger | hoffen auf China als Vermittler zwischen USA |
| und Iran | ||
| * | Friedensbemühungen zuletzt ins Stocken geraten | |
| * | Burberry tauchen nach Umsatzzahlen ab | |
(Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Devisen, Ölpreis)
| Frankfurt, 14. Mai (Reuters) - Die Hoffnung auf eine |
| Wiederbelebung der Friedensbemühungen im Nahen Osten durch das |
| Gipfeltreffen zwischen den USA und China hat den Dax(.GDAXI) |
| kräftig angeschoben. Der deutsche Leitindex gewann im |
| Feiertagshandel am Donnerstag bis zu 1,5 Prozent auf 24.492 |
| Zähler, der EuroStoxx50(.STOXX50E) rückte an Christi Himmelfahrt |
| um 0,9 Prozent vor. "Die Märkte setzen darauf, dass Peking |
| stärker in eine Scharnierfunktion zwischen Washington und |
| Teheran schlüpfen und damit zur Stabilisierung der |
| geopolitischen Lage beitragen könnte", sagte Timo Emden von |
| Emden Research. Die Gespräche dürften zudem als wichtiges Signal |
| für die Stabilität der globalen Wirtschaftsbeziehungen |
| fungieren, meint der Experte. |
Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind zuletzt ins Stocken geraten. Anleger sehen die seit Anfang April geltende Waffenruhe zunehmend in Gefahr. Der Iran hatte einen US-Vorschlag zur Beilegung des Krieges zuletzt abgelehnt. Die Regierung in Teheran dringt unter anderem auf ein Ende der Kämpfe an allen Fronten. Zudem pocht der Iran auf die Souveränität über die Wasserstraße von Hormus, verlangt Reparationen für Kriegsschäden und ein Ende der US-Seeblockade.
Investoren spekulierten nun, dass US-Präsident Donald Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping auf dem zweitägigen Gipfeltreffen dazu ermutigen könnte, den Iran zu einem Abkommen mit den USA zu bewegen, um den Krieg zu beenden. "Wo hohe Erwartungen vorherrschen, gibt es allerdings auch immer ein hohes Enttäuschungspotenzial", warnte Thomas Altmann von QC Partners. An den Ölmärkten blieben die Investoren vorsichtig: Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(Clc1) verteuerten sich um jeweils 0,7 Prozent auf 106,35 beziehungsweise 101,74 Dollar je Barrel. Sollte es nicht gelingen, nennenswerte Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erzielen, könnten den USA nur wenige andere Möglichkeiten bleiben als erneute Militäraktionen, sagte IG-Analyst Tony Sycamore.
Die für den Öl- und Gastransport wichtige Wasserstraße ist durch den Iran seit Beginn der militärischen Eskalation Ende Februar faktisch blockiert. Dies hat die Ölpreise und damit auch die Inflation stark in die Höhe getrieben. Am Devisenmarkt nehmen die Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed daher zu. An den vergangenen drei Handelstagen gewann der Dollar-Index(.DXY) 0,6 Prozent. Am Donnerstag notierte er kaum verändert bei 98,50 Punkten. Der Euro(EUR=) trat bei 1,1711 Dollar auf der Stelle. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat, damit kletterten sie auf das höchste Niveau seit drei Jahren. Dem CME FedWatch-Tool zufolge preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 31,8 Prozent ein, dass die Fed die Zinsen im Dezember anheben wird.
Auf der Unternehmensseite setzten sich die Siemens(SIEGn.DE)-Aktien mit einem Plus von zeitweise knapp vier Prozent an die Dax-Spitze. Ein Börsianer führte den Kursanstieg vor allem auf einen positiven Kommentar von JPMorgan zurück. Die Experten sehen den Konzern auf Wachstumskurs. Sowohl die Automatisierungssparte Digital Industries (DI) als auch die Gebäudetechnik-Sparte Smart Infrastructure (SI) sollten der Kurzanalyse zufolge bis zum Jahresende und im Geschäftsjahr 2027 eine Beschleunigung bei den Gewinnen verzeichnen.
Auf der Verliererseite standen unter anderem BMW(BMWG.DE) mit einem Minus von 3,8 Prozent. Die Aktien des Autobauers wurden mit Dividendenabschlag gehandelt.
Erneut im Aufwind waren dank des KI-Booms europaweit die Tech-Aktien. Der Branchenindex(.SX8P) gewann 1,3 Prozent. Die Halbleiterwerte Infineon(IFXGn.DE), Aixtron(AIXGn.DE), STMicroelectronics(.STMMI.MI) und ASM International(ASMI.AS) und gewannen zwischen drei und 1,2 Prozent.
An der Londoner Börse ließen mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen die Aktien der britischen Luxusmarke Burberry(BRBY.L) abrutschen. Die Papiere fielen um bis zu 7,4 Prozent. Burberry verbuchte höhere Umsätze im vierten Quartal, da die Erholung in den USA und China an Fahrt gewann. Doch der Iran-Krieg und der Einbruch im globalen Reiseverkehr schmälerten die Einnahmen in der Kernregion Europa und Naher Osten.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
14.05.26
10:53
Reuters
Frankfurt, 14. Mai (Reuters) - Die Hoffnung auf eine Wiederbelebung der Friedensbemühungen im Nahen Osten durch das Gipfeltreffen zwischen den USA und China hat den Dax(.GDAXI) kräftig angeschoben. Der deutsche Leitindex gewann im Feiertagshandel am Donnerstag bis zu 1,5 Prozent auf 24.492 Zähler, der EuroStoxx50(.STOXX50E) rückte an Christi Himmelfahrt um 0,9 Prozent vor. "Die Märkte setzen darauf, dass Peking stärker in eine Scharnierfunktion zwischen Washington und Teheran schlüpfen und damit zur Stabilisierung der geopolitischen Lage beitragen könnte", sagte Timo Emden von Emden Research. Die Gespräche dürften zudem als wichtiges Signal für die Stabilität der globalen Wirtschaftsbeziehungen fungieren, meint der Experte.
Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran sind zuletzt ins Stocken geraten. Anleger sehen die seit Anfang April geltende Waffenruhe zunehmend in Gefahr. Der Iran hatte einen US-Vorschlag zur Beilegung des Krieges zuletzt abgelehnt. Die Regierung in Teheran dringt unter anderem auf ein Ende der Kämpfe an allen Fronten. Zudem pocht der Iran auf die Souveränität über die Wasserstraße von Hormus, verlangt Reparationen für Kriegsschäden und ein Ende der US-Seeblockade.
Investoren spekulierten nun, dass US-Präsident Donald Trump den chinesischen Staatschef Xi Jinping auf dem zweitägigen Gipfeltreffen dazu ermutigen könnte, den Iran zu einem Abkommen mit den USA zu bewegen, um den Krieg zu beenden. "Wo hohe Erwartungen vorherrschen, gibt es allerdings auch immer ein hohes Enttäuschungspotenzial", warnte Thomas Altmann von QC Partners. An den Ölmärkten blieben die Investoren vorsichtig: Das Nordseeöl Brent(LCOc1) und das US-Öl WTI(Clc1) verteuerten sich um jeweils 0,7 Prozent auf 106,35 beziehungsweise 101,74 Dollar je Barrel. Sollte es nicht gelingen, nennenswerte Fortschritte bei der Wiedereröffnung der Straße von Hormus zu erzielen, könnten den USA nur wenige andere Möglichkeiten bleiben als erneute Militäraktionen, sagte IG-Analyst Tony Sycamore.
Die für den Öl- und Gastransport wichtige Wasserstraße ist durch den Iran seit Beginn der militärischen Eskalation Ende Februar faktisch blockiert. Dies hat die Ölpreise und damit auch die Inflation stark in die Höhe getrieben. Am Devisenmarkt nehmen die Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed daher zu. An den vergangenen drei Handelstagen gewann der Dollar-Index(.DXY) 0,6 Prozent. Am Donnerstag notierte er kaum verändert bei 98,50 Punkten. Der Euro(EUR=) trat bei 1,1711 Dollar auf der Stelle. Die US-Verbraucherpreise stiegen im April um 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat, damit kletterten sie auf das höchste Niveau seit drei Jahren. Dem CME FedWatch-Tool zufolge preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 31,8 Prozent ein, dass die Fed die Zinsen im Dezember anheben wird.
Auf der Unternehmensseite setzten sich die Siemens(SIEGn.DE)-Aktien mit einem Plus von zeitweise knapp vier Prozent an die Dax-Spitze. Ein Börsianer führte den Kursanstieg vor allem auf einen positiven Kommentar von JPMorgan zurück. Die Experten sehen den Konzern auf Wachstumskurs. Sowohl die Automatisierungssparte Digital Industries (DI) als auch die Gebäudetechnik-Sparte Smart Infrastructure (SI) sollten der Kurzanalyse zufolge bis zum Jahresende und im Geschäftsjahr 2027 eine Beschleunigung bei den Gewinnen verzeichnen.
Auf der Verliererseite standen unter anderem BMW(BMWG.DE) mit einem Minus von 3,8 Prozent. Die Aktien des Autobauers wurden mit Dividendenabschlag gehandelt.
Erneut im Aufwind waren dank des KI-Booms europaweit die Tech-Aktien. Der Branchenindex(.SX8P) gewann 1,3 Prozent. Die Halbleiterwerte Infineon(IFXGn.DE), Aixtron(AIXGn.DE), STMicroelectronics(.STMMI.MI) und ASM International(ASMI.AS) und gewannen zwischen drei und 1,2 Prozent.
An der Londoner Börse ließen mit Enttäuschung aufgenommene Quartalszahlen die Aktien der britischen Luxusmarke Burberry(BRBY.L) abrutschen. Die Papiere fielen um bis zu 7,4 Prozent. Burberry verbuchte höhere Umsätze im vierten Quartal, da die Erholung in den USA und China an Fahrt gewann. Doch der Iran-Krieg und der Einbruch im globalen Reiseverkehr schmälerten die Einnahmen in der Kernregion Europa und Naher Osten.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: