11.05.26
17:04
Reuters
| * | Trump weist Irans Friedensplan als "völlig | |
| inakzeptabel" zurück | ||
| * | Öl zieht um drei Prozent an | |
| * | Delivery Hero im Aufwind - Großaktionär stockt Anteil | |
| auf | ||
| * | Luxusfirmen unter Druck | |
| (Neu: Schlusskurse) | ||
| Frankfurt, 11. Mai (Reuters) - An den europäischen | ||
| Aktienmärkten sind Anleger mit Blick auf die vorerst | ||
| gescheiterten Friedensbemühungen im US-Iran-Konflikt in Deckung | ||
| geblieben. Der Dax(.GDAXI) ging nach einem schwachen Start 0,1 | ||
| Prozent fester bei 24.350 Punkten aus dem Handel. Der | ||
| EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor zum Wochenauftakt 0,3 Prozent auf | ||
| 5895 Zähler. Die Wall Street zeigte sich widerstandsfähiger, | ||
| auch wenn die Rekordrally der vergangenen Woche abebbte. Der | ||
| Dow-Jones-Index(.DJI) trat auf der Stelle. Der S&P 500 und der | ||
| Nasdaq bauten ihre Gewinne indes leicht aus und erzielten | ||
| frische Höchststände. | ||
"Die wieder steigenden Ölpreise fachen die Inflationssorgen immer wieder neu an und sorgen so für Zurückhaltung auf dem Börsenparkett", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. Alles in allem bleibe aber die Hoffnung auf eine baldige Lösung des Iran-Kriegs bestehen.
US-Präsident Donald Trump hatte einen iranischen Vorschlag für Gespräche zur Beendigung des Krieges zurückgewiesen. "Nach wie vor ist unklar, wie die auf beiden Seiten bestehenden Maximalforderungen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden sollen", erläuterte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. Die Hoffnung der Anleger, dass der anstehende Besuch von Trump in China Bewegung in den festgefahrenen diplomatischen Prozess bringen könnte, grenzte die Kursverluste an den Börsen ein. Trump drängt China dazu, seinen Einfluss auf Teheran zu nutzen, um den Konflikt zu beenden.
Die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise am Montag erneut um knapp drei Prozent nach oben getrieben. "Das Narrativ hat sich innerhalb weniger Tage von deeskalierend zu eskalierend gewandelt, und die Ölmärkte reagieren darauf - wenn auch nur verhalten", sagte Florence Schmit, Energiestrategin bei der Rabobank. In der Vorwoche hatten die Ölpreise noch um sechs Prozent nachgegeben. Der Chef des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco, Amin Nasser, warnte am Sonntag, dass in den vergangenen zwei Monaten dem Weltmarkt rund eine Milliarde Barrel Öl entzogen worden seien. Dies werde die Erholung des Marktes verlangsamen.
Der erneut steigende Ölpreis schürte unter Anlegern neue Inflations- und Zinsängste und belastete den Goldpreis(XAU=). Das Edelmetall verbilligte sich zeitweise mehr als ein Prozent auf 4648 Dollar je Feinunze.
Bei den Einzelwerten stand der Essenslieferdienst Delivery Hero(DHER.DE) im Rampenlicht, dessen Aktien um 18 Prozent zulegten und damit das größte Tagesplus seit zwei Jahren einfuhren. Für Fantasie sorgte, dass der kritische Aktionär Aspex seine Beteiligung an dem Berliner Essenslieferanten aufgestockt und damit den Druck auf Gründer und Vorstandschef Niklas Östberg verstärkt hat. Der niederländische Technologie-Investor Prosus(PRX.AS) habe für rund 335 Millionen Euro ein fünfprozentiges Aktienpaket an den Vermögensverwalter aus Hongkong verkauft, teilte der Prosus-Großaktionär Naspers(NPNJn.J) mit. Damit steigt die Beteiligung von Aspex an Delivery Hero auf 15 Prozent. Aspex zahlte den Angaben zufolge für die zusätzlichen Anteile 22 Euro je Aktie und damit einen Aufschlag von zehn Prozent zum Schlusskurs vom Freitag.
Dagegen verschreckte ein überraschend schwacher Cashflow die Anleger des Maschinen- und Anlagenbauers Gea(G1AG.DE): Die Aktien fielen um rund fünf Prozent ans Dax-Ende, obwohl das Düsseldorfer Unternehmen im ersten Quartal dank einer starken Nachfrage mehr umsetzte und verdiente. Europaweit gehörten Luxuswerte(.STXLUXP) angesichts der angespannten Lage in Nahost mit einem Minus von mehr als drei Prozent zu den größten Verlierern. Nach unten ging es auch für Rüstungsaktien(.SXPARO), die ihre Talfahrt vom Freitag fortsetzten und gut ein Prozent nachgaben.
(Bericht von Stefanie Geiger, Sanne Schimanski; redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
11.05.26
17:04
Reuters
Frankfurt, 11. Mai (Reuters) - An den europäischen Aktienmärkten sind Anleger mit Blick auf die vorerst gescheiterten Friedensbemühungen im US-Iran-Konflikt in Deckung geblieben. Der Dax(.GDAXI) ging nach einem schwachen Start 0,1 Prozent fester bei 24.350 Punkten aus dem Handel. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor zum Wochenauftakt 0,3 Prozent auf 5895 Zähler. Die Wall Street zeigte sich widerstandsfähiger, auch wenn die Rekordrally der vergangenen Woche abebbte. Der Dow-Jones-Index(.DJI) trat auf der Stelle. Der S&P 500 und der Nasdaq bauten ihre Gewinne indes leicht aus und erzielten frische Höchststände.
"Die wieder steigenden Ölpreise fachen die Inflationssorgen immer wieder neu an und sorgen so für Zurückhaltung auf dem Börsenparkett", konstatierte Andreas Lipkow, Analyst beim Broker CMC Markets. Alles in allem bleibe aber die Hoffnung auf eine baldige Lösung des Iran-Kriegs bestehen.
US-Präsident Donald Trump hatte einen iranischen Vorschlag für Gespräche zur Beendigung des Krieges zurückgewiesen. "Nach wie vor ist unklar, wie die auf beiden Seiten bestehenden Maximalforderungen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden sollen", erläuterte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. Die Hoffnung der Anleger, dass der anstehende Besuch von Trump in China Bewegung in den festgefahrenen diplomatischen Prozess bringen könnte, grenzte die Kursverluste an den Börsen ein. Trump drängt China dazu, seinen Einfluss auf Teheran zu nutzen, um den Konflikt zu beenden.
Die stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben die Ölpreise am Montag erneut um knapp drei Prozent nach oben getrieben. "Das Narrativ hat sich innerhalb weniger Tage von deeskalierend zu eskalierend gewandelt, und die Ölmärkte reagieren darauf - wenn auch nur verhalten", sagte Florence Schmit, Energiestrategin bei der Rabobank. In der Vorwoche hatten die Ölpreise noch um sechs Prozent nachgegeben. Der Chef des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco, Amin Nasser, warnte am Sonntag, dass in den vergangenen zwei Monaten dem Weltmarkt rund eine Milliarde Barrel Öl entzogen worden seien. Dies werde die Erholung des Marktes verlangsamen.
Der erneut steigende Ölpreis schürte unter Anlegern neue Inflations- und Zinsängste und belastete den Goldpreis(XAU=). Das Edelmetall verbilligte sich zeitweise mehr als ein Prozent auf 4648 Dollar je Feinunze.
Bei den Einzelwerten stand der Essenslieferdienst Delivery Hero(DHER.DE) im Rampenlicht, dessen Aktien um 18 Prozent zulegten und damit das größte Tagesplus seit zwei Jahren einfuhren. Für Fantasie sorgte, dass der kritische Aktionär Aspex seine Beteiligung an dem Berliner Essenslieferanten aufgestockt und damit den Druck auf Gründer und Vorstandschef Niklas Östberg verstärkt hat. Der niederländische Technologie-Investor Prosus(PRX.AS) habe für rund 335 Millionen Euro ein fünfprozentiges Aktienpaket an den Vermögensverwalter aus Hongkong verkauft, teilte der Prosus-Großaktionär Naspers(NPNJn.J) mit. Damit steigt die Beteiligung von Aspex an Delivery Hero auf 15 Prozent. Aspex zahlte den Angaben zufolge für die zusätzlichen Anteile 22 Euro je Aktie und damit einen Aufschlag von zehn Prozent zum Schlusskurs vom Freitag.
Dagegen verschreckte ein überraschend schwacher Cashflow die Anleger des Maschinen- und Anlagenbauers Gea(G1AG.DE): Die Aktien fielen um rund fünf Prozent ans Dax-Ende, obwohl das Düsseldorfer Unternehmen im ersten Quartal dank einer starken Nachfrage mehr umsetzte und verdiente. Europaweit gehörten Luxuswerte(.STXLUXP) angesichts der angespannten Lage in Nahost mit einem Minus von mehr als drei Prozent zu den größten Verlierern. Nach unten ging es auch für Rüstungsaktien(.SXPARO), die ihre Talfahrt vom Freitag fortsetzten und gut ein Prozent nachgaben.
(Bericht von Stefanie Geiger, Sanne Schimanski; redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)