08.05.26
11:27
Reuters
| * Zuletzt neue Gefechte zwischen USA und Iran | |
| * | Öl wieder leicht teurer |
| * | Commerzbank-Aktien schwächeln nach Zahlen |
| (Neu: Europäische Börsen, Einzelwerte, Devisen, Öl, Zitate) | |
| Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Neu aufgeflammte | |
| Spannungen im Nahen Osten haben die Friedenshoffnungen der | |
| Dax(.GDAXI)-Anleger am Freitag gedämpft. Der deutsche Leitindex | |
| verlor ein Prozent auf 24.406 Zähler, der EuroStoxx50(.GDAXI) | |
| gab 0,8 Prozent nach. "Die Situation in der Krisenregion bleibt | |
| angespannt und die Waffenruhe ist mehr als brüchig", sagte | |
| Christian Henke vom Broker IG. "Noch brennt die Lunte am | |
| geopolitischen Pulverfass." Neue Gefechte zwischen den USA und | |
| dem Iran weckten Zweifel an einer baldigen diplomatischen Lösung | |
| des Konflikts. Die Ölpreise, die an den vergangenen drei | |
| Handelstagen um mehr als zehn Prozent eingebrochen waren, zogen | |
| wieder leicht an. | |
US-Präsident Donald Trump versuchte trotz der neuen gegenseitigen Angriffe, Befürchtungen über ein Ende der Waffenruhe zu zerstreuen. Er betonte, dass die Verhandlungen mit Teheran weitergingen. Die US-Regierung hatte zuletzt einen Vorschlag zur formellen Beendigung des Konflikts vorgelegt. Dieser klammert jedoch zentrale US-Forderungen aus, wie die Aussetzung des iranischen Atomprogramms und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert. Seit Beginn des Kriegs blockiert der Iran diesen Seeweg nahezu vollständig.
Die daraus folgenden Lieferausfälle bei Rohöl haben die Preise seit Kriegsbeginn stark nach oben getrieben - die Nordseesorte Brent(LCOc1) notierte vergangene Woche mit gut 126 Dollar je Fass auf dem höchsten Stand seit März 2022. Am Freitag lagen die Preise für Brent und das US-Öl WTI(CLc1) mit 100,56 beziehungsweise 95 Dollar je Fass etwas höher. "Auf der Angebotsseite bleibt die Lage angespannt," resümierte IG-Analyst Tony Sycamore.
Am Devisenmarkt gab der Dollar-Index(.DXY) im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag um 0,2 Prozent auf 97,92 Punkte nach. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass sich das Beschäftigungswachstum im April deutlich verlangsamt hat. Außerhalb der Landwirtschaft dürften im April der Prognose zufolge nur 62.000 neue Jobs hinzugekommen sein. Im März hatte das Stellenplus noch 178.000 betragen. Der Euro(EUR=) rückte um 0,4 Prozent auf 1,1773 Dollar vor.
Auf der Unternehmensseite sorgte die Commerzbank(CBKG.DE) zum Wochenschluss für Gesprächsstoff. Die Papiere verloren im Dax zeitweise 3,3 Prozent, obwohl das Finanzinstitut mit einem Nettogewinn von 913 Millionen Euro im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten übertraf. Das Quartalsergebnis sei solide, aber auch nicht herausragend, sagte ein Börsianer. Darüber hinaus sei aus dem Thema der Übernahme-Ambitionen der UniCredit(CRDI.MI) etwas die Luft raus. Die Bank hat sich im Abwehrkampf gegen eine mögliche Übernahme ehrgeizigere Ziele gesetzt und will dazu weitere rund 3000 Arbeitsplätze abbauen.
Auf der Verkaufsliste weit oben standen auch die Rheinmetall(RHMG.DE)-Papiere, die nach einer Herunterstufung um bis zu 6,8 Prozent auf 1251 Euro abrutschten. Das war der tiefste Stand seit mehr als einem Jahr. Die Experten von JP Morgan nahmen die Aktien auf "Neutral" von "Overweight" herunter. Im ersten Quartal hatte Rheinmetall die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlt und daher bereits am Dienstag erste Zahlen veröffentlicht. Am Donnerstag folgten dann die detaillierteren Quartalsergebnisse.
Im MDax(.MDAXI) griffen Anleger bei Bechtle(BC8G.DE) zu, da das schwäbische IT-Systemhaus dank einer hohen Nachfrage von Industrie und Behörden mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet ist. Die Aktien legten gut vier Prozent zu.
An der Londoner Börse erwischten die Aktien der British-Airways-Mutter IAG(ICAG.L) einen schlechten Tag. Der Konzern rechnet im laufenden Jahr mit weniger Gewinn als bislang und verschreckte damit seine Anleger. Die Aktien von IAG rauschten zeitweise um knapp sechs Prozent ins Minus. Im MDax notierten Lufthansa 2,4 Prozent schwächer, die Papiere von Air France KLM(AIRF.PA) und Ryanair(RYA.I) gaben jeweils rund zwei Prozent nach.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
08.05.26
11:27
Reuters
Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Neu aufgeflammte Spannungen im Nahen Osten haben die Friedenshoffnungen der Dax(.GDAXI)-Anleger am Freitag gedämpft. Der deutsche Leitindex verlor ein Prozent auf 24.406 Zähler, der EuroStoxx50(.GDAXI) gab 0,8 Prozent nach. "Die Situation in der Krisenregion bleibt angespannt und die Waffenruhe ist mehr als brüchig", sagte Christian Henke vom Broker IG. "Noch brennt die Lunte am geopolitischen Pulverfass." Neue Gefechte zwischen den USA und dem Iran weckten Zweifel an einer baldigen diplomatischen Lösung des Konflikts. Die Ölpreise, die an den vergangenen drei Handelstagen um mehr als zehn Prozent eingebrochen waren, zogen wieder leicht an.
US-Präsident Donald Trump versuchte trotz der neuen gegenseitigen Angriffe, Befürchtungen über ein Ende der Waffenruhe zu zerstreuen. Er betonte, dass die Verhandlungen mit Teheran weitergingen. Die US-Regierung hatte zuletzt einen Vorschlag zur formellen Beendigung des Konflikts vorgelegt. Dieser klammert jedoch zentrale US-Forderungen aus, wie die Aussetzung des iranischen Atomprogramms und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Durch diese Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert. Seit Beginn des Kriegs blockiert der Iran diesen Seeweg nahezu vollständig.
Die daraus folgenden Lieferausfälle bei Rohöl haben die Preise seit Kriegsbeginn stark nach oben getrieben - die Nordseesorte Brent(LCOc1) notierte vergangene Woche mit gut 126 Dollar je Fass auf dem höchsten Stand seit März 2022. Am Freitag lagen die Preise für Brent und das US-Öl WTI(CLc1) mit 100,56 beziehungsweise 95 Dollar je Fass etwas höher. "Auf der Angebotsseite bleibt die Lage angespannt," resümierte IG-Analyst Tony Sycamore.
US-ARBEITSMARKTBERICHT IM FOKUS
Am Devisenmarkt gab der Dollar-Index(.DXY) im Vorfeld des US-Arbeitsmarktberichts am Nachmittag um 0,2 Prozent auf 97,92 Punkte nach. Die Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass sich das Beschäftigungswachstum im April deutlich verlangsamt hat. Außerhalb der Landwirtschaft dürften im April der Prognose zufolge nur 62.000 neue Jobs hinzugekommen sein. Im März hatte das Stellenplus noch 178.000 betragen. Der Euro(EUR=) rückte um 0,4 Prozent auf 1,1773 Dollar vor.
Auf der Unternehmensseite sorgte die Commerzbank(CBKG.DE) zum Wochenschluss für Gesprächsstoff. Die Papiere verloren im Dax zeitweise 3,3 Prozent, obwohl das Finanzinstitut mit einem Nettogewinn von 913 Millionen Euro im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten übertraf. Das Quartalsergebnis sei solide, aber auch nicht herausragend, sagte ein Börsianer. Darüber hinaus sei aus dem Thema der Übernahme-Ambitionen der UniCredit(CRDI.MI) etwas die Luft raus. Die Bank hat sich im Abwehrkampf gegen eine mögliche Übernahme ehrgeizigere Ziele gesetzt und will dazu weitere rund 3000 Arbeitsplätze abbauen.
Auf der Verkaufsliste weit oben standen auch die Rheinmetall(RHMG.DE)-Papiere, die nach einer Herunterstufung um bis zu 6,8 Prozent auf 1251 Euro abrutschten. Das war der tiefste Stand seit mehr als einem Jahr. Die Experten von JP Morgan nahmen die Aktien auf "Neutral" von "Overweight" herunter. Im ersten Quartal hatte Rheinmetall die Umsatzerwartungen der Analysten verfehlt und daher bereits am Dienstag erste Zahlen veröffentlicht. Am Donnerstag folgten dann die detaillierteren Quartalsergebnisse.
BECHTLE NACH GEWINNSPRUNG GEFRAGT
Im MDax(.MDAXI) griffen Anleger bei Bechtle(BC8G.DE) zu, da das schwäbische IT-Systemhaus dank einer hohen Nachfrage von Industrie und Behörden mit einem Gewinnsprung in das Jahr gestartet ist. Die Aktien legten gut vier Prozent zu.
An der Londoner Börse erwischten die Aktien der British-Airways-Mutter IAG(ICAG.L) einen schlechten Tag. Der Konzern rechnet im laufenden Jahr mit weniger Gewinn als bislang und verschreckte damit seine Anleger. Die Aktien von IAG rauschten zeitweise um knapp sechs Prozent ins Minus. Im MDax notierten Lufthansa 2,4 Prozent schwächer, die Papiere von Air France KLM(AIRF.PA) und Ryanair(RYA.I) gaben jeweils rund zwei Prozent nach.
(Bericht von Daniela Pegna. Redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: