08.05.26
10:35
Reuters
| * | Mehr als zehn Dax-Konzerne legen Zahlen vor | |
| * | Hauptversammlungen rücken in den Fokus | |
| * | Inflationsberichte erneut im Fokus | |
| - von Sanne Schimanski | ||
| Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Das Rätseln über die | ||
| weitere Entwicklung im Iran-Krieg dürfte auch in der neuen Woche | ||
| für schwankende Aktienkurse an den Börsen sorgen. Die | ||
| Ankündigung am vergangenen Mittwoch, wonach sich die USA und der | ||
| Iran geeinigt haben, trieb die großen Handelsplätze zeitweise | ||
| nach oben. Der deutsche Leitindex Dax(.GDAXI) verzeichnete damit | ||
| auf Wochensicht ein Plus von insgesamt rund einem halben Prozent | ||
| auf 24.482 Punkte. "Doch seitdem ist nichts mehr passiert", sagt | ||
| Christian Henke, Analyst beim Broker IG. "Gleichzeitig mit der | ||
| Nachricht über einen baldigen Frieden drohte der US-Präsident, | ||
| den Iran von der Erde zu bomben." | ||
Auch Damian McIntrye vom Vermögensverwalter Federated Hermes zeigt sich vorsichtig. "Seit Ende März gab es einige Male Fortschritte in Richtung einer Art Waffenstillstand", sagt der Experte. Die jüngste Entwicklung "ist zweifellos eine Verbesserung und erklärt, warum die Märkte positiv reagiert haben. Dennoch sehe der Weg in die Zukunft weiterhin holprig aus, denn die strukturelle Knappheit auf dem Ölmarkt sei trotz des jüngsten Preisrückgangs nicht verschwunden. Die Preise für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) lagen am Freitag gegen Mittag zwar mehr als sieben Prozent unter dem Vorwochenschluss. Zum Wochenende hin verlangsamten sie jedoch ihre Talfahrt.
Im Fokus stehen zudem die Konzernbilanzen und -prognosen. "Die europäischen Unternehmen konnten in der Berichtssaison zwar nicht mit den USA mithalten, aber doch positiv überraschen", sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Demgegenüber enttäuschten die Unternehmen im Dax. "Deutschland hängt wirtschaftlich zurück, und auch die gerade bekannt gewordene Steuerschätzung weist auf größere Haushaltslöcher und entsprechend umfassenden Reformbedarf für den Standort Deutschland hin."
Geplant zur Veröffentlichung in der neuen Woche sind unter anderem die Geschäftszahlen der Dax-Konzerne Hannover Rück(HNRGn.DE), Bayer(BAYGn.DE), Münchener Rück(MUGn.DE), Siemens Energy(ENR1n.DE), Deutsche Telekom(DTEGn.DE), E.ON(EONGn.DE), Merck(MRCG.DE), RWE(RWEG.DE), Allianz(ALVG.DE), Siemens(SIEGn.DE), Brenntag(BNRGn.DE) und Porsche SE(PSHG_p.DE).
In den USA ist die Bilanzsaison hingegen größtenteils vorbei. In den Fokus rücken nun die Hauptversammlungen - etwa von Lockheed Martin(LMT.N), 3M(MMM.N), AMD(AMD.O), Intel(INTC.O), Ford(F.N) und AT&T(T.N). Auch in Deutschland laden Schwergewichte wie Rheinmetall(RHMG.DE), BMW(BMWG.DE), Heidelberg Materials(HEIG.DE) und die Deutsche Börse(DB1Gn.DE) zum jährlichen Investorentreffen ein.
Im Mittelpunkt der neuen Konjunkturdatenwoche steht erneut die Frage, wie stark sich die Entwicklung beim Ölpreis auf die Inflation auswirkt. Der Iran-Krieg hat bereits im März die US-Verbraucherpreise deutlich steigen lassen - insbesondere durch ein kräftiges Plus bei Benzin. Die am Dienstag anstehenden Zahlen für April dürften laut Analysten einen weiteren Sprung zeigen. Sogenannte Sekundäreffekte, bei denen höhere Transportkosten auf andere Waren und Dienstleistungen umgelegt werden, hielten sich noch in Grenzen, sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Der Experte erwartet jedoch, dass sich die höheren Energiekosten in den kommenden Monaten breiter in der allgemeinen Preisentwicklung niederschlagen werden.
Ebenfalls am Dienstag warten Anleger auf die endgültigen deutschen Inflationsdaten für April. Zudem legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im Mai vor. Am Mittwoch stehen die Daten zum Arbeitsmarkt und zum Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im ersten Quartal sowie zur europäischen Industrieproduktion im März an. Am Nachmittag folgen die US-Erzeugerpreise für April, die als Vorläufer für die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise gelten. Im Fokus am Donnerstag stehen die Einzelhandelsumsätze für die USA im April. Zum Wochenausklang blicken Börsianer auf die US-Zahlen zur Industrieproduktion für den vergangenen Monat.
(Redigiert von Ralf Banser Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
08.05.26
10:35
Reuters
Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Das Rätseln über die weitere Entwicklung im Iran-Krieg dürfte auch in der neuen Woche für schwankende Aktienkurse an den Börsen sorgen. Die Ankündigung am vergangenen Mittwoch, wonach sich die USA und der Iran geeinigt haben, trieb die großen Handelsplätze zeitweise nach oben. Der deutsche Leitindex Dax(.GDAXI) verzeichnete damit auf Wochensicht ein Plus von insgesamt rund einem halben Prozent auf 24.482 Punkte. "Doch seitdem ist nichts mehr passiert", sagt Christian Henke, Analyst beim Broker IG. "Gleichzeitig mit der Nachricht über einen baldigen Frieden drohte der US-Präsident, den Iran von der Erde zu bomben."
Auch Damian McIntrye vom Vermögensverwalter Federated Hermes zeigt sich vorsichtig. "Seit Ende März gab es einige Male Fortschritte in Richtung einer Art Waffenstillstand", sagt der Experte. Die jüngste Entwicklung "ist zweifellos eine Verbesserung und erklärt, warum die Märkte positiv reagiert haben. Dennoch sehe der Weg in die Zukunft weiterhin holprig aus, denn die strukturelle Knappheit auf dem Ölmarkt sei trotz des jüngsten Preisrückgangs nicht verschwunden. Die Preise für Nordsee-Rohöl der Sorte Brent(LCOc1) und US-Leichtöl WTI(CLc1) lagen am Freitag gegen Mittag zwar mehr als sieben Prozent unter dem Vorwochenschluss. Zum Wochenende hin verlangsamten sie jedoch ihre Talfahrt.
Im Fokus stehen zudem die Konzernbilanzen und -prognosen. "Die europäischen Unternehmen konnten in der Berichtssaison zwar nicht mit den USA mithalten, aber doch positiv überraschen", sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. Demgegenüber enttäuschten die Unternehmen im Dax. "Deutschland hängt wirtschaftlich zurück, und auch die gerade bekannt gewordene Steuerschätzung weist auf größere Haushaltslöcher und entsprechend umfassenden Reformbedarf für den Standort Deutschland hin."
Geplant zur Veröffentlichung in der neuen Woche sind unter anderem die Geschäftszahlen der Dax-Konzerne Hannover Rück(HNRGn.DE), Bayer(BAYGn.DE), Münchener Rück(MUGn.DE), Siemens Energy(ENR1n.DE), Deutsche Telekom(DTEGn.DE), E.ON(EONGn.DE), Merck(MRCG.DE), RWE(RWEG.DE), Allianz(ALVG.DE), Siemens(SIEGn.DE), Brenntag(BNRGn.DE) und Porsche SE(PSHG_p.DE).
In den USA ist die Bilanzsaison hingegen größtenteils vorbei. In den Fokus rücken nun die Hauptversammlungen - etwa von Lockheed Martin(LMT.N), 3M(MMM.N), AMD(AMD.O), Intel(INTC.O), Ford(F.N) und AT&T(T.N). Auch in Deutschland laden Schwergewichte wie Rheinmetall(RHMG.DE), BMW(BMWG.DE), Heidelberg Materials(HEIG.DE) und die Deutsche Börse(DB1Gn.DE) zum jährlichen Investorentreffen ein.
Im Mittelpunkt der neuen Konjunkturdatenwoche steht erneut die Frage, wie stark sich die Entwicklung beim Ölpreis auf die Inflation auswirkt. Der Iran-Krieg hat bereits im März die US-Verbraucherpreise deutlich steigen lassen - insbesondere durch ein kräftiges Plus bei Benzin. Die am Dienstag anstehenden Zahlen für April dürften laut Analysten einen weiteren Sprung zeigen. Sogenannte Sekundäreffekte, bei denen höhere Transportkosten auf andere Waren und Dienstleistungen umgelegt werden, hielten sich noch in Grenzen, sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Der Experte erwartet jedoch, dass sich die höheren Energiekosten in den kommenden Monaten breiter in der allgemeinen Preisentwicklung niederschlagen werden.
Ebenfalls am Dienstag warten Anleger auf die endgültigen deutschen Inflationsdaten für April. Zudem legt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Umfrage zur Konjunktureinschätzung der Investoren im Mai vor. Am Mittwoch stehen die Daten zum Arbeitsmarkt und zum Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone im ersten Quartal sowie zur europäischen Industrieproduktion im März an. Am Nachmittag folgen die US-Erzeugerpreise für April, die als Vorläufer für die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise gelten. Im Fokus am Donnerstag stehen die Einzelhandelsumsätze für die USA im April. Zum Wochenausklang blicken Börsianer auf die US-Zahlen zur Industrieproduktion für den vergangenen Monat.
(Redigiert von Ralf Banser Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)