07.05.26
16:41
Reuters
Frankfurt, 07. Mai (Reuters) - Der Friedenshoffnungs-Rally an den Börsen geht die Puste aus. Der Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Donnerstag ein Prozent tiefer bei 24.663,61 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor knapp ein Prozent auf 5972,65 Zähler. Die US-Börsen(.DJI)(.SPX)(.IXIC) gaben leicht nach, nachdem sie zur Eröffnung leicht gestiegen waren und damit neue Rekorde erreicht hatten.
"Zu oft wurden Investoren in der Vergangenheit enttäuscht, als dass sie nun vorschnell Entwarnung geben oder den Tag vor dem Abend loben", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Es fehlt derzeit die Fantasie für einen diplomatischen Durchbruch zwischen Washington und Teheran." Die USA und der Iran stehen Insidern zufolge kurz vor einer vorläufigen Vereinbarung zur Beendigung ihres Krieges. Ein entsprechender Rahmenentwurf sehe vor, die Angriffe dauerhaft zu stoppen, klammere die umstrittensten Themen jedoch aus, verlautete aus Verhandlungskreisen.
Auch die Ölpreise, die seit Montag mehr als zehn Prozent verloren haben, verlangsamten am Donnerstag ihre Talfahrt. Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Öl WTI(CLc1) bauten ihre anfänglichen Verluste von mehr als fünf Prozent größtenteils wieder ab. Zuletzt lagen die Preise rund 1,5 Prozent im Minus bei 99,69 und 93,86 Dollar je Fass (159 Liter).
HOFFEN AUF ENDE DER ENERGIEKRISE
Investoren hoffen, dass im Zuge der Verhandlungen auch die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus wieder passierbar wird, die der Iran derzeit blockiert. Dem Bericht der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Al Arabiya zufolge ist eine Einigung erzielt worden, die US-Blockade iranischer Häfen im Gegenzug für eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus zu lockern.
Die Lieferausfälle bei Rohöl seit Kriegsbeginn Ende Februar haben die Preise explodieren lassen und eine Energiekrise ausgelöst. Brent notierte vergangene Woche mit gut 126 Dollar je Fass auf dem höchsten Stand seit März 2022. Experten zufolge müssen sich Anleger jedoch selbst im Falle eines baldigen Durchbruchs bei den Friedensverhandlungen auf anhaltend hohe Ölpreise einstellen. Grund dafür seien unter anderem Schäden an der Energieinfrastruktur.
HENKEL NACH ZAHLEN DAX-SPITZENREITER
Auf der Unternehmensseite sorgte eine Reihe von Unternehmensberichten für zum Teil deutliche Kursausschläge. Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Henkel(HNKG_p.DE)-Aktien, die sich um 4,3 Prozent verteuerten. Der Konsumgüterkonzern hat trotz der schlechten Kauflaune der Verbraucher seinen Umsatz organisch leicht gesteigert.
Auf der Verliererseite fanden sich Siemens Healthineers(SHLG.DE) mit einem Abschlag von 4,7 Prozent wieder. Der Medizintechnik-Konzern kappte wegen der Diagnostik-Sparte seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Im Nebenwerteindex MDax(.MDAXI) punktete der Motorenbauer Deutz(DEZG.DE) mit seinem Einsparprogramm und meldete für das erste Quartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die Aktien legten um 4,7 Prozent zu. Der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess(LXSG.DE) musste hingegen zum Jahresauftakt einen Ergebniseinbruch verdauen. Die Aktie rutschte um 5,6 Prozent ab.
An der Mailänder Börse warfen die Anleger Campari(CPRI.MI)-Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots, nachdem die Umsätze des Spirituosenkonzerns im ersten Quartal hinter den Erwartungen blieben. Die Aktien brachen um 14,5 Prozent ein.
Bei Maersk(MAERSKb.CO) hatten sich die Anleger vom Ausblick offenbar mehr erhofft: Die Aktien der dänischen Reederei gaben 8,4 Prozent nach. Trotz eines über den Erwartungen liegenden Gewinns im ersten Quartal blieb die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Die Privatbank Berenberg zeigte sich "moderat überrascht", dass die Schätzungen nicht angehoben wurden. Dies erscheine zunehmend konservativ, hieß es von der Bank.
(Bericht von Sanne Schimanski, Daniela Pegna und Anika Ross, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
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Reuters
| * Skepsis bleibt trotz möglicher Fortschritte bei | |
| Iran-Gesprächen | |
| * | Ölpreis geht langsamer zurück |
| * | Ergebniseinbruch lässt Lanxess-Kurs abrutschen |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) | |
| Frankfurt, 07. Mai (Reuters) - Der | |
| Friedenshoffnungs-Rally an den Börsen geht die Puste aus. Der | |
| Dax(.GDAXI) notierte zum Handelsschluss am Donnerstag ein | |
| Prozent tiefer bei 24.663,61 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) | |
| verlor knapp ein Prozent auf 5972,65 Zähler. Die | |
| US-Börsen(.DJI)(.SPX)(.IXIC) gaben leicht nach, nachdem sie zur | |
| Eröffnung leicht gestiegen waren und damit neue Rekorde erreicht | |
| hatten. | |
"Zu oft wurden Investoren in der Vergangenheit enttäuscht, als dass sie nun vorschnell Entwarnung geben oder den Tag vor dem Abend loben", sagte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Es fehlt derzeit die Fantasie für einen diplomatischen Durchbruch zwischen Washington und Teheran." Die USA und der Iran stehen Insidern zufolge kurz vor einer vorläufigen Vereinbarung zur Beendigung ihres Krieges. Ein entsprechender Rahmenentwurf sehe vor, die Angriffe dauerhaft zu stoppen, klammere die umstrittensten Themen jedoch aus, verlautete aus Verhandlungskreisen.
Auch die Ölpreise, die seit Montag mehr als zehn Prozent verloren haben, verlangsamten am Donnerstag ihre Talfahrt. Nordseeöl Brent(LCOc1) und US-Öl WTI(CLc1) bauten ihre anfänglichen Verluste von mehr als fünf Prozent größtenteils wieder ab. Zuletzt lagen die Preise rund 1,5 Prozent im Minus bei 99,69 und 93,86 Dollar je Fass (159 Liter).
Investoren hoffen, dass im Zuge der Verhandlungen auch die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus wieder passierbar wird, die der Iran derzeit blockiert. Dem Bericht der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Al Arabiya zufolge ist eine Einigung erzielt worden, die US-Blockade iranischer Häfen im Gegenzug für eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus zu lockern.
Die Lieferausfälle bei Rohöl seit Kriegsbeginn Ende Februar haben die Preise explodieren lassen und eine Energiekrise ausgelöst. Brent notierte vergangene Woche mit gut 126 Dollar je Fass auf dem höchsten Stand seit März 2022. Experten zufolge müssen sich Anleger jedoch selbst im Falle eines baldigen Durchbruchs bei den Friedensverhandlungen auf anhaltend hohe Ölpreise einstellen. Grund dafür seien unter anderem Schäden an der Energieinfrastruktur.
Auf der Unternehmensseite sorgte eine Reihe von Unternehmensberichten für zum Teil deutliche Kursausschläge. Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Henkel(HNKG_p.DE)-Aktien, die sich um 4,3 Prozent verteuerten. Der Konsumgüterkonzern hat trotz der schlechten Kauflaune der Verbraucher seinen Umsatz organisch leicht gesteigert.
Auf der Verliererseite fanden sich Siemens Healthineers(SHLG.DE) mit einem Abschlag von 4,7 Prozent wieder. Der Medizintechnik-Konzern kappte wegen der Diagnostik-Sparte seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Im Nebenwerteindex MDax(.MDAXI) punktete der Motorenbauer Deutz(DEZG.DE) mit seinem Einsparprogramm und meldete für das erste Quartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die Aktien legten um 4,7 Prozent zu. Der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess(LXSG.DE) musste hingegen zum Jahresauftakt einen Ergebniseinbruch verdauen. Die Aktie rutschte um 5,6 Prozent ab.
An der Mailänder Börse warfen die Anleger Campari(CPRI.MI)-Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots, nachdem die Umsätze des Spirituosenkonzerns im ersten Quartal hinter den Erwartungen blieben. Die Aktien brachen um 14,5 Prozent ein.
Bei Maersk(MAERSKb.CO) hatten sich die Anleger vom Ausblick offenbar mehr erhofft: Die Aktien der dänischen Reederei gaben 8,4 Prozent nach. Trotz eines über den Erwartungen liegenden Gewinns im ersten Quartal blieb die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Die Privatbank Berenberg zeigte sich "moderat überrascht", dass die Schätzungen nicht angehoben wurden. Dies erscheine zunehmend konservativ, hieß es von der Bank.
(Bericht von Sanne Schimanski, Daniela Pegna und Anika Ross, redigiert von Philipp Krach. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)