07.05.26
11:02
Reuters
| * Skepsis bleibt trotz möglicher Fortschritte bei | |
| Iran-Verhandlungen | |
| * | Ölpreis geht weiter zurück |
| * | Ergebniseinbruch lässt Lanxess-Kurs abrutschen |
| (Neu: Europäische Börsen, Zitate, Devisen, Gold, Einzelwerte) | |
| Frankfurt, 07. Mai (Reuters) - Nach dem jüngsten | |
| Kursfeuerwerk haben die Dax(.GDAXI)-Anleger am Donnerstag | |
| Vorsicht walten lassen. Noch ist unklar, ob der von den | |
| Investoren lang ersehnte Friedensdeal im Nahen Osten tatsächlich | |
| bald verkündet wird. Der deutsche Leitindex, der am Mittwoch gut | |
| zwei Prozent zugelegt hatte, bewegte sich kaum und notierte | |
| knapp unter der 25.000-Punkte-Marke. Der EuroStoxx50(.STOXX50) | |
| trat ebenfalls auf der Stelle. "Die Anleger erwarten nun Taten | |
| statt Worte und damit belastbare Fortschritte statt weiterer | |
| Ankündigungen", sagte Timo Emden von Emden Research. Die | |
| Nervosität dürfte hoch bleiben, solange die Gefahr neuer | |
| Eskalationen bestehe. | |
Die USA und der Iran stehen Insidern zufolge kurz vor einer vorläufigen Vereinbarung zur Beendigung ihres Krieges. Ein entsprechender Rahmenentwurf sehe vor, die Angriffe dauerhaft zu stoppen, klammere die umstrittensten Themen jedoch aus, verlautete aus Verhandlungskreisen. Die Ölpreise gaben mehr als drei Prozent nach. Das Nordseeöl Brent kostete zeitweise 97,44 Dollar, das US-Öl WTI(CLc1) 91,92 Dollar je Fass. Am Mittwoch waren die Notierungen zeitweise bereits um rund zwölf Prozent eingebrochen.
Investoren hoffen, dass im Zuge der Verhandlungen auch die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus wieder passierbar wird, die vom Iran blockiert wird. Dem Bericht der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Al Arabiya zufolge ist eine Einigung erzielt worden, die US-Blockade iranischer Häfen im Gegenzug für eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus zu lockern.
Die Lieferausfälle bei Rohöl seit Kriegsbeginn Ende Februar haben die Preise explodieren lassen und eine Energiekrise ausgelöst. Brent notierte vergangene Woche mit gut 126 Dollar je Fass auf dem höchsten Stand seit März 2022. Experten zufolge müssen sich Anleger jedoch selbst im Falle eines baldigen Durchbruchs bei den Friedensverhandlungen auf anhaltend hohe Ölpreise einstellen. Auch wenn die Meerenge in den kommenden Wochen wieder geöffnet werde, dürfte der Ölpreis aufgrund der Schäden an der Energieinfrastruktur erst einmal nicht deutlich zurückgehen, prognostizieren die Analysten der OCBC Bank.
Am Devisenmarkt profitierte der Euro(EUR=) vom Preisrückgang beim Öl, da die EU in hohem Maße von Öl- und Flüssiggasimporten abhängig ist. Er legte in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1,1787 Dollar zu. Der Dollar-Index(.DXY) hatte dagegen das Nachsehen und notierte 0,2 Prozent niedriger. Angesichts der schwächelnden US-Währung griffen die Investoren bei Gold(XAU=) zu. Das Edelmetall verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 4748 Dollar je Feinunze. Die Goldpreise sind seit Kriegsbeginn Ende Februar um mehr als zehn Prozent gefallen, belastet durch Inflationssorgen angesichts der hohen Ölpreise.
Auf der Unternehmensseite sorgte eine Reihe von Unternehmensberichten für zum Teil deutliche Kursausschläge. Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Henkel(HNKG_p.DE)-Aktien, die sich um 5,6 Prozent verteuerten. Der Konsumgüterkonzern hat trotz der schlechten Kauflaune der Verbraucher seinen Umsatz organisch leicht gesteigert. Auf der Verliererseite fanden sich Siemens Healthineers(SHLG.DE) mit einem Abschlag von knapp fünf Prozent wieder. Der Medizintechnik-Konzern kappte wegen der Diagnostik-Sparte seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Im Nebenwerteindex MDax(.MDAXI) punktete der Motorenbauer Deutz(DEZG.DE) mit seinem Einsparprogramm und meldete für das erste Quartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die Aktien schnellten in der Spitze um 9,4 Prozent nach oben. Bei Lanxess(LXSG.DE) hinterließen eine schwache Nachfrage, anhaltender Preisdruck aus Asien und ungünstige Wechselkurse tiefe Spuren. Der Kölner Spezialchemiekonzern musste im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch verdauen, die Aktie stürzte um elf Prozent ab.
An der Mailänder Börse warfen die Anleger Campari(CPRI.MI)-Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots, nachdem die Umsätze des Spirituosenkonzerns im ersten Quartal hinter den Erwartungen blieben. Die Aktien brachen um 14 Prozent ein. Die Konkurrenten Diageo(DGE.L) und Pernod Ricard(PERP.PA) fielen um jeweils knapp zwei Prozent.
Bei Maersk(MAERSKb.CO) hatten sich die Anleger vom Ausblick offenbar mehr erhofft: Die Aktien der dänischen Reederei gaben 6,6 Prozent nach. Trotz eines über den Erwartungen liegenden Gewinns im ersten Quartal blieb die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Die Privatbank Berenberg zeigte sich "moderat überrascht", dass die Schätzungen nicht angehoben wurden. Dies erscheine zunehmend konservativ, hieß es von der Bank.
(Bericht von: Daniela Pegna. Mitarbeit: Anika Ross, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
07.05.26
11:02
Reuters
Frankfurt, 07. Mai (Reuters) - Nach dem jüngsten Kursfeuerwerk haben die Dax(.GDAXI)-Anleger am Donnerstag Vorsicht walten lassen. Noch ist unklar, ob der von den Investoren lang ersehnte Friedensdeal im Nahen Osten tatsächlich bald verkündet wird. Der deutsche Leitindex, der am Mittwoch gut zwei Prozent zugelegt hatte, bewegte sich kaum und notierte knapp unter der 25.000-Punkte-Marke. Der EuroStoxx50(.STOXX50) trat ebenfalls auf der Stelle. "Die Anleger erwarten nun Taten statt Worte und damit belastbare Fortschritte statt weiterer Ankündigungen", sagte Timo Emden von Emden Research. Die Nervosität dürfte hoch bleiben, solange die Gefahr neuer Eskalationen bestehe.
Die USA und der Iran stehen Insidern zufolge kurz vor einer vorläufigen Vereinbarung zur Beendigung ihres Krieges. Ein entsprechender Rahmenentwurf sehe vor, die Angriffe dauerhaft zu stoppen, klammere die umstrittensten Themen jedoch aus, verlautete aus Verhandlungskreisen. Die Ölpreise gaben mehr als drei Prozent nach. Das Nordseeöl Brent kostete zeitweise 97,44 Dollar, das US-Öl WTI(CLc1) 91,92 Dollar je Fass. Am Mittwoch waren die Notierungen zeitweise bereits um rund zwölf Prozent eingebrochen.
Investoren hoffen, dass im Zuge der Verhandlungen auch die für den Öltransport wichtige Wasserstraße von Hormus wieder passierbar wird, die vom Iran blockiert wird. Dem Bericht der saudi-arabischen Nachrichtenagentur Al Arabiya zufolge ist eine Einigung erzielt worden, die US-Blockade iranischer Häfen im Gegenzug für eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus zu lockern.
ANLEGER HOFFEN AUF ENDE DER ENERGIEKRISE
Die Lieferausfälle bei Rohöl seit Kriegsbeginn Ende Februar haben die Preise explodieren lassen und eine Energiekrise ausgelöst. Brent notierte vergangene Woche mit gut 126 Dollar je Fass auf dem höchsten Stand seit März 2022. Experten zufolge müssen sich Anleger jedoch selbst im Falle eines baldigen Durchbruchs bei den Friedensverhandlungen auf anhaltend hohe Ölpreise einstellen. Auch wenn die Meerenge in den kommenden Wochen wieder geöffnet werde, dürfte der Ölpreis aufgrund der Schäden an der Energieinfrastruktur erst einmal nicht deutlich zurückgehen, prognostizieren die Analysten der OCBC Bank.
Am Devisenmarkt profitierte der Euro(EUR=) vom Preisrückgang beim Öl, da die EU in hohem Maße von Öl- und Flüssiggasimporten abhängig ist. Er legte in der Spitze um 0,3 Prozent auf 1,1787 Dollar zu. Der Dollar-Index(.DXY) hatte dagegen das Nachsehen und notierte 0,2 Prozent niedriger. Angesichts der schwächelnden US-Währung griffen die Investoren bei Gold(XAU=) zu. Das Edelmetall verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 4748 Dollar je Feinunze. Die Goldpreise sind seit Kriegsbeginn Ende Februar um mehr als zehn Prozent gefallen, belastet durch Inflationssorgen angesichts der hohen Ölpreise.
HENKEL NACH ZAHLEN DAX-SPITZENREITER
Auf der Unternehmensseite sorgte eine Reihe von Unternehmensberichten für zum Teil deutliche Kursausschläge. Zu den größten Dax-Gewinnern zählten die Henkel(HNKG_p.DE)-Aktien, die sich um 5,6 Prozent verteuerten. Der Konsumgüterkonzern hat trotz der schlechten Kauflaune der Verbraucher seinen Umsatz organisch leicht gesteigert. Auf der Verliererseite fanden sich Siemens Healthineers(SHLG.DE) mit einem Abschlag von knapp fünf Prozent wieder. Der Medizintechnik-Konzern kappte wegen der Diagnostik-Sparte seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr.
Im Nebenwerteindex MDax(.MDAXI) punktete der Motorenbauer Deutz(DEZG.DE) mit seinem Einsparprogramm und meldete für das erste Quartal Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Die Aktien schnellten in der Spitze um 9,4 Prozent nach oben. Bei Lanxess(LXSG.DE) hinterließen eine schwache Nachfrage, anhaltender Preisdruck aus Asien und ungünstige Wechselkurse tiefe Spuren. Der Kölner Spezialchemiekonzern musste im ersten Quartal einen Ergebniseinbruch verdauen, die Aktie stürzte um elf Prozent ab.
An der Mailänder Börse warfen die Anleger Campari(CPRI.MI)-Aktien in hohem Bogen aus ihren Depots, nachdem die Umsätze des Spirituosenkonzerns im ersten Quartal hinter den Erwartungen blieben. Die Aktien brachen um 14 Prozent ein. Die Konkurrenten Diageo(DGE.L) und Pernod Ricard(PERP.PA) fielen um jeweils knapp zwei Prozent.
Bei Maersk(MAERSKb.CO) hatten sich die Anleger vom Ausblick offenbar mehr erhofft: Die Aktien der dänischen Reederei gaben 6,6 Prozent nach. Trotz eines über den Erwartungen liegenden Gewinns im ersten Quartal blieb die Prognose für das Gesamtjahr unverändert. Die Privatbank Berenberg zeigte sich "moderat überrascht", dass die Schätzungen nicht angehoben wurden. Dies erscheine zunehmend konservativ, hieß es von der Bank.
(Bericht von: Daniela Pegna. Mitarbeit: Anika Ross, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: