04.05.26
16:19
Reuters
| * Maue Stimmung am Aktienmarkt - Ausverkauf bleibt aus | |
| * | Skepsis für Konjunktur in EU sinkt - steigt aber für |
| Deutschland | |
| * | Douglas nach Zahlen mit Kursrutsch |
| * | Thyssenkrupp auf Richtungssuche |
| (Neu: Xetra-Schlusskurse, Wall Street) | |
| Frankfurt, 04. Mai (Reuters) - Neu entflammte | |
| Nahost-Sorgen und Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump | |
| haben die Börsen zum Wochenstart belastet. Der Dax(.GDAXI) | |
| rutschte nach dem langen Wochenende wieder unter die Marke von | |
| 24.000 Punkten, er notierte zum Handelsschluss am Montag 1,2 | |
| Prozent schwächer bei 23.991 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) | |
| verlor zwei Prozent auf 5763 Zähler. Die wichtigsten | |
| US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) gaben leicht nach . | |
"Die Situation im Nahen Osten hat sich über das Wochenende nicht wesentlich verbessert, aber auch nicht wesentlich verschlechtert", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. "Die Nachrichtenlage bleibt weiterhin undurchsichtig und die Kriegsparteien beanspruchen jeweils kleine Teilerfolge für sich. Auf dem diplomatischen Parkett lassen die Erfolge jedoch weiter auf sich warten."
Das US-Militär ist nach eigenen Angaben mit zwei Lenkwaffenzerstörern in den Persischen Golf eingefahren, um die iranische Blockade der Straße von Hormus zu brechen. Der Einsatz erhöht die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der strategisch wichtigen Meerenge. Zuvor hatte die Regierung in Teheran noch erklärt, sie habe ein US-Kriegsschiff an der Einfahrt in den Golf gehindert.
Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und die US-Sorte WTI(CLc1) verteuerten sich daraufhin um fünf und drei Prozent auf 113,86 und 105,34 Dollar je Fass (159 Liter). Schon am Morgen hatten die Ölpreise leicht zugelegt. "Die Preise dürften weiter steigen, solange die Lieferungen durch die Meerenge eingeschränkt bleiben", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo.
Im Fokus stand auch der jüngste Friedensvorschlag Irans. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Sonntag, die Antwort der USA auf den 14-Punkte-Plan werde in Teheran geprüft. Trump hatte jedoch am Samstag erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sei.
Der US-Präsident kündigte zudem am Freitag eine Anhebung der US-Zölle auf Autos und Lkw aus der EU von 15 auf 25 Prozent an. Die Titel von BMW(BMWG.DE), Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Volkswagen(VOWG_p.DE) gaben daraufhin zwischen zwei und 3,3 Prozent nach. Die ex Dividende gehandelten Papiere von Continental(CONG.DE) büßten 4,6 Prozent ein. Auch europäische Rivalen verzeichneten nur moderate Verluste - der Branchenindex(.SXAP) schloss 2,1 Prozent im Minus. "Zuletzt sind Anlegerinnen und Anleger mit Trump-Drohungen zunehmend entspannter umgegangen", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Entscheidend für die Börsen wird jetzt, ob Trump diese Zölle tatsächlich scharf schaltet und mit welchen Gegenmaßnahmen die EU gegebenenfalls reagiert." Die Analysten von Bernstein erwarten zudem, dass die Autobauer einen Teil der Belastung durch höhere Preise kompensieren werden.
Zugleich versuchten Anleger, uneinheitlich ausgefallene Wirtschaftszahlen zu interpretieren. Die Einschätzung von Börsenprofis für die Konjunktur in der Euro-Zone hat sich im Mai auf niedrigem Niveau leicht verbessert. Das Stimmungsbarometer für Deutschland hingegen trübte sich weiter ein und rutschte auf den tiefsten Stand seit Januar 2025.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten außerhalb des Automobilsektors sorgte unter anderem die Commerzbank(CBKG.DE) mit einem Minus von 3,38 Prozent auf 34,02 Euro. Die Aktionäre von UniCredit(CRDI.MI) haben der italienischen Großbank den Weg für das Übernahmeangebot für das Frankfurter Geldhaus freigemacht.
Im MDax(.MDAXI) rutschten die Aktien von Douglas(DOUn.DE) um 7,86 Prozent ab. Die Parfümeriekette ist unter anderem wegen Abschreibungen auf ihr Frankreich-Geschäft sowie die Online-Shops Parfumdreams/Niche Beauty im abgelaufenen Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gerutscht.
Die Titel von Thyssenkrupp(TKAG.DE) begaben sich indes auf Richtungssuche. Aus dem Handel gingen sie 1,83 Prozent schwächer. Der Industriekonzern hat die Gespräche über einen Verkauf seiner Stahlsparte an die indische Jindal Steel International auf Eis gelegt.
(Bericht von Sanne Schimanski. Bearbeitet von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
04.05.26
16:19
Reuters
Frankfurt, 04. Mai (Reuters) - Neu entflammte Nahost-Sorgen und Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump haben die Börsen zum Wochenstart belastet. Der Dax(.GDAXI) rutschte nach dem langen Wochenende wieder unter die Marke von 24.000 Punkten, er notierte zum Handelsschluss am Montag 1,2 Prozent schwächer bei 23.991 Punkten. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) verlor zwei Prozent auf 5763 Zähler. Die wichtigsten US-Indizes(.DJI)(.SPX)(.IXIC) gaben leicht nach .
"Die Situation im Nahen Osten hat sich über das Wochenende nicht wesentlich verbessert, aber auch nicht wesentlich verschlechtert", sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst des Brokers CMC Markets. "Die Nachrichtenlage bleibt weiterhin undurchsichtig und die Kriegsparteien beanspruchen jeweils kleine Teilerfolge für sich. Auf dem diplomatischen Parkett lassen die Erfolge jedoch weiter auf sich warten."
Das US-Militär ist nach eigenen Angaben mit zwei Lenkwaffenzerstörern in den Persischen Golf eingefahren, um die iranische Blockade der Straße von Hormus zu brechen. Der Einsatz erhöht die Gefahr einer direkten militärischen Konfrontation zwischen den USA und dem Iran in der strategisch wichtigen Meerenge. Zuvor hatte die Regierung in Teheran noch erklärt, sie habe ein US-Kriegsschiff an der Einfahrt in den Golf gehindert.
AUSVERKAUF IM AUTOSEKTOR BLEIBT AUS Die Nordsee-Rohölsorte Brent(LCOc1) und die US-Sorte WTI(CLc1) verteuerten sich daraufhin um fünf und drei Prozent auf 113,86 und 105,34 Dollar je Fass (159 Liter). Schon am Morgen hatten die Ölpreise leicht zugelegt. "Die Preise dürften weiter steigen, solange die Lieferungen durch die Meerenge eingeschränkt bleiben", sagte UBS-Analyst Giovanni Staunovo.
Im Fokus stand auch der jüngste Friedensvorschlag Irans. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Sonntag, die Antwort der USA auf den 14-Punkte-Plan werde in Teheran geprüft. Trump hatte jedoch am Samstag erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sei.
Der US-Präsident kündigte zudem am Freitag eine Anhebung der US-Zölle auf Autos und Lkw aus der EU von 15 auf 25 Prozent an. Die Titel von BMW(BMWG.DE), Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Volkswagen(VOWG_p.DE) gaben daraufhin zwischen zwei und 3,3 Prozent nach. Die ex Dividende gehandelten Papiere von Continental(CONG.DE) büßten 4,6 Prozent ein. Auch europäische Rivalen verzeichneten nur moderate Verluste - der Branchenindex(.SXAP) schloss 2,1 Prozent im Minus. "Zuletzt sind Anlegerinnen und Anleger mit Trump-Drohungen zunehmend entspannter umgegangen", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Entscheidend für die Börsen wird jetzt, ob Trump diese Zölle tatsächlich scharf schaltet und mit welchen Gegenmaßnahmen die EU gegebenenfalls reagiert." Die Analysten von Bernstein erwarten zudem, dass die Autobauer einen Teil der Belastung durch höhere Preise kompensieren werden.
KONJUNKTURDATEN UNEINHEITLICH Zugleich versuchten Anleger, uneinheitlich ausgefallene Wirtschaftszahlen zu interpretieren. Die Einschätzung von Börsenprofis für die Konjunktur in der Euro-Zone hat sich im Mai auf niedrigem Niveau leicht verbessert. Das Stimmungsbarometer für Deutschland hingegen trübte sich weiter ein und rutschte auf den tiefsten Stand seit Januar 2025.
Für Gesprächsstoff bei den Einzelwerten außerhalb des Automobilsektors sorgte unter anderem die Commerzbank(CBKG.DE) mit einem Minus von 3,38 Prozent auf 34,02 Euro. Die Aktionäre von UniCredit(CRDI.MI) haben der italienischen Großbank den Weg für das Übernahmeangebot für das Frankfurter Geldhaus freigemacht.
Im MDax(.MDAXI) rutschten die Aktien von Douglas(DOUn.DE) um 7,86 Prozent ab. Die Parfümeriekette ist unter anderem wegen Abschreibungen auf ihr Frankreich-Geschäft sowie die Online-Shops Parfumdreams/Niche Beauty im abgelaufenen Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gerutscht.
Die Titel von Thyssenkrupp(TKAG.DE) begaben sich indes auf Richtungssuche. Aus dem Handel gingen sie 1,83 Prozent schwächer. Der Industriekonzern hat die Gespräche über einen Verkauf seiner Stahlsparte an die indische Jindal Steel International auf Eis gelegt.
(Bericht von Sanne Schimanski. Bearbeitet von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)