04.05.26
10:11
Reuters
| * Maue Stimmung am Aktienmarkt - Ausverkauf bleibt aus | |
| * | Skepsis für Konjunktur in EU sinkt - steigt aber für |
| Deutschland | |
| * | Douglas nach Zahlen mit Kursrutsch |
| * | Thyssenkrupp auf Richtungssuche |
| (Neu: Europäische Börsen, US-Futures) | |
| Frankfurt, 04. Mai (Reuters) - Anhaltende Nahost-Sorgen | |
| und neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump sorgen für | |
| maue Stimmung an den Börsen. Der Dax(.GDAXI) kam am Montag gegen | |
| Mittag kaum vom Fleck: Mit 24.362 Punkten lag er 0,3 Prozent | |
| über dem Schlussstand vom Donnerstag. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) | |
| gab am ersten Tag nach dem langen Wochenende rund ein halbes | |
| Prozent auf 5851 Zähler nach. Die Futures für die wichtigsten | |
| US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen leicht im Plus. "Die | |
| Märkte haben sich an die Unsicherheit rund um den Iran gewöhnt", | |
| kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Solange | |
| es nicht zu einer größeren militärischen Eskalation kommt, wird | |
| das Thema eher als Hintergrundrauschen wahrgenommen." | |
Das iranische Militär hat die US-Streitkräfte vor einem Einsatz in der Straße von Hormus gewarnt. Der US-Präsident hatte angekündigt, dass festsitzende Schiffe aus neutralen Ländern von den USA ab diesem Montag durch die Straße von Hormus geleitet werden sollen. Die Ölpreise(LCOc1)(CLc1) stiegen nach der Reaktion Irans um rund 1,5 Prozent auf 109,81 und 103,23 Dollar je Fass (159 Liter). "Ein Pendeln des Preises zwischen 100 und 120 Dollar scheinen die Märkte zu akzeptieren", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank.
Im Fokus steht auch der jüngste Friedensvorschlag Irans. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Sonntag, die Antwort der USA auf den 14-Punkte-Plan werde in Teheran geprüft. Trump hatte jedoch am Samstag erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sei.
Der US-Präsident kündigte zudem am Freitag eine Anhebung der US-Zölle auf Autos und Lkw aus der EU von 15 auf 25 Prozent an. Die Titel von BMW(BMWG.DE), Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Volkswagen(VOWG_p.DE) gaben daraufhin zwischen rund einem und zwei Prozent nach. Die ex Dividende gehandelten Papiere von Continental(CONG.DE) büßten vier Prozent ein. Auch europäische Rivalen verzeichnen nur moderate Verluste - der Branchenindex(.SXAP) liegt rund ein Prozent im Minus. "Zuletzt sind Anlegerinnen und Anleger mit Trump-Drohungen zunehmend entspannter umgegangen", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Entscheidend für die Börsen wird jetzt, ob Trump diese Zölle tatsächlich scharf schaltet und mit welchen Gegenmaßnahmen die EU gegebenenfalls reagiert." Die Analysten von Bernstein erwarten zudem, dass die Autobauer einen Teil der Belastung durch höhere Preise kompensieren werden.
Zugleich versuchten Anleger, uneinheitlich ausgefallene Wirtschaftszahlen zu interpretieren. Die Einschätzung von Börsenprofis für die Konjunktur in der Euro-Zone hat sich im Mai auf niedrigem Niveau leicht verbessert. Das Stimmungsbarometer für Deutschland hingegen trübte sich weiter ein und rutschte auf den tiefsten Stand seit Januar 2025, wie die Beratungsfirma Sentix am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 984 Anlegern mitteilte. "Damit sehen die Anleger zumindest keine weitere Verschärfung aus dem schwelenden Iran-Krieg", erklärte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. "Allerdings bleiben die Inflationssorgen hoch."
Bei den Einzelwerten außerhalb des Automobilsektors rutschten die Aktien von Douglas(DOUn.DE) um fast sechs Prozent ab. Die Parfümeriekette ist unter anderem wegen Abschreibungen auf ihr Frankreich-Geschäft sowie die Online-Shops Parfumdreams/Niche Beauty im abgelaufenen Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gerutscht.
Die Titel von Thyssenkrupp(TKAG.DE) begaben sich indes auf Richtungssuche. Zuletzt lagen sie rund ein Prozent im Plus. Der Industriekonzern hat die Gespräche über einen Verkauf seiner Stahlsparte an die indische Jindal Steel International auf Eis gelegt.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
04.05.26
10:11
Reuters
Frankfurt, 04. Mai (Reuters) - Anhaltende Nahost-Sorgen und neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump sorgen für maue Stimmung an den Börsen. Der Dax(.GDAXI) kam am Montag gegen Mittag kaum vom Fleck: Mit 24.362 Punkten lag er 0,3 Prozent über dem Schlussstand vom Donnerstag. Der EuroStoxx50(.STOXX50E) gab am ersten Tag nach dem langen Wochenende rund ein halbes Prozent auf 5851 Zähler nach. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes(1YMcv1)(EScv1)(NQcv1) lagen leicht im Plus. "Die Märkte haben sich an die Unsicherheit rund um den Iran gewöhnt", kommentierte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. "Solange es nicht zu einer größeren militärischen Eskalation kommt, wird das Thema eher als Hintergrundrauschen wahrgenommen."
Das iranische Militär hat die US-Streitkräfte vor einem Einsatz in der Straße von Hormus gewarnt. Der US-Präsident hatte angekündigt, dass festsitzende Schiffe aus neutralen Ländern von den USA ab diesem Montag durch die Straße von Hormus geleitet werden sollen. Die Ölpreise(LCOc1)(CLc1) stiegen nach der Reaktion Irans um rund 1,5 Prozent auf 109,81 und 103,23 Dollar je Fass (159 Liter). "Ein Pendeln des Preises zwischen 100 und 120 Dollar scheinen die Märkte zu akzeptieren", sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank.
Im Fokus steht auch der jüngste Friedensvorschlag Irans. Das iranische Staatsfernsehen berichtete am Sonntag, die Antwort der USA auf den 14-Punkte-Plan werde in Teheran geprüft. Trump hatte jedoch am Samstag erklärt, er könne sich nicht vorstellen, dass der iranische Vorschlag akzeptabel sei.
Der US-Präsident kündigte zudem am Freitag eine Anhebung der US-Zölle auf Autos und Lkw aus der EU von 15 auf 25 Prozent an. Die Titel von BMW(BMWG.DE), Mercedes-Benz(MBGn.DE) und Volkswagen(VOWG_p.DE) gaben daraufhin zwischen rund einem und zwei Prozent nach. Die ex Dividende gehandelten Papiere von Continental(CONG.DE) büßten vier Prozent ein. Auch europäische Rivalen verzeichnen nur moderate Verluste - der Branchenindex(.SXAP) liegt rund ein Prozent im Minus. "Zuletzt sind Anlegerinnen und Anleger mit Trump-Drohungen zunehmend entspannter umgegangen", sagt Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Entscheidend für die Börsen wird jetzt, ob Trump diese Zölle tatsächlich scharf schaltet und mit welchen Gegenmaßnahmen die EU gegebenenfalls reagiert." Die Analysten von Bernstein erwarten zudem, dass die Autobauer einen Teil der Belastung durch höhere Preise kompensieren werden.
Zugleich versuchten Anleger, uneinheitlich ausgefallene Wirtschaftszahlen zu interpretieren. Die Einschätzung von Börsenprofis für die Konjunktur in der Euro-Zone hat sich im Mai auf niedrigem Niveau leicht verbessert. Das Stimmungsbarometer für Deutschland hingegen trübte sich weiter ein und rutschte auf den tiefsten Stand seit Januar 2025, wie die Beratungsfirma Sentix am Montag zu ihrer monatlichen Umfrage unter 984 Anlegern mitteilte. "Damit sehen die Anleger zumindest keine weitere Verschärfung aus dem schwelenden Iran-Krieg", erklärte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. "Allerdings bleiben die Inflationssorgen hoch."
Bei den Einzelwerten außerhalb des Automobilsektors rutschten die Aktien von Douglas(DOUn.DE) um fast sechs Prozent ab. Die Parfümeriekette ist unter anderem wegen Abschreibungen auf ihr Frankreich-Geschäft sowie die Online-Shops Parfumdreams/Niche Beauty im abgelaufenen Quartal überraschend tief in die roten Zahlen gerutscht.
Die Titel von Thyssenkrupp(TKAG.DE) begaben sich indes auf Richtungssuche. Zuletzt lagen sie rund ein Prozent im Plus. Der Industriekonzern hat die Gespräche über einen Verkauf seiner Stahlsparte an die indische Jindal Steel International auf Eis gelegt.
(Bericht von Sanne Schimanski, redigiert von Christian Rüttger. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)