17.04.26
20:27
Reuters
Berlin, 17. Apr (Reuters) - Die Aussicht auf ein Ende des Krieges mit dem Iran hat die US-Börsen am Freitag auf neue Höchstwerte getrieben. Der S&P-500-Index(.SPX) und die Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) erreichten jeweils den dritten Tag in Folge einen Höchststand zum Handelsschluss. Der Dow-Jones-Index(.DJI) verbuchte den höchsten Schlussstand seit Ende Februar. Anleger reagierten erfreut auf die Entscheidung der Regierung in Teheran, die Straße von Hormus für Handelsschiffe zu öffnen. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi erklärte auf der Plattform X, die Durchfahrt sei für den Rest der zehntägigen Waffenruhe zwischen israelischen Streitkräften und der Hisbollah-Miliz im Libanon "vollständig offen".
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Gespräche zwischen Washington und Teheran für das Wochenende in Aussicht gestellt. Diese könnten bald zu einem Friedensabkommen führen. Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Angriffe auf den Iran gestartet. In dem Krieg kamen bislang Tausende Menschen ums Leben.
Die Ölpreise brachen angesichts der Entspannung um mehr als elf Prozent ein. Dies linderte die Sorgen der Investoren vor einer steigenden Inflation. Die Straße von Hormus ist ein zentraler Seeweg für den weltweiten Öltransport. "Die Sorge, dass das Öl die Welt in eine Rezession stürzt, nimmt ab", sagte Bob Doll, Chef des Vermögensverwalters Crossmark. Es gebe zwar noch kein unterzeichnetes Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Entwicklung reiche jedoch aus, um die Märkte nach oben zu treiben.
Der S&P 500 gewann 1,2 Prozent auf 7125 Punkte. Der Nasdaq stieg um 1,51 Prozent auf 24.466 Zähler. Der Dow Jones legte um 1,78 Prozent auf 49.442 Punkte zu.
Die Entspannung am Ölmarkt linderte auch die Inflations- und Konjunktursorgen der Anleger. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, kletterten laut dem FedWatch Tool der CME auf rund 50 Prozent von zuvor rund 30 Prozent. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel im Zuge dessen auf den tiefsten Stand seit Ende Februar. Die Preise für Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPT=) und Palladium(XPD=) legten um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach zinslosen Anlagen wie Gold & Co an.
Zu den größten Verlierern gehörten Energiewerte. Die Aktien von Exxon Mobil(XOM.N) (minus 3,6 Prozent) und Chevron(CVX.N) (minus 2,2 Prozent) gaben nach. Papiere von Kreuzfahrtanbietern wie Carnival(CCL.N) (plus 1,9 Prozent) und Norwegian Cruise Line(NCLH.N) (plus 4,8 Prozent) sowie von Fluggesellschaften wie United Airlines(UAL.O) (plus 7,1 Prozent) verbuchten dagegen deutliche Kursgewinne. Einige Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht. Schiffsbetreiber sähen sich weiterhin mit astronomischen Versicherungsprämien, möglichen Minengefahren und Unsicherheiten bei der Durchsetzung der Öffnung konfrontiert, sagte Erik Bethel von der Investmentfirma Mare Liberum.
Abseits der Geopolitik sorgte Netflix(NFLX.O) für Aufsehen. Die Aktien des Streaming-Anbieters stürzten um 9,7 Prozent ab. Das Unternehmen hatte einen enttäuschenden Gewinnausblick für das laufende Quartal abgegeben. Zudem kündigte Mitgründer Reed Hastings nach 29 Jahren seinen Rückzug an. Papiere von Alcoa(AA.N) gaben ebenfalls um 6,8 Prozent nach. Der Aluminiumproduzent verfehlte mit seinem Gewinn und Umsatz im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten.
(Bericht von Niket Nishant and Avinash P. Geschrieben von Anika Ross und Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
17.04.26
20:27
Reuters
| * Meerenge von Hormus für Dauer von Libanon-Waffenruhe | ||
| auf | ||
| * | Ölpreis rutscht erstmals seit fünf Wochen unter 90 | |
| Dollar | ||
| * | Wetten auf Zinssenkungen nehmen wieder zu - Dollar | |
| fällt | ||
| * | Airline-Aktien steigen - Energiesektor unter Druck | |
| (Neu: | Schlusskurse) | |
| Berlin, 17. Apr (Reuters) - Die Aussicht auf ein Ende | ||
| des Krieges mit dem Iran hat die US-Börsen am Freitag auf neue | ||
| Höchstwerte getrieben. Der S&P-500-Index(.SPX) und die | ||
| Technologiebörse Nasdaq(.IXIC) erreichten jeweils den dritten | ||
| Tag in Folge einen Höchststand zum Handelsschluss. Der | ||
| Dow-Jones-Index(.DJI) verbuchte den höchsten Schlussstand seit | ||
| Ende Februar. Anleger reagierten erfreut auf die Entscheidung | ||
| der Regierung in Teheran, die Straße von Hormus für | ||
| Handelsschiffe zu öffnen. Der iranische Außenminister Abbas | ||
| Aragtschi erklärte auf der Plattform X, die Durchfahrt sei für | ||
| den Rest der zehntägigen Waffenruhe zwischen israelischen | ||
| Streitkräften und der Hisbollah-Miliz im Libanon "vollständig | ||
| offen". | ||
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Gespräche zwischen Washington und Teheran für das Wochenende in Aussicht gestellt. Diese könnten bald zu einem Friedensabkommen führen. Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Angriffe auf den Iran gestartet. In dem Krieg kamen bislang Tausende Menschen ums Leben.
Die Ölpreise brachen angesichts der Entspannung um mehr als elf Prozent ein. Dies linderte die Sorgen der Investoren vor einer steigenden Inflation. Die Straße von Hormus ist ein zentraler Seeweg für den weltweiten Öltransport. "Die Sorge, dass das Öl die Welt in eine Rezession stürzt, nimmt ab", sagte Bob Doll, Chef des Vermögensverwalters Crossmark. Es gebe zwar noch kein unterzeichnetes Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Entwicklung reiche jedoch aus, um die Märkte nach oben zu treiben.
Der S&P 500 gewann 1,2 Prozent auf 7125 Punkte. Der Nasdaq stieg um 1,51 Prozent auf 24.466 Zähler. Der Dow Jones legte um 1,78 Prozent auf 49.442 Punkte zu.
Die Entspannung am Ölmarkt linderte auch die Inflations- und Konjunktursorgen der Anleger. Die Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Dezember-Sitzung den Zinssatz um mindestens 25 Basispunkte senken wird, kletterten laut dem FedWatch Tool der CME auf rund 50 Prozent von zuvor rund 30 Prozent. Der Dollar-Index(=USD), der den Kurs zu anderen wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel im Zuge dessen auf den tiefsten Stand seit Ende Februar. Die Preise für Gold(XAU=), Silber(XAG=), Platin(XPT=) und Palladium(XPD=) legten um knapp zwei bis fast sechs Prozent zu. Niedrigere Zinssätze wichtiger Notenbanken kurbeln die Nachfrage nach zinslosen Anlagen wie Gold & Co an.
Zu den größten Verlierern gehörten Energiewerte. Die Aktien von Exxon Mobil(XOM.N) (minus 3,6 Prozent) und Chevron(CVX.N) (minus 2,2 Prozent) gaben nach. Papiere von Kreuzfahrtanbietern wie Carnival(CCL.N) (plus 1,9 Prozent) und Norwegian Cruise Line(NCLH.N) (plus 4,8 Prozent) sowie von Fluggesellschaften wie United Airlines(UAL.O) (plus 7,1 Prozent) verbuchten dagegen deutliche Kursgewinne. Einige Analysten mahnten jedoch zur Vorsicht. Schiffsbetreiber sähen sich weiterhin mit astronomischen Versicherungsprämien, möglichen Minengefahren und Unsicherheiten bei der Durchsetzung der Öffnung konfrontiert, sagte Erik Bethel von der Investmentfirma Mare Liberum.
Abseits der Geopolitik sorgte Netflix(NFLX.O) für Aufsehen. Die Aktien des Streaming-Anbieters stürzten um 9,7 Prozent ab. Das Unternehmen hatte einen enttäuschenden Gewinnausblick für das laufende Quartal abgegeben. Zudem kündigte Mitgründer Reed Hastings nach 29 Jahren seinen Rückzug an. Papiere von Alcoa(AA.N) gaben ebenfalls um 6,8 Prozent nach. Der Aluminiumproduzent verfehlte mit seinem Gewinn und Umsatz im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten.
(Bericht von Niket Nishant and Avinash P. Geschrieben von Anika Ross und Hans Busemann Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)