10.02.26
11:55
Reuters
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| Versicherungswerte unter Druck |
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| US-Konjunkturdaten im Fokus |
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| Dollar und Euro treten auf der Stelle |
| (Neu: Europäische Börsen, Zitate, Einzelwerte, Devisen) |
| Frankfurt, 10. Feb (Reuters) - Nach dem schwungvollen |
| Wochenauftakt haben die Anleger an den europäischen Börsen am |
| Dienstag auf die Bremse getreten. Der deutsche Leitindex |
| Dax(.GDAXI) pendelte lustlos um die 25.000-Punkte-Marke, der |
| EuroStoxx50(.STOXX50E) notierte minimal im Plus. "Neben den |
| Sorgen und Bedenken hinsichtlich der weiteren Zinspolitik in den |
| USA schwebt die Angst vor einem Platzen der KI-Blase weiterhin |
| als Damoklesschwert über den Finanzmärkten", sagte Christian |
| Henke vom Broker IG. "Den Anlegern sind die Investitionen in KI |
| einfach zu hoch." |
In der vergangenen Woche hatten hohe Investitionspläne von Tech-Giganten wie Amazon(AMZN.O), Google(GOOGL.O), Meta(META.O) und Microsoft(MSFT.O) viele Investoren verschreckt. Die Konzerne wollen zusammen rund 650 Milliarden Dollar für den Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) ausgeben. Die Kurse an der Wall Street wie auch im Dax brachen ein. Erst zum Wochenschluss ging es auf Erholungskurs, am Montag schloss der Dax wieder über 25.000 Zählern. Ein Ausbruch über diese psychologisch wichtige Marke ist laut Jochen Stanzl von der Consorsbank nur möglich, wenn sich die hoch gesteckten Erwartungen an das hohe Gewinnwachstum erfüllten. "Andernfalls sind die in den letzten Tagen gewonnenen 500 bis 600 Punkte (...) schnell wieder verloren."
Auf der Unternehmensseite sorgte das Thema KI am Dienstag vor allem in der Versicherungsbranche für Gesprächsstoff. Der entsprechende Index(.SXIP) fiel um 1,7 Prozent. Im Dax gehörten die Titel der Allianz(ALVG.DE) und der Hannover Rück(HRNG.DE) mit Abschlägen von 2,4 und einem Prozent zu den schwächsten Werte. Börsianern zufolge reagierten die Aktien auf den jüngsten Ausverkauf bei den Papieren von US-Versicherungsmaklern, nachdem die Online-Versicherungsplattform Insurify ein KI-gestütztes Vergleichstool auf der Grundlage von ChatGPT veröffentlicht hatte. Dies nährte die Befürchtung, dass neue KI-Tools Umwälzungen in der Branche beschleunigen könnten.
Einen guten Tag erwischten die Chemiewerte nach einem positiven Goldman-Kommentar. In der europäischen Chemiebranche sei zwar weiter von Unsicherheit und strukturellen Gegenwinden die Rede, aber es gebe auch erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung und Verbesserung der industriellen Rahmenbedingungen, schrieben die Analysten. Die Aktien von Symrise(SY1G.DE) standen mit einem Plus von bis zu sieben Prozent an der Dax-Spitze. Die Analysten haben die Titel des Aromenherstellers auf "Buy" von "Neutral" gesetzt. Auch Evonik(EVKn.DE) starteten nach einer Kaufempfehlung durch und legten im MDax(.MDAXI) mehr als fünf Prozent zu. Die Aktien von Lanxess(LXSG.DE) stiegen zeitweise um knapp zehn Prozent.
Wenig Anklang fand dagegen die Bilanz von TeamViewer(TMV.DE). Das Softwarehaus bleibt nach einem mageren Umsatzplus 2025 für das laufende Jahr auf der Hut. Die Aktien brachen im MDax zeitweise um neun Prozent ein. Auch für TUI(TUI1n.DE) ging es um fünf Prozent bergab. Der Touristikkonzern geht trotz etwas geringerer Buchungen von einer "robusten" Nachfrage nach Urlaubsreisen im Sommer aus.
An der Pariser Börse zündete Kering(PRTP.PA) mit einem Plus von bis zu 14,4 Prozent ein Kursfeuerwerk. Der Umsatz des französischen Luxusgüterkonzerns mit Marken wie Gucci oder Yves Saint Lauren fiel im vierten Quartal weniger stark als befürchtet. "Kering steht erst am Anfang eines mehrjährigen Sanierungsprozesses, und die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 sollten den Anlegern die eingeschlagene Richtung verdeutlichen", kommentierten Analysten der Deutschen Bank. Die Quartalsbilanz von Kering sorgte in der Branche für gute Stimmung. Der entsprechende europäische Index(.STXLUXP) gewann bis zu 2,7 Prozent.
Auf der Konjunkturseite warteten die Investoren mit Spannung auf eine Reihe von US-Daten, von denen sie sich Rückschlüsse auf den künftigen Zinskurs der US-Notenbank Fed erhoffen. Im Tagesverlauf standen die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember an. Zur Wochenmitte folgt der Arbeitsmarktbericht sowie Inflationsdaten am Freitag. Die Anleger gingen momentan von einer leicht fallenden Teuerungsrate aus, sagte Henke vom Broker IG. Dennoch verharrten die Verbraucherpreise wohl über der Zielmarke der Federal Reserve von zwei Prozent. "Ein starker Arbeitsmarkt in Kombination mit einer hartnäckigen Inflation stehen weiteren Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten im Weg", prognostizierte der Experte. Der Dollar-Index(.DXY) notierte kaum verändert bei 96,87 Punkten, der Euro(EUR=) verharrte knapp über 1,19 Dollar.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging:
10.02.26
11:55
Reuters
Frankfurt, 10. Feb (Reuters) - Nach dem schwungvollen Wochenauftakt haben die Anleger an den europäischen Börsen am Dienstag auf die Bremse getreten. Der deutsche Leitindex Dax(.GDAXI) pendelte lustlos um die 25.000-Punkte-Marke, der EuroStoxx50(.STOXX50E) notierte minimal im Plus. "Neben den Sorgen und Bedenken hinsichtlich der weiteren Zinspolitik in den USA schwebt die Angst vor einem Platzen der KI-Blase weiterhin als Damoklesschwert über den Finanzmärkten", sagte Christian Henke vom Broker IG. "Den Anlegern sind die Investitionen in KI einfach zu hoch."
In der vergangenen Woche hatten hohe Investitionspläne von Tech-Giganten wie Amazon(AMZN.O), Google(GOOGL.O), Meta(META.O) und Microsoft(MSFT.O) viele Investoren verschreckt. Die Konzerne wollen zusammen rund 650 Milliarden Dollar für den Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) ausgeben. Die Kurse an der Wall Street wie auch im Dax brachen ein. Erst zum Wochenschluss ging es auf Erholungskurs, am Montag schloss der Dax wieder über 25.000 Zählern. Ein Ausbruch über diese psychologisch wichtige Marke ist laut Jochen Stanzl von der Consorsbank nur möglich, wenn sich die hoch gesteckten Erwartungen an das hohe Gewinnwachstum erfüllten. "Andernfalls sind die in den letzten Tagen gewonnenen 500 bis 600 Punkte (...) schnell wieder verloren."
Auf der Unternehmensseite sorgte das Thema KI am Dienstag vor allem in der Versicherungsbranche für Gesprächsstoff. Der entsprechende Index(.SXIP) fiel um 1,7 Prozent. Im Dax gehörten die Titel der Allianz(ALVG.DE) und der Hannover Rück(HRNG.DE) mit Abschlägen von 2,4 und einem Prozent zu den schwächsten Werte. Börsianern zufolge reagierten die Aktien auf den jüngsten Ausverkauf bei den Papieren von US-Versicherungsmaklern, nachdem die Online-Versicherungsplattform Insurify ein KI-gestütztes Vergleichstool auf der Grundlage von ChatGPT veröffentlicht hatte. Dies nährte die Befürchtung, dass neue KI-Tools Umwälzungen in der Branche beschleunigen könnten.
CHEMIEWERTE NACH GOLDMAN-KOMMENTAR IM HÖHENFLUG
Einen guten Tag erwischten die Chemiewerte nach einem positiven Goldman-Kommentar. In der europäischen Chemiebranche sei zwar weiter von Unsicherheit und strukturellen Gegenwinden die Rede, aber es gebe auch erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Belebung und Verbesserung der industriellen Rahmenbedingungen, schrieben die Analysten. Die Aktien von Symrise(SY1G.DE) standen mit einem Plus von bis zu sieben Prozent an der Dax-Spitze. Die Analysten haben die Titel des Aromenherstellers auf "Buy" von "Neutral" gesetzt. Auch Evonik(EVKn.DE) starteten nach einer Kaufempfehlung durch und legten im MDax(.MDAXI) mehr als fünf Prozent zu. Die Aktien von Lanxess(LXSG.DE) stiegen zeitweise um knapp zehn Prozent.
Wenig Anklang fand dagegen die Bilanz von TeamViewer(TMV.DE). Das Softwarehaus bleibt nach einem mageren Umsatzplus 2025 für das laufende Jahr auf der Hut. Die Aktien brachen im MDax zeitweise um neun Prozent ein. Auch für TUI(TUI1n.DE) ging es um fünf Prozent bergab. Der Touristikkonzern geht trotz etwas geringerer Buchungen von einer "robusten" Nachfrage nach Urlaubsreisen im Sommer aus.
KERING-AKTIE ZÜNDET DEN TURBO
An der Pariser Börse zündete Kering(PRTP.PA) mit einem Plus von bis zu 14,4 Prozent ein Kursfeuerwerk. Der Umsatz des französischen Luxusgüterkonzerns mit Marken wie Gucci oder Yves Saint Lauren fiel im vierten Quartal weniger stark als befürchtet. "Kering steht erst am Anfang eines mehrjährigen Sanierungsprozesses, und die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 sollten den Anlegern die eingeschlagene Richtung verdeutlichen", kommentierten Analysten der Deutschen Bank. Die Quartalsbilanz von Kering sorgte in der Branche für gute Stimmung. Der entsprechende europäische Index(.STXLUXP) gewann bis zu 2,7 Prozent.
Auf der Konjunkturseite warteten die Investoren mit Spannung auf eine Reihe von US-Daten, von denen sie sich Rückschlüsse auf den künftigen Zinskurs der US-Notenbank Fed erhoffen. Im Tagesverlauf standen die US-Einzelhandelsumsätze für Dezember an. Zur Wochenmitte folgt der Arbeitsmarktbericht sowie Inflationsdaten am Freitag. Die Anleger gingen momentan von einer leicht fallenden Teuerungsrate aus, sagte Henke vom Broker IG. Dennoch verharrten die Verbraucherpreise wohl über der Zielmarke der Federal Reserve von zwei Prozent. "Ein starker Arbeitsmarkt in Kombination mit einer hartnäckigen Inflation stehen weiteren Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten im Weg", prognostizierte der Experte. Der Dollar-Index(.DXY) notierte kaum verändert bei 96,87 Punkten, der Euro(EUR=) verharrte knapp über 1,19 Dollar.
(Bericht von: Daniela Pegna, redigiert von Ralf Banser. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).) ((daniela.pegna@thomsonreuters.com; Reuters Messaging: