21.01.26
11:06
Reuters
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Trump-Rede in Davos erwartet
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Anleger fürchten Handelskrieg
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Übernahmefantasie um Qiagen flammt wieder auf
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Starker Umsatz beflügelt Burberry
(Neu: Europäische Börsen, Rohstoffe, Devisen, Atos, Burberry, Rio Tinto)
| Frankfurt, 21. Jan (Reuters) - Die Sorge vor neuen |
| US-Zöllen im Streit um Grönland hat die europäischen Börsen am |
| Mittwoch weiter nach unten gezogen. Der Dax(.GDAXI) rutschte |
| vormittags um 0,6 Prozent auf 24.558 Punkte ab, nachdem er am |
| Dienstag rund ein Prozent verloren hatte. Der |
| EuroStoxx50(STOXX50E) fiel ebenfalls um 0,6 Prozent auf 5856 |
| Zähler. US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, ab Februar |
| Zölle auf acht europäische Länder zu erheben, sollte den USA der |
| Kauf Grönlands verwehrt werden. Investoren warteten auf eine |
| Rede von Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Laufe |
| des Tages. "Der Grönland-Konflikt fungiert längst nicht mehr als |
| ein geopolitisches Randthema. Fragen zu Rohstoffen, Handelswegen |
| und geopolitischem Einfluss wirken als zentraler Risikofaktor", |
| sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. |
Risikoscheue Investoren flüchteten sich in das von Rekord zu Rekord eilende Gold(XAU=). Der Preis für die Feinunze kletterte um bis zu 2,6 Prozent auf 4887,82 Dollar. "Es ist eine Kombination aus den traditionellen Treibern von Gold: steigende Verschuldung, ein schwächerer Dollar und geopolitische Unsicherheit", sagte Nicholas Frappell, Investmentexperte bei ABC Refinery. Silber(XAG=) verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 95,11 Dollar je Feinunze und blieb damit etwas unter seinem Rekordhoch vom Dienstag. Der Dollar(.DXY) stagnierte nahe seines Drei-Wochen-Tiefs. Am Kryptomarkt rangierte Bitcoin(BTC=) weiterhin unter der 90.000-Dollar-Marke.
Trump habe mit dem Wunsch, sich das zu Dänemark gehörende Eiland einzuverleiben, die gesamte EU gegen sich aufgebracht, fasste IG-Chefmarktanalyst Christian Henke zusammen. Ein Abkommen, wie es im Juli 2025 zwischen den USA und der Europäischen Union zustande kam, werde es wohl nicht so schnell geben. "Vielmehr könnte die Situation eher noch weiter eskalieren." Sollten die Handelspartner mit Gegenzöllen reagieren, drohe eine gefährliche Preisspirale, die die Inflation weltweit wieder anheizen könnte, sagte Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades. Die höchste Inflation im Kreis der G7-Industrienationen herrscht aktuell in Großbritannien. Dort kletterte die Teuerungsrate im Dezember auf 3,4 Prozent und damit stärker als erwartet.
Am Aktienmarkt zählten Finanzdienstleister(.SXFP) und Banken (.SX7P) mit einem Minus von jeweils rund einem Prozent zu den größten Verlierern. Auf zarten Erholungskurs gingen hingegen die Autobauer, die wegen den möglichen neuen Zöllen unter Druck geraten waren. Porsche SE(PSHG_p.DE), VW(VOWG_p.DE) und Mercedes-Benz(MBGn.DE) notierten bis zu ein Prozent höher.
Neu entfachte Übernahmespekulationen beflügelten die Aktien von Qiagen(QIA.DE) weiter. Die Papiere stiegen in der Spitze um 7,2 Prozent auf 47,30 Euro, nachdem sie schon am Dienstag zugelegt hatten. Auslöser ist ein Medienbericht, demzufolge der Diagnostikkonzern neben anderen strategischen Optionen auch einen möglichen Verkauf prüft.
Erfreuliche Firmenbilanzen begrenzten die Verluste am Gesamtmarkt. In Paris konnte Atos(ATOS.PA) mit einem optimistischen Ausblick punkten. Vorläufigen Berechnungen zufolge liegt der Gewinn 2025 der französischen IT-Firma zufolge über den eigenen Prognosen. Die Papiere kletterten um rund sechs Prozent.
Mit überraschend starken Zahlen glänzten auch Burberry (BRBY.L). Die Aktien der Luxusmarke stiegen um 4,7 Prozent und waren der größte Gewinner im britischen FTSE 100 Index(.FTSE). Der vergleichbare Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal stieg um drei Prozent, die Analystenerwartungen lagen im Schnitt bei zwei Prozent. Die Marketingkampagne mit britischen Prominenten hatte vor allem Käufer der Generation Z in China angelockt.
Der Bergbaukonzern Rio Tinto(RIO.L) profitierte von besser als erwarteten Produktionszahlen bei Eisenerz und Kupfer. Die Aktien zogen um 4,7 Prozent an und erreichten den höchsten Stand seit Mai 2021.
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)
21.01.26
11:06
Reuters
(Neu: Europäische Börsen, Rohstoffe, Devisen, Atos, Burberry, Rio Tinto)
Frankfurt, 21. Jan (Reuters) - Die Sorge vor neuen US-Zöllen im Streit um Grönland hat die europäischen Börsen am Mittwoch weiter nach unten gezogen. Der Dax(.GDAXI) rutschte vormittags um 0,6 Prozent auf 24.558 Punkte ab, nachdem er am Dienstag rund ein Prozent verloren hatte. Der EuroStoxx50(STOXX50E) fiel ebenfalls um 0,6 Prozent auf 5856 Zähler. US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, ab Februar Zölle auf acht europäische Länder zu erheben, sollte den USA der Kauf Grönlands verwehrt werden. Investoren warteten auf eine Rede von Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Laufe des Tages. "Der Grönland-Konflikt fungiert längst nicht mehr als ein geopolitisches Randthema. Fragen zu Rohstoffen, Handelswegen und geopolitischem Einfluss wirken als zentraler Risikofaktor", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.
ANLEGER FÜRCHTEN HANDELSKRIEG 2.0
Risikoscheue Investoren flüchteten sich in das von Rekord zu Rekord eilende Gold(XAU=). Der Preis für die Feinunze kletterte um bis zu 2,6 Prozent auf 4887,82 Dollar. "Es ist eine Kombination aus den traditionellen Treibern von Gold: steigende Verschuldung, ein schwächerer Dollar und geopolitische Unsicherheit", sagte Nicholas Frappell, Investmentexperte bei ABC Refinery. Silber(XAG=) verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 95,11 Dollar je Feinunze und blieb damit etwas unter seinem Rekordhoch vom Dienstag. Der Dollar(.DXY) stagnierte nahe seines Drei-Wochen-Tiefs. Am Kryptomarkt rangierte Bitcoin(BTC=) weiterhin unter der 90.000-Dollar-Marke.
Trump habe mit dem Wunsch, sich das zu Dänemark gehörende Eiland einzuverleiben, die gesamte EU gegen sich aufgebracht, fasste IG-Chefmarktanalyst Christian Henke zusammen. Ein Abkommen, wie es im Juli 2025 zwischen den USA und der Europäischen Union zustande kam, werde es wohl nicht so schnell geben. "Vielmehr könnte die Situation eher noch weiter eskalieren." Sollten die Handelspartner mit Gegenzöllen reagieren, drohe eine gefährliche Preisspirale, die die Inflation weltweit wieder anheizen könnte, sagte Analyst Frank Sohlleder vom Broker ActivTrades. Die höchste Inflation im Kreis der G7-Industrienationen herrscht aktuell in Großbritannien. Dort kletterte die Teuerungsrate im Dezember auf 3,4 Prozent und damit stärker als erwartet.
ÜBERNAHMEFIEBER BEI QIAGEN
Am Aktienmarkt zählten Finanzdienstleister(.SXFP) und Banken (.SX7P) mit einem Minus von jeweils rund einem Prozent zu den größten Verlierern. Auf zarten Erholungskurs gingen hingegen die Autobauer, die wegen den möglichen neuen Zöllen unter Druck geraten waren. Porsche SE(PSHG_p.DE), VW(VOWG_p.DE) und Mercedes-Benz(MBGn.DE) notierten bis zu ein Prozent höher.
Neu entfachte Übernahmespekulationen beflügelten die Aktien von Qiagen(QIA.DE) weiter. Die Papiere stiegen in der Spitze um 7,2 Prozent auf 47,30 Euro, nachdem sie schon am Dienstag zugelegt hatten. Auslöser ist ein Medienbericht, demzufolge der Diagnostikkonzern neben anderen strategischen Optionen auch einen möglichen Verkauf prüft.
KAMPAGNEN VON BURBERRY LOCKEN KÄUFER IN CHINA AN
Erfreuliche Firmenbilanzen begrenzten die Verluste am Gesamtmarkt. In Paris konnte Atos(ATOS.PA) mit einem optimistischen Ausblick punkten. Vorläufigen Berechnungen zufolge liegt der Gewinn 2025 der französischen IT-Firma zufolge über den eigenen Prognosen. Die Papiere kletterten um rund sechs Prozent.
Mit überraschend starken Zahlen glänzten auch Burberry (BRBY.L). Die Aktien der Luxusmarke stiegen um 4,7 Prozent und waren der größte Gewinner im britischen FTSE 100 Index(.FTSE). Der vergleichbare Umsatz im wichtigen Weihnachtsquartal stieg um drei Prozent, die Analystenerwartungen lagen im Schnitt bei zwei Prozent. Die Marketingkampagne mit britischen Prominenten hatte vor allem Käufer der Generation Z in China angelockt.
Der Bergbaukonzern Rio Tinto(RIO.L) profitierte von besser als erwarteten Produktionszahlen bei Eisenerz und Kupfer. Die Aktien zogen um 4,7 Prozent an und erreichten den höchsten Stand seit Mai 2021.
(Bericht von Anika Ross. Redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)