12.06.26
20:11
Reuters
* Erster Kurs 150 Dollar - Ausgabepreis war 135 BDllar
* Papier steigt im Verlauf bis auf 172,90 Dollar
* Schlusskurs 161,11 Dollar
* SpaceX könnte Kapital aus anderen Anlagewerten abziehen
* Börsianer nehmen bei Rivalen wie Rocket Lab Gewinne mit
(Neu: Schlusskurs 161,11 Dollar)
New York, 12. Jun (Reuters) - Beim größten Börsengang der Geschichte hat der Raumfahrt-Konzern SpaceX(SPCX.O) des Milliardärs Elon Musk ein erfolgreiches Debüt hingelegt. Der erste Kurs wurde am Freitag an der New Yorker Börse mit 150 Dollar festgestellt - gut elf Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Danach weitete das Papier seine Gewinne auf bis zu 176,52 Dollar aus, um dann einen Teil der Zugewinne wieder abzugeben. Der Schlusskurs betrug 161,11 Dollar, auf dieser Basis ist SpaceX mit rund 2,1 Billionen Dollar bewertet. Der Konzern steigt damit auf Anhieb zum siebtwertvollsten börsennotierten Unternehmen in den USA auf und überholte Schwergewichte wie die Bank JPMorgan(JPM.N) sowie Musks eigenen Elektroautobauer Tesla(TSLA.O).
Beim IPO-Volumen von 75 Milliarden Dollar überflügelt SpaceX den saudischen Ölkonzern Aramco, der bei seinem Börsengang im Dezember 2019 die bisherige Rekordsumme von 25,6 Milliarden Dollar eingesammelt hatte.
Trotz der hohen Erwartungen steht die enorme Bewertung im Kontrast zu den Fundamentaldaten des Raumfahrtunternehmens, das im vergangenen Jahr einen Verlust von fast fünf Milliarden Dollar schrieb. Nancy Tengler von Laffer Tengler Investments zeigte sich jedoch gelassen. "Diese Aktie kauft man nicht wegen der fundamentalen Kennzahlen. Für mich ist der Vergleich mit Amazon passend. Das war ein Unternehmen, das unsere Lebensweise verändert hat", sagte die Expertin. "Wenn die Aktie auf 100 Dollar fällt, ist das zwar nicht ideal, aber es würde unsere langfristige Einschätzung nicht ändern."
Für die Aktie wird eine baldige Aufnahme in den Nasdaq-100-Index erwartet. Dies dürfte eine zusätzliche Nachfrage von passiven Fonds und ETFs schaffen, die den Index abbilden. Der Handelsstart gilt als wichtiger Test für die New Yorker Börseninfrastruktur sowie für die Bereitschaft der Anleger, in weitere Mega-Börsengänge wie die der KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic zu investieren. "Die reibungslose Eröffnung ist wichtig, denn der Markt sieht darin nicht nur ein Ereignis rund um SpaceX, sondern einen Test, ob der Markt ein so großes Angebot an KI- und Raumfahrt-Aktien verkraften kann", sagte Chris Murphy, Chefstratege bei Susquehanna.
Einige Analysten rechnen jedoch damit, dass der Börsengang zu Umschichtungen in den Portfolios führen wird, bei denen Anleger andere Technologiewerte verkaufen, um in SpaceX zu investieren. Die Aktien anderer Raumfahrtunternehmen wie Rocket Lab(RKLB.O), Intuitive Machines(LUNR.O) und Planet Labs(PL.N) gaben am Freitag um knapp sieben bis mehr als zehn Prozent nach. "Dieser Börsengang könnte dem Markt den Sauerstoff entziehen - es werden einfach zu viele Aktien angeboten", sagte Neil Wilson, Stratege von der Saxo Bank. "Aber wenn es gut läuft, kann er den KI-Trend und die Hausse weiter stützen."
(Bericht von Manya Saini, Niket Nishant, Echo Wang und Sriparna Roy. Geschrieben von Sanne Schimanski, Sabine Wollrab und Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)
12.06.26
20:11
Reuters
(Neu: Schlusskurs 161,11 Dollar)
New York, 12. Jun (Reuters) - Beim größten Börsengang der Geschichte hat der Raumfahrt-Konzern SpaceX(SPCX.O) des Milliardärs Elon Musk ein erfolgreiches Debüt hingelegt. Der erste Kurs wurde am Freitag an der New Yorker Börse mit 150 Dollar festgestellt - gut elf Prozent über dem Ausgabepreis von 135 Dollar. Danach weitete das Papier seine Gewinne auf bis zu 176,52 Dollar aus, um dann einen Teil der Zugewinne wieder abzugeben. Der Schlusskurs betrug 161,11 Dollar, auf dieser Basis ist SpaceX mit rund 2,1 Billionen Dollar bewertet. Der Konzern steigt damit auf Anhieb zum siebtwertvollsten börsennotierten Unternehmen in den USA auf und überholte Schwergewichte wie die Bank JPMorgan(JPM.N) sowie Musks eigenen Elektroautobauer Tesla(TSLA.O).
Beim IPO-Volumen von 75 Milliarden Dollar überflügelt SpaceX den saudischen Ölkonzern Aramco, der bei seinem Börsengang im Dezember 2019 die bisherige Rekordsumme von 25,6 Milliarden Dollar eingesammelt hatte.
Trotz der hohen Erwartungen steht die enorme Bewertung im Kontrast zu den Fundamentaldaten des Raumfahrtunternehmens, das im vergangenen Jahr einen Verlust von fast fünf Milliarden Dollar schrieb. Nancy Tengler von Laffer Tengler Investments zeigte sich jedoch gelassen. "Diese Aktie kauft man nicht wegen der fundamentalen Kennzahlen. Für mich ist der Vergleich mit Amazon passend. Das war ein Unternehmen, das unsere Lebensweise verändert hat", sagte die Expertin. "Wenn die Aktie auf 100 Dollar fällt, ist das zwar nicht ideal, aber es würde unsere langfristige Einschätzung nicht ändern."
TESTLAUF FÜR WEITERE MEGA-IPOS
Für die Aktie wird eine baldige Aufnahme in den Nasdaq-100-Index erwartet. Dies dürfte eine zusätzliche Nachfrage von passiven Fonds und ETFs schaffen, die den Index abbilden. Der Handelsstart gilt als wichtiger Test für die New Yorker Börseninfrastruktur sowie für die Bereitschaft der Anleger, in weitere Mega-Börsengänge wie die der KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic zu investieren. "Die reibungslose Eröffnung ist wichtig, denn der Markt sieht darin nicht nur ein Ereignis rund um SpaceX, sondern einen Test, ob der Markt ein so großes Angebot an KI- und Raumfahrt-Aktien verkraften kann", sagte Chris Murphy, Chefstratege bei Susquehanna.
Einige Analysten rechnen jedoch damit, dass der Börsengang zu Umschichtungen in den Portfolios führen wird, bei denen Anleger andere Technologiewerte verkaufen, um in SpaceX zu investieren. Die Aktien anderer Raumfahrtunternehmen wie Rocket Lab(RKLB.O), Intuitive Machines(LUNR.O) und Planet Labs(PL.N) gaben am Freitag um knapp sieben bis mehr als zehn Prozent nach. "Dieser Börsengang könnte dem Markt den Sauerstoff entziehen - es werden einfach zu viele Aktien angeboten", sagte Neil Wilson, Stratege von der Saxo Bank. "Aber wenn es gut läuft, kann er den KI-Trend und die Hausse weiter stützen."
(Bericht von Manya Saini, Niket Nishant, Echo Wang und Sriparna Roy. Geschrieben von Sanne Schimanski, Sabine Wollrab und Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)